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Tatort Jazz Spezial

'Full House' mit Patrick Porsch und UniJAZZity Big Band

Bochum, 05.05.2026
TEXT: Heinz Schlinkert | FOTO: Heinz Schlinkert

‚Full House‘ war heute beim Tatort Jazz Spezial am 29. April im Bochumer Kunstmuseum. ‚Voll‘ bzw. ausgebucht war diesmal nicht nur das Konzert - das ist normal beim Tatort Jazz - voll war es auch auf der Bühne, als die 30köpfige Big Band der westfälischen Musikschulen spielte.

Patrick Porsch am Saxophon

Im ersten Set kommt aber erst einmal die Tatort Jazz Hausband zum Zuge mit dem Pianisten Matthias Dymke, dem Bassisten Alex Morsey und dem Drummer Uwe Kellerhoff. Eingeladen ist diesmal der Saxofonist Patrick Porsch aus Soest, der auch die im zweiten Set spielende UniJAZZity Big Band leitet.
Zu hören ist super gespielter Mainstream-Jazz mit Stücken von Dexter Gordon wie ‚Fried Bananas‘ und Klassikern wie ‚Stella by Starlight. Patrik spielt sehr melodisch mit einem warmen Ton, oft sehr diffizil begleitet von Uwes Einwürfen. Viele virtuose Soli folgen aufeinander, und doch, der Funke springt nicht so richtig über. Mit  ‚Recordame‘ von Joe Henderson dreht die Band nochmal richtig auf mit reihum gespielten Fourths und einem ausgiebiges Drumsolo von Uwe. Die Sets sind diesmal kürzer, weil die jungen Leute der Big Band nur bis 22 Uhr auf der Bühne stehen dürfen.

UniJAZZity Big Band - ‚get out of town‘

Nach der Pause erweckt die große Big Band schon beim Hereinkommen viel Aufmerksamkeit. Die jungen Nachwuchstalente der UniJAZZity (JugendJazzOrchester Westfalen) im Alter von 10 bis 18 Jahren kommen aus Musikschulen aus ganz Westfalen – von Essen bis Bielefeld, Münster bis Meschede. Die Leitung übernimmt ein Dozententeam, zu dem außer Patrick Porsch auch Tobias Schütte, Dieter Kuhlmann, Evgeny Ring und Christian Kappe gehören.
Der Name UniJAZZity ist eine Wortschöpfung, „Uni(ted) sind darin die „Cities“ der Musikschulen und natürlich geht es um JAZZ. Bewerben können sich Schüler:innen der westfälischen Musikschulen und ‚autonome’ Musiker:innen im Alter von ca. 12 bis 18 Jahren. 
Heute spielt die Band Stücke aus ihrem Programm ‚get out of town‘, d. h. vor allem Musik der legendären Kenny Clarke/Francy Boland Big Band und der Rhythm Combination & Brass von Peter Herbolzheimer. 
Die Band spielt nach den Original-Arrangements der Kenny/Boland Band, die sie – samt Eselsohren und Kaffeeflecken -  vom BuJazzO bekommen hat. Das ist schon eine Herausforderung, die die Band aber mühelos meistert. Besonders Kenny Clarkes Komposition ‚Vulcano’ von 1970 sticht hervor mit zwei Drummern, von denen einer, Florian Gasse, das Stück mit einem langen phantasievollen Solo abschließt. 
Von Anfang an bekommt die Big Band sehr viel Beifall. Zwar kann sie kaum an die Virtuosität des Quartetts im ersten Set heranreichen. Doch die jungen Leute der Big Band haben ein erstaunlich hohes Maß an Qualität erreicht und lassen für die Zukunft des Jazz nur Gutes erwarten. Zudem sind sie ein Blickfang und wecken viel Sym- und Empathie beim Publikum. Man fühlt geradezu mit ihnen, vor allem was die Anspannung beim Solo betrifft.
Besonders fallen die beiden sehr jungen Posaunisten Finn Preuss und Jakob Windhorst auf, die bei ‚Spirit‘ zusammen ein Solo spielen. Sönke Scheumann spielt sehr beeindruckend über ‚Beija-Flor’ ein längeres Flügelhorn Solo. Junge Frauen sind heute nur sehr wenige vertreten, denn drei sind erkrankt. Doch die Sängerin Frida Greber zeigt, dass auch für junge Frauen Jazz kein Fremdwort ist. Sie kommt aus Bochum und hat heute ein ‚Heimspiel‘; besonders bei der Zugabe ‚Feeling Good‘ beweist sie ihr erstaunliches Gesangstalent.
Das Publikum ist durchgängig begeistert, klatscht bei jedem Solo, am Ende Standing Ovations und wieder einmal ist ein grandioses Konzert vorbei, das sich diesmal durch eine besonders gelungene Kombination von Quartett und Big Band auszeichnete.


nächste Tatort Jazz Konzerte:

20.5. 26     Sommer Jazz Fest #7, Bahnhof Langendreer
11.-13.9.26 Konzerte beim Bochumer Musiksommer

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