COLOGNE JAZZWEEK
FELIX HAUPTMANN – YARDS & EMPATHY
TEXT: Uwe Bräutigam | FOTO: Uwe Bräutigam
Der Pianist Felix Hauptmann erhielt einen Kompositionsauftrag von der Cologne Jazzweek in Kooperation mit der NICA Talentförderung des Stadtgartens. Unter dem Titel „Yards & Empathy“ stellte er seine Komposition am letzten Tag der Cologne Jazzweek im Stadtgarten vor.
EINE HERAUSRAGENDE BAND
Dazu hatte Felix Hauptmann sich eine Band mit herausragenden Musiker*innen zusammengestellt. Ketija Ringa Karahona an der Querflöte stammt aus Lettland und lebt in Amsterdam. Sie hat in Lettland klassische Flöte studiert und ist nach dem Studium nach Amsterdam gewechselt, um Jazzflöte zu studieren. Sie leitet eigene Bands und verbindet in ihrer Musik klassische Ansätze mit Jazz. Lina Allemano an der Trompete kommt aus Kanada und teilt ihre Zeit zwischen Berlin und Montreal ein. Sie ist Gewinnerin des Deutschen Jazzpreises 2026 in der Kategorie Blechblasinstrumente. Sie hat bereits viele Alben veröffentlicht und ist als Sessionmusikerin auf zahlreichen Produktionen in Film und Fernsehen zu hören. Roger Kintopf am Kontrabass hat bereits verschiedene Jazzpreise gewonnen und ist in diesem Jahr der Gewinner des Kölner Jazzpreises. Francisco Mela aus Kuba hat als Schlagzeuger mit vielen großen Musikern des Jazz zusammengearbeitet. Er war in der Band von Joe Lovano und hat mit McCoy Tyner zusammengespielt.
SEHR GELUNGENE AUFTRAGSKOMPOSITION VON FELIX HAUPTMANN
Die Musikerinnen haben während der Woche, in der die Jazzweek lief, miteinander geprobt und das Ergebnis ihrer gemeinsamen Arbeit beim Konzert der Cologne Jazzweek vorgestellt. Felix Hauptmann ist es gelungen, mit seiner Komposition abwechslungsreiche und interessante Musik zu präsentieren. Er entwickelte ein spannendes Ensemblespiel und gab den einzelnen Musikerinnen genug Raum für solistisches Spiel und Improvisation. Auch er selbst wirkte als Pianist sowohl als feinfühliger Begleiter als auch als wegweisender Solist mit. Mit der Besetzung mit Flöte und Trompete als Leadinstrumente hat er eine bewusste Entscheidung für eine besondere Klangfarbe getroffen. Ketija Ringa Karahona an der Flöte und Lina Allemano an der Trompete harmonierten wunderbar miteinander. Ob sie unisono spielten, feine, zarte Duos gestalteten oder verspielte und kraftvolle Soli präsentierten – es war immer hervorragend phrasiert und voll Spielfreude.
Die Rhythmusgruppe mit Kintopf und Mela begleitete Flöte und Trompete, umspielte sie und gab ihnen Stütze. Es gab viele bemerkenswert schöne Momente im Konzert, zum Beispiel wenn sich aus einem Flöten-Trompeten-Unisono die Trompete zu einem Solo erhob, mit viel Vibrato und dabei von Bass und Schlagzeug unterstützt wurde. Nach dem Trompetensolo setzte dann ein lyrisch-verspieltes Flötensolo ein. Ab und an setzte Francisco Mela auch eine Piccoloflöte ein und erweiterte damit die Klanglandschaft.
Die verschiedenen Teile der Komposition hatten deutlich unterschiedlichen Charakter. So war der letzte Teil stark im Postbop-Stil gehalten und enthielt schnelle Trompetenläufe. Auch Felix Hauptmann zeigte hier seine ganze Virtuosität als Pianist mit rasanten, aber präzisen Klavierläufen. Das letzte Stück brachte schließlich Anklänge an den New-Orleans-Jazz ins Spiel. Mit der Komposition „Yards & Empathy“ stellte Felix Hauptmann seine Fähigkeiten als Komponist unter Beweis und gestaltete gemeinsam mit den ausgewählten Musiker*innen ein spannendes Konzert im Kölner Stadtgarten.









