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Three Wise Men im Bochumer Kulturrat

Tribute to the Master Quartet of Dave Brubeck

Bochum, 16.03.2026
TEXT: Heinz Schlinkert | FOTO: Reiner Skubowius

Unter dem Motto ‚Tribute to the Master Quartet of Dave Brubeck‘ spielten am Freitag, dem 13. März im Bochum Kulturrat die ‚Three Wise Men‘. Vor allem ging es dabei um den Altsaxofonisten Paul Desmond, der vor zwei Jahren seinen 100. Geburtstag hätte feiern können. 

Das Trio spielt die Musik des klassischen ‚The Dave Brubeck Quartet‘, zu dem neben Brubeck und Desmond auch der Drummer Joe Morello und der Bassist Eugene Wright gehörten. Die Three Wise Men sind multinational, Frank Roberscheuten (Saxofon und Klarinette) kommt aus Eindhoven, Rossano Sportiello (Klavier) aus New York. Der Drummer Oliver Mewes aus Leverkusen ist für Martin Breinschmid eingesprungen. Auf einen Bassisten hat das Trio verzichtet.
Bisher ist alles gut gelaufen, bemerkt Frank Roberscheuten recht launig, obwohl dieser Freitag auf den 13. fällt. Das Konzert beginnt mit ‚Take 5‘, dem wohl berühmtesten Stück des Brubeck Quartetts. Paul Desmond hatte es komponiert und die Rechte für das Stück dem amerikanischen Roten Kreuz vermacht, das nach Desmonds Tod damit bis heute über 6 Millionen Dollar gewann.

Schon jetzt wird Brubecks Vorliebe für ungerade Takte deutlich. Frank erklärt, warum ‚Take 5‘ so heißt. Er weist auch auf die Taktwechsel bei ‚It's A Raggy Waltz‘ und ‚Three to get ready’  hin und fordert das Publikum auf mitzuzählen.

Frank Roberscheuten moderiert humorvoll, er stellt die Stücke vor und erzählt Episoden aus der Geschichte des berühmten Quartetts, besonders in Bezug auf Paul Desmond. Dieser lernte zuerst Klarinette spielen, weil er ein Fan von Benny Goodman war. Das hörte man auch noch später an seiner sehr melodischen Art, Altsax zu spielen. Wohl deshalb spielt auch Frank Roberscheuten nun auf seiner Klarinette ‚The World is waiting for the Sunrise‘ – das tut die Welt seit der Komposition dieses Lieds 1919 wohl immer noch. Dieses Stück hat Benny Goodman oft gespielt und es erhält auch in der Interpretation der ‚weisen Männer‘ viel Beifall.
Dem Konzert liegen die klassischen Arrangements zugrunde, doch das bedeutet nicht, dass die Band die Musik des berühmten Quartetts imitiert. Denn es klingt schon anders, mehr laid back, wenn Rossano Sportiello mit vielen virtuosen Läufen und eher behutsamem Anschlag über die Tasten huscht und sehr melodisch improvisiert. Oliver Mewes auf den Drums begleitet die Band mal locker-unauffällig, mal streichelt er mit den Jazzbesen geradezu das Floortom, um dann mit kurzen markanten Breaks mitzumischen. Das gilt auch für seine Soli, die z. B. bei ‚Strike up the band‘ an Joe Morello erinnern. Pianist und Drummer kommunizieren kontinuierlich in einem präzisen Dialog miteinander.
Mit Frank Roberscheuten steht in seiner Funktion als Bandleader, Moderator und Altsaxofonist auch Paul Desmond im Mittelpunkt, von dem er viel erzählt. Frank ist mit seinem Saxofon verwachsen und spielt mühelos ein Solo nach dem andern.
Die Band macht ihr eigenes Ding mit vielen Improvisationen, das ist gut, allerdings könnte ein '4th wise man' als Bassisten das Klangbild noch verbessern, auch wenn Rossano Sportiello mit seiner linken Hand mühelos die basslines intoniert.

Gegen Ende läuft die Band zur Hochform auf. ‚For all we know we will never meet again‘ erklingt etwas melancholisch, auch in Bezug auf den frühen Tod von Paul Desmond im Alter von 52 Jahren. Das Konzert endet mit ‚Blue Rondo a la Turk‘, das jeder kennt und das das Publikum mitreißt.

Nach der Zugabe ‚Badinerie‘ von Bach ist nun auch dieser Freitag, der 13. gut gelaufen, meint Frank Roberscheuten und empfiehlt eine vorsichtige Heimfahrt.

https://frankroberscheuten.com/bands

nächstes Jazzkonzert im Bochumer Kulturrat:

18.3.26 Erdquintett

https://bochumerkulturrat.de/veranstaltungen/alle

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