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Ein erfüllter Herzenswunsch

European Jazz Night mit Jakob Manz

Köln, 19.04.2026
TEXT: Vera Marzinski | FOTO: Vera Marzinski

Jakob Manz ist virtuos, hat eine unverwechselbare musikalische Handschrift, ein besonderes Verständnis von Jazz als Mittel zum Erzählen – und er schaut immer weit über den Horizont. Das zeichnet ihn zusätzlich zu seinem grandiosen Spiel aus, dass er immer wieder Neues in der Jazzwelt auf die Beine stellt. So auch seine „European Jazz Night" kürzlich in der Kölner Philharmonie.

Ein Abend mit jungen Jazzmusikerinnen und -musikern aus verschiedenen Ländern – das hatte Jakob Manz sich gewünscht. Zur „Jakob Manz European Jazz Night" in der Kölner Philharmonie versammelte er einige der vielversprechendsten jungen Jazzer aus Europa und darüber hinaus. Mit dabei waren die junge Britin Emma Rawicz am Tenorsaxophon, der Perkussionist Stéphane Édouard und der Posaunist Robinson Khoury aus Frankreich, die Wahlmünchnerin und Pianistin Shuteen Erdenebaatar aus der Mongolei, der luxemburgische Schlagzeuger Mathieu Clement sowie der Münchner Bassist Nils Kugelmann, der auch Kontra-Altklarinette spielt. Komplettiert wurde der Abend von der brillanten franko-algerischen Cellistin Nesrine Belmokh und dem malischen Balafon-Künstler Aly Keïta. In dieser Besetzung konnte Jakob Manz den Jazz noch einmal in ganz anderen Klangfarben präsentieren.

Artist in Residence

Druckvoll startete das außergewöhnliche Konzert mit einem Saxophon-Battle zwischen Saxophon und Schlagzeug, bevor Jakob Manz verriet, wie dieses „European Jazz"-Projekt entstand. Die Idee dazu kam ihm im Zuge des Artist-in-Residence-Programms in der Alten Oper Frankfurt, bei dem er fünf Konzerte spielte. „Es gibt nicht viele Jazzmusiker, deren Spiel so uneitel, klar, songdienlich und seelenvoll ist wie das von Jakob Manz. Und es gibt noch weniger, die in ähnlich jungem Alter die Jazzwelt derart in Aufruhr versetzt haben, wie dieser Saxophonist es seit geraumer Zeit tut", hieß es in der Vorschau zu der Konzertreihe.

Besonderes Konzert in der Kölner Philharmonie

Mit reichhaltiger Dynamik und emotionaler Tiefe agierte Jakob Manz. Der besondere Reiz war zudem die Kombination von Jazz mit verschiedenster Weltmusik – hier vor allem mit Nesrine Belmokh, Aly Keïta und Robinson Khoury, Persönlichkeiten, die genau solche besonderen Einflüsse mitbringen. Ihre Musik erzeugt Bilder und ist grenzenlos. Ein Abend voll mit frischem, energetischem Jazz und interessanten Konstellationen auf der Bühne. Mit Nesrine habe er schon lange etwas zusammen machen wollen, betonte Manz in seiner Ansage. Die franko-algerische Sängerin, Cellistin und Songwriterin kam mit „Fear" auf die Bühne – aber nicht mit Angst, wie die freie Übersetzung nahelegen würde. Das Stück ist die musikalische Umsetzung eines Gedichts von Khalil Gibran. Ein weiteres Stück, „Ya Lil", bedeute Nacht und das passe „for a night in Cologne", so Nesrine. Dazu ein Posaunen-Solo von Khoury, wohlwollend verfolgt von Nesrine, die dann mit einem Solopart auf ihrem Elektrocello übernahm.

An diesem Abend ging alles fließend ineinander über. Mal waren alle Künstlerinnen und Künstler auf der Bühne, dann wieder in kleineren Besetzungen, etwa als Quartett mit Shuteen Erdenebaatar. In ihrem Quartett spiele Jakob Manz immer sehr gerne mit, betonte er, denn sie sei eine der wenigen Künstlerinnen, von der er Musik auch so höre – „bei ihren Stücken sehe ich wirklich was vor Augen", und das passiere nicht oft. Das Publikum konnte das bei „Mirror under the water" sofort selbst nachempfinden. Bei Erdenebaatar ist in den Stücken jedes Detail sorgfältig gestaltet, und dennoch bleibt die Musik spontan, atmend und voller Empathie.

