Bild für Beitrag: Paolo Fresu, David Linx, Gustavo Beytelmann | Trama Latina
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Paolo Fresu, David Linx, Gustavo Beytelmann

Trama Latina

Rom, 25.05.2026
TEXT: Heinz Schlinkert | FOTO: Alessandra Freguja

‚Trama Latina’ ist ein ganz außergewöhnliches Album, Der argentinische Pianist und Komponist Gustavo Beytelmann, der belgische Jazzsänger David Linx und der sardische Trompeter Paolo Fresu verbinden darin kulturelle Räume und Traditionen der lateinamerikanische Musik und Kultur.
‚Trama‘ bedeutet Faden, der wie beim Weben alles zu einem Geflecht verbindet:
„A needle enters and exits something leaving behind a thread, a sign of its path that unites places and intentions. The things united remain entirely what they were, only crossed by a thread.“  (Text im Booklet)
Die lateinamerikanische Musik ist die ‚Trama Latina’, die die drei Musiker und deren Musik verbindet. Dieser ‚rote Faden‘ reicht bis nach Europa, denn es  wird nicht nur auf Spanisch gesungen. Paolo Fresu hat den sardischen Text zu ‚in coro tou’ geschrieben, Celsa Vilafora den brasilianischen zu  ‚falta de um lugar’. David Linx adaptiert englische und niederländische Texte.

7 Coverversionen und 4 Eigenkompositionen

Das Album beginnt mit ‚esta tarde vi llover`des Mexikaners Armando Manzanero, das recht bekannt und eingängig daherkommt und auf das Folgende einstimmt.
Den Tango-Walzer ‚Chiquilín de Bachín’ von Astor Piazzolla und Horacio Ferrer singt Linx recht dramatisch, er erinnert dabei an ‚Balada para un loco‘. Erst gewichtig am Piano begleitet von Gustavo Beytelmann, erklingt dann ein wundervolles Trompetensolo von Paolo Fresu.
Der Kubaner Pablo Milanés hat 1988 ‚El primer amor‘ komponiert und recht elegisch im Stil  der Nueva Trova Cubana gesungen. David Linx singt es dagegen recht empathisch mit Violinen-Begleitung auf englisch als ‚my first love‘.

‚No room for maybes here‘ basiert auf dem Jazzstandard ‚nem um talvez‘ von Hermeto Pascoal, sogar Miles Davis hat es 1971 mal gespielt. ‚Perron‘ basiert auf ‚encontros y despedidas‘ von Milton Nascimento, Linx singt es mit niederländischem Text, die „Lieve lacht“; Fresu spielt dazu zeitweise unisono zum Gesang.
‚La casita de mis viejos‘ von J. C. Cobian ist ein Tango von 1932, zu dem Gustavo Beytelmann ein langes Solo beisteuert. ‚La Añera‘ des Argentiniers Atahualpa Yupanqui  beschließt mit einem liebeskummervollen Text dieses interessante Album.

Während ‚a falta de um lugar‘ kaum als Eigenkomposition zu erkennen ist, ist der ‚rote Faden‘ bei ‚making haste‘ kaum erkennbar. Dieses Stück von Linx und Beytelmann fällt etwas aus dem Rahmen mit beschleunigter Rhythmik und einem langen schnell gesungenen englischen Text, begleitet von Einwürfen der Instrumente.
Im Vordergrund steht bei allen Stücken der Sänger David Linx mit seit seiner durchdringenden Stimme. Paolo Fresu ist vergleichsweise selten zu hören, doch wenn er zu einem Solo ansetzt, scheint die Sonne aufzugehen.

David Linx

Der belgische Jazz- und Chanson-Sänger und Komponist David Linx wurde 1965 in Brüssel geboren. 2021 legte er mit Fay Claassen und der WDR Big Band unter Leitung von Magnus Lindgren das Album 'And Still We Sing' vor. Er unterrichtet am Konservatorium in Brüssel, lebt aber in Frankreich.
Abbildungen von Nadel und Faden durchziehen das informative Booklet, das zwei Fotos und alle Texte enthält.

Paolo Fresu, David Linx, Gustavo Beytelmann - Trama Latina 
Label tuk Music 
VÖ: 22.05.2026
  





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