LOVE AT LAST SIGHT
DUO FILIPPOU & LUCACIU
TEXT: Uwe Bräutigam | FOTO: Uwe Bräutigam
Das Duo der Vibraphonistin Evi Filippou und des Bassisten Robert Lucaciu haben in der Düsseldorfer Jazz Schmiede ein beeindruckendes Konzert gespielt.
Filippou & Lucaciu haben sich vor drei Jahren als Duo Formation gegründet. Die beiden haben allerdings schon vorher zusammengespielt. So war Robert Lucaciu auch in Evi Filippous Sextet, das 2023 den Deutschen Jazzpreis für das Album InEvitable gewann. Vom Sextett zum Duo ist ein Schritt zu mehr Intimität und zu einem intensiven Zwiegespräch von Vibraphon und der Kontrabass mit viel gemeinsamen Raum. Das Zusammenspiel von Vibraphon und Kontrabass ist eine, nicht nur im Jazz, eher ungewöhnliche Kombination. Die Musik auf dem Konzert stammte zu großen Teilen aus dem brandneuen Album Love At Last Sight. Aber es gab auch Stücke, die das Duo zum ersten mal spielte. Den Titel des Albums erklärte Robert Lucaciu dem Publikum, als einen Ausdruck von Hoffnung in dunklen gesellschaftspolitischen Zeiten. Hoffnung und auch Sehnsucht zugleich, eben auch ein Stück Utopie, der man sich durch gemeinsames Handeln, Austausch und miteinander Verbunden sein, annähern könne. Dies war auch eine sehr treffende Beschreibung der musikalischen Interaktion von Evi und Robert.
EVI UND ROBERT WARFEN SICH GEGENSEITIG DIE BÄLLE ZU
In ihrem Zusammenspiel waren sie oft eng miteinander verbunden, spielten sich gegenseitig die Bälle zu oder entwarfen gemeinsame Harmonien. Mit kleinen Gesten oder Mimik verständigten sie sich und blieben so immer auf einander bezogen. Es gab auch Phasen, in denen Evi mit dem Vibraphon die Melodielinien und Robert mit dem Bass die rhythmische Begleitung spielte oder auch umgekehrt, das Vibraphon bildete das rhythmische Gerüst, über das dann der Bass improvisierte. Und sowohl Robert als auch Evi hatten auch ihre unbegleiteten Soli, in denen sie brillierten konnten und ihre Virtuosität zeigten. Bei einzelnen Stück hat Evi Filippou auch gesungen. Dies machte, ebenso wie der ständige Dynamikwechsel, das Konzert abwechslungsreich und spannend. Das griechische Temperament von Evi zog dabei das Publikum mit.
NEUER BLICK AUF JAZZ, FOLK UND KLASSIK
In den zwei Sets des Abends entfalteten Evi Filippou und Robert Lucaciu eine emotionale Bandbreite von träumerisch-melancholisch bis zu wild aufgewühlt. Die Musik des Duos war das Ergebnis der gemeinsamen Spielens und Komponierens der letzten Jahre. Dabei blitzten immer wieder unterschiedliche Einflüsse aus Jazz, Folk, Klassik und neuer Musik in ihrem Spiel auf. Sowohl Evi als auch Robert haben ein breites Spektrum an unterschiedlichen musikalischen Erfahrungen, die sie in das Duo mit einbrachten. Das Publikum in der Düsseldorfer Jazzschmiede erlebte ein wunderbar facettenreiches Konzert auf höchstem musikalischem Niveau.
Evi Filippou ist Improviser in Residence des Moers Festivals 2026. Sie wird also das ganze Jahr noch Konzerte in der Region spielen, auf die wir uns freuen dürfen.