Im Trio mit Nils Kugelmann und dessen Kontra-Altklarinette folgte „Take a look at me now" – einer seiner Lieblingssongs, den er schon immer einmal in der Kölner Philharmonie habe spielen wollen, so Manz. Zudem hatte er ein Stück für Shuteen und Nesrine geschrieben, das sie gemeinsam spielten. Gleich drei herausragende Musikerinnen waren hier auf der Bühne – Emma Rawicz hat gerade den Jazz FM Award als „UK Jazz Artist of the Year" erhalten. Einem besonderen Festival, bei dem Manz mitwirkte, widmete er „Le rêve du papillon". Der Schmetterling ist das Symbol des PapJazz Festivals auf Haiti. Die Lebensumstände und die Musik des Landes sowie die dortige Begegnung mit dem Pianisten Meddy Gerville aus La Réunion bewegten ihn zutiefst. Dort spielte er vor fünf Jahren mitten in der Corona-Zeit zehn Tage.

Das – vorläufig – letzte Stück des Abends startete mit einem großen Percussion-, Balafon- und Schlagzeug-Teil. Derweil kämpfte Nesrine in der Philharmonie mit dem Geist, der wohl in ihr Cello gefahren war. Es knackte ab und zu, was sie mit einem Lächeln quittierte und relativ gelassen kommentierte. Ohne Zugabe ließ das Publikum die neun Musikerinnen und Musiker nicht gehen. Dabei kam jedes Instrument noch einmal zum Zug, das Ganze gemanagt von Jakob Manz. Im Anschluss waren alle im Foyer für Autogramme und Gespräche.

Keine Berührungsängste und immer neue Inspiration 

Und auch außerhalb der Jazzwelt schaut sich Jakob Manz um und zeigt keinerlei Berührungsängste mit anderen Genres, etwa wenn es um die kongeniale Begleitung von Popstars wie Sarah Connor geht. Mit ihr ist er auf der „Wilde Nächte"-Tour und postete auf seinen Facebook- und Instagram-Seiten eine besondere Überraschung für die Pop- und Soulsängerin. Mit einer anderen Musikerin, mit der er bei ACT „Cameo" veröffentlicht hat, bewegt er sich zwischen Jazz, Klassik und Pop. Johanna Summer und Jakob Manz sind tief im Jazz-Idiom verwurzelt, erweitern es aber um ihre individuellen Prägungen. Für Johanna Summer ist das besonders die klassische Musik. Mit ihren freien Improvisationen über Bach bis György Ligeti tritt sie regelmäßig in großen klassischen Häusern auf – solo und mehrfach im Duo mit Igor Levit. Jakob Manz wiederum vereint auf mitreißende Weise die melodische und rhythmische Kraft des Pop mit der Sensibilität des Jazz.

Jakob Manz macht in allem, was er tut, eine bella figura: mal traditionsverbunden im Hard-Bop-Stil eines Cannonball Adderley mit weichem, elegantem Ton, mal extrem rhythmisiert und enorm funky, wie es einst Paul Nero (aka Klaus Doldinger) in den seligen sechziger Jahren beispielhaft auf dem Tenorsaxophon ausdrückte", hieß es im Programmheft der Philharmonie. Und ja, er ist ein wirkliches Ausnahmetalent. Mit 15 Jahren wurde er als Jungstudent an der Musikhochschule Stuttgart angenommen, schon als Teenager erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Vier Jahre lang hat er an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln bei Roger Hanschel studiert. Mit 19 legte er sein Debütalbum „Natural Energy" beim Jazzlabel ACT vor. Er sucht immer neue Inspirationen, die ihn herausfordern und weiterbringen. Und so erfüllte er sich mit dem umfangreichen Line-up der acht beteiligten Musikerinnen und Musiker – allesamt aus derselben Generation – zur „European Jazz Night" in der Kölner Philharmonie einen Herzenswunsch.

Tourdaten Jakob Manz: https://jakobmanz.de/concerts/

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