Jan Harbeck Quartet
Conversation
Über die Alben von Jan Harbeck hat nrwjazz bereits mehrfach berichtet. Der dänische Tenorsaxofonist ist nicht zuletzt für seinen warmen, vollen und ausgesprochen persönlichen Sound bekannt. Auch auf seinem neuen Album Conversation steht dieser charakteristische Klang im Zentrum – getragen von einem Quartett, das auf eine mehr als zwanzigjährige gemeinsame Geschichte zurückblicken kann.
Das Jan Harbeck Quartet ist im besten Sinne „gut eingespielt“. Harbeck am Tenorsaxofon, Henrik Gunde am Piano, Eske Nørrelykke am Bass und Anders Holm am Schlagzeug verbindet eine langjährige musikalische Freundschaft und ein intuitives Verständnis, wie es nur durch unzählige Stunden auf Tournee, im Probenraum und auf der Bühne entstehen kann. Conversation ist dafür nicht nur ein Titel, sondern zugleich eine treffende Beschreibung der Musik: Hier wird tatsächlich miteinander gesprochen – und vor allem einander zugehört.
Das Quartett beherrscht die Kunst des musikalischen Dialogs mit großer Selbstverständlichkeit. Es geht darum, Impulse aufzunehmen, weiterzuführen oder auch einmal bewusst stehen zu lassen; darum, zu führen und nachzugeben, Raum zu geben und ihn sich zu nehmen. Jeder der vier Musiker bleibt dabei als eigenständige Persönlichkeit erkennbar und ist doch jederzeit Teil eines größeren Ganzen. Gerade diese Balance zwischen individueller Stimme und kollektivem Klang macht die besondere Qualität des Albums aus.
Musikalisch bewegt sich das Quartett im Mainstream Jazz, ohne sich dabei auf bloße Stilpflege zu beschränken. Die Stücke sind sorgfältig arrangiert und geben den Musikern ein stabiles Gerüst, innerhalb dessen sie ihre Dialoge entwickeln können. Bisweilen wirkt diese Ordnung allerdings fast etwas zu kontrolliert: Wo die Stücke den spontanen Funken erwarten lassen, bleibt die Musik gelegentlich auf der sicheren Seite. Konflikte, Reibungen oder gar lange musikalische Monologe sind in dieser Conversation nicht vorgesehen. Das kann als Schwäche empfunden werden, ist aber zugleich Teil des ästhetischen Konzepts: Dieses Quartett sucht weniger die Konfrontation als den Austausch.
So lässt sich Conversation tatsächlich hören, als würde man einem langen, entspannten Gespräch zwischen vier Menschen lauschen, die sich sehr gut kennen. Es gibt vertraute Themen, kleine Überraschungen, Nachfragen und Antworten, Momente des Innehaltens und solche, in denen sich das Gespräch wie von selbst weiterentwickelt. Die Musik lebt dabei nicht von spektakulären Gesten, sondern von Erfahrung, gegenseitigem Vertrauen und einem gemeinsamen Verständnis dafür, wann ein Beitrag nötig ist – und wann es besser ist, den anderen sprechen zu lassen.
Conversation ist damit vor allem ein Album über das Zusammenspiel. Es zeigt ein Quartett, das nach mehr als zwei Jahrzehnten gemeinsamer Musik seinen eigenen Dialog gefunden hat und ihn mit großer Souveränität fortsetzt. Wer den warmen, lyrischen Ton Jan Harbecks schätzt und Mainstream Jazz mit viel musikalischer Reife und kammermusikalischer Aufmerksamkeit mag, dürfte an diesem Gespräch seine Freude haben.
Jan Harbeck Quartett spielt seit mehr als 20 Jahren zusaasmmen und ist so im besten Sinne ‚gut eingespielt‘. Zudem verdeutlicht auch der Titel des Albums – Converstion’ – das hier ein enges Zusammenspiel stattfindet, das sonst kaum möglich wäre.
Die vier Musiker verbindet eine tiefe musikalische Freundschaft und ein intuitives Verständnis, das nur durch Tausende von Stunden auf Tournee, im Probenraum und auf der Bühne entstehen kann – ein Gespür dafür, wie man gleichzeitig spricht und zuhört, wie man führt und nachgibt und wie man individuell bleibt und dennoch Teil des Ganzen ist.
Henrik Gunde p
Eske Nörrelykke b
Anders Holm dr
Jan Harbeck Conversation
Label: Stunt
dsfsdf
