Melodieverliebte Musikmischung |

„Jacob Karlzon 3“ in der Essener Philharmonie

Text & Fotos: Christoph Giese

Essen, 30.01.2014 | Hört man sich ältere Aufnahmen von Jacob Karlzon an, so hört man einen exzellenten Jazzpianisten. Schöne Melodien hat er in seinem Spiel schon damals geliebt. Aber irgendwann muss der 43-Jährige aus Jönköping gemerkt haben, dass seine Musik noch viel erfolgreicher sein kann, wenn er sie noch eingängiger gestaltet.

Das macht er seit einigen Jahren nun mit wachsendem Erfolg. 2010 wurde er gar zum Jazzmusiker des Jahres in seiner schwedischen Heimat gewählt. Und auch bei seinem Gastspiel mit seinem Trio im vollbesetzten RWE Pavillon der Philharmonie begeistert er die Zuhörer.

Ein Stück wie seine Eröffnungsnummer „Running“ vom aktuellen Album „More“ zeigt die ganze Kunst des Jacob Karlzon. Sanft treibende Grooves von Bassist Hans Andersson, der ebenfalls sanft pushende Beat von Schlagzeger Robert Mehmez Ikiz und die flinken, melodieverliebten Läufe des Bandleaders auf der Klaviertastatur, untermalt von eingespielten Streicher- und anderen Synthesizersounds, ergeben eine leichtfüßige und angenehme Mischung mit starkem Ohrwurmcharakter.

Überaus melodiösen Jazz geschickt mit Popappeal zu paaren, akustisches Triospiel mit elektronischen Samples fein anreichern – diese Erfolgsformel durchzieht fast den gesamten Abend.
Zwischendurch wird es kurzzeitig aus der Konserve mal ein wenig hardrockig. Aber wenn „Jacob Karlzon 3“ dann Nik Kershaws Achtzigerjahre-Hit „The Riddle“ anstimmen und in ihre Klangwelt überführen, dann weht fast schon ein wenig zu viel Schönklang durch den Saal.

CD-Tipp: Jacob Karlzon 3 „More“ (ACT/edel Kultur)