Chris Hopkins' Hoptimists
„Swinging into the New Year – with Good Vibes!“
TEXT: Heinz Schlinkert | FOTO: Reiner Skubowius
Mit einem furiosen Doppelkonzert zum Jahresauftakt gastierten
Chris Hopkins
und seine ‚Hoptimists’ unter dem Motto „Swinging into the New Year – with Good Vibes!“ im Bochumer Kulturrat. Der Vibraphonist Matthias Strucken und der Bassist John Goldsby waren dabei.
Das 2. Konzert um 17 Uhr ist ausgebucht. Reiner Skubowius vom Kulturrat begrüßt die Anwesenden zur neuen Jazz-Saison, die nun schon zum sechsten Mal mit
Chris Hopkins
eröffnet wird. Diesmal hat Chris die ‚Hoptimistis‘ mitgebracht. Diese Wortschöpfung bezieht sich auf Chris’ Hausnamen, aber auch auf jede Menge Optimismus, die die Musik dieser Band hoffentlich ausstrahlt.
Mit ‚What Am I Here For‘ beginnt das Konzert; die Blicke richten sich erst einmal auf das Vibraphon vom Matthias Strucken, das – von unten rot angestrahlt- zu glühen scheint. Zu George Shearings ‚Moonlight in Vermont‘ erklärt Chris den Einsatz von Blockakkorden, die Band spielt erst unisono, Matthias liefert auf seinem Glockenspiel ein Solo..
Der Vibraphonist zieht sich nun zurück und das verbleibende Trio spielt im für Nat King Cole typischen Line Up das berühmte ‚Bésame Mucho‘. Besonders ist hier Rolf Marx gefragt, der schon sehr oft mit Chris aufgetreten ist. Geradezu unbeweglich steht er da, wie früher Eric Clapton, und spielt ganz cool ein hochprofessionelles, sehr rhythmisches Solo.
Wie so oft ist
Chris Hopkins
nach der Pause mit seinem Alt Saxofon zu hören, sehr melodiös z. B. bei ‚Stardust‘. Auch zu Beginn seiner Karriere hatte er im Quartett 'Echoes of Swing' Saxofon gespielt, erst später wechselte er zum Piano.
Matthias Strucken
Matthias kommt aus Köln und leitet mehrere eigene Bands wie das ‚Matthias Strucken Swingtett‘ und das ‚Milt Jackson Project‘. Auch mit Joscho Stephan hat er zusammengearbeitet. Er ist ist vielfältig aufgestellt und besitzt viel Showtalent. Er spielt nicht nur Vibraphon und Glockenspiel, er singt auch und untermalt Texte mit Gesten. Mit ausgebreiteten Armen spricht er bei ‚I can’t give you anything but love‘ das Publikum an, als wolle er es umarmen und verleitet es zum Mitklatschen und Singen bei ‚Sunny Side of the Street‘.
Heute hält er einen kleinen Vortrag über sein Instrument, er erklärt die Bauform und demonstriert die Erzeugung von Tönen und Sound, auch mit dem Mund. Drei Kompositionen hat er mitgebracht: ‚The visit’, ‚Plunk’ und die Samba ‚Un día bonito‘. Die klaren, quicklebendigen Melodiefolgen werden vielfach variiert und von den anderen Musikern aufgenommen. Klavier und Vibraphon könnten als Groove-Instrumente konkurrieren, doch hier ergänzen sie sich gegenseitig, auch wenn
Chris Hopkins
diesmal mehr in den Hintergrund tritt.
John Goldsby
Der Kontrabassist John Goldsby ist inzwischen eine Legende. 30 Jahre lang war er eine wichtige Säule der WDR Big Band. Im letzten Jahr spielte er mit ihr sein Abschiedskonzert und hat als Rentner nun Zeit, sich auch in anderen Bands zu engagieren. Chris Hopkins ist in seinen Bands oft ohne Bass ausgekommen, aber ohne John Goldsby würde dieses Konzert nicht diese hohe Qualität erreichen. John hat ‚Laverne Walk‘, ein Stück des berühmten Bassisten Oscar Pettiford, ausgesucht, das er als Duo mit dem Gitarristen Rolf Marx spielt. Nach einem längeren Bass-Intro spielen beide unisono, dann nacheinander Soli und sie bringen das Stück mit einer call response Sequenz zum Abschluss, belohnt von einem Riesenapplaus.
Bochumer Kulturrat
Der Bochumer Kulturrat in Gerthe ist bekannt für seine gute Akustik, für sein applausfreudiges Publikum, besonders aber für seine Atmosphäre, die sich durch die besondere Nähe von Musikern und Publikum ergibt. Also steht auch heute wieder das Klavier schräg am Rand der Bühne und ermöglicht den Blickkontakt zwischen Pianist das Publikum. Und zwischen der ersten Sitzreihe bis zum Gitarristen ist es nur gut ein Meter. Da überträgt sich die Musik leicht auf die Zuhörer, die auch im Sitzen die Musik mit Hand- oder Fußbewegungen begleiten. Applaus gibt es nach jedem Solo; wenn nicht, dann nur weil man den Übergang zum nächsten Solo nicht stören möchte. Hier stimmt alles, viele freudige Gesichter, auch bei den Musikern. Man könnte meinen, es würde Mitte Januar schon der Frühling eingeläutet. Danke für dieses schöne Konzert der HOptimists, denn Optimismus haben wir in diesen Zeiten bitter nötig.
Ein Wiedersehen mit Chris Hopkins ist für den 17.01.2027 schon fest eingeplant.
Die nächsten Jazzkonzerte im Kulturrat sind:
About Aphrodite (6.2.), Three Wise Men (13.03.), Erdquintett (28.03.), Duo Jazando (17.04.), NuBerg-Trio (23.05.) und die Straight Ahead Bigband Herne (13.06.)
Karten können unter tickets@bochumerkulturrat.de reserviert werden.















