Fay Claassen
Soulprint
TEXT: Heinz Schlinkert |
Mit „Soulprint" liefert Fay Claassen ein durchweg überzeugendes Album: persönlich, stimmlich makellos und getragen von einer Band, die mit Steely-Dan-Präzision groovt – eine klare Empfehlung.
Fay Claassen ist eine niederländische Sängerin mit engen Bezügen zu NRW, insbesondere zur WDR Big Band. Im November hat sie ihr neues Album ‚Soulprint‘ veröffentlicht.Gleich bei ihrem ersten Stück ‚Purity‘ beeindruckt Fay Claassen mit ihrer warmen ‚beseelten’ Stimme. Von der Seele ist beim Titel des Albums ‚Soulprint‘ die Rede, nicht zuletzt auch, weil sie klassische Elemente des Soul mit modernen Klängen verbindet.
Die meisten Stücke hat Claassen selbst geschrieben, zwei Songs hat ihr Ehemann
Paul Heller
von der WDR Big Band komponiert. Die Melodien sind recht eingängig, die Texte spiegeln die persönliche Entwicklung der Sängerin wieder. Mal eigenwillig, mal emotional und liebevoll erzählt sie dabei ihre eigene Geschichte als Ehefrau, Mutter und Sängerin. Dabei überzeugt sie mit exzellenter Klangfarbe, Intonation und Aussprache, die Texte sind gut zu verstehen.
‚Feel The Beat’ mit dem Text des belgischen Sängers David Linx beginnt mit einem Intro mit Piano- und Gitarrenakkorden. Über den Groove solieren dann Gitarre und E-Piano, Fay Claassen scattet dazu. Das klingt ganz anders als die Big Band Version des JugenJazzOrchesters NRW, die vor kurzem auf dem Jubiläumsalbum ‚Decades‘ veröffentlicht wurde.
'La Dame du Sans-Souci' mit einem weiteren französischen Text von David Linx beschreibt einen Spaziergang durch Paris und ist vom Film „La Passante du Sanssouci“ inspiriert. Den Funk-Shuffle ‚Good times‘ hat
Paul Heller
seiner Frau zum Geburtstag komponiert, sie hat ihn schon auf ihrem Weihnachtsalbum gesungen.
Der 2016 verstorbene Jazz-Mundharmonika-Spieler Toots Thielemans liegt Fay besonders am Herzen. Für ihn hat sie zusammen mit dem Bassisten Theo de Jong ‚Smiling Tears (For Toots)‘ geschrieben. Auch der Standard ‚Bluesette’ darf hier nicht fehlen, den sie mit veränderten Akkorden als Samba interpretiert.
Das Album schließt mit dem Latin-Groove ‚Sacred Love and Soul Enlightening Blues‘, den sie zusammen mit dem Gitarristen Peter Tiehaus geschrieben hat. Im Booklet bezeichnet Claassen dieses Stück als ihren „world-changing song“, mit dem Zweck „to share my deeply hold philosophical beliefs“. Der Stil des einsetzenden Sprechgesang erinnert ein wenig an den frühen Dylan.
Die Band ist super, Pianist Karel Boehlee, Gitarrist Peter Tiehuis, Bassist Theo de Jong und Schlagzeuger Martijn Vink legen einen präzisen melodischen Groove an den Tag, der an Steely Dan erinnert. Dieses Album kann man bedenkenlos weiterempfehlen.
Fay Claassen
Fay Claassen hat Jazzgesang in Den Haag studiert 2024 erschien ein interessantes Weihnachtsalbum mit Cor Bakker, vorher mehrere CDs. Fay Claassen tritt regelmäßig mit renommierten Big Bands und Orchestern auf wie dem Metropole Orkest, dem Residentie Orkest und dem Brussels Jazz Orchestra. Mit der WDR Big Band hat sie oft gesungen, z. B. 2016 beim Konzert "Dutch Songbook" auf niederländisch.
Fay Claassen - Soulprint
Label: Mars 12464433
Erscheinungstermin: 14.11.2025
https://www.fayclaassen.com




