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PADISTA

Interview mit Milli Häuser und Uwe Kellerhoff

Bochum, 05.02.2026
TEXT: Heinz Schlinkert | FOTO: Heinz Schlinkert

PADISTA (ehem. PADI Orchestra) ist eine ganz besondere Band, die sich inzwischen mit vielen Konzerten im Ruhrgebiet und darüber hinaus einen Namen gemacht hat. NRWJAZZ hat mehrfach berichtet.  Die Musik der Band spricht einen weit größeren Personenkreis an als das klassische Jazz-Publikum. Die vielfältigen Perkussion-Instrumente machen neugierig und signalisieren in Verbindung mit Instrumenten wie Sousaphon, Steeldrum und Saxofon auch optisch Vielfalt.
Die quicklebendige Atmosphäre eines Konzerts überträgt sich schnell auf die Zuhörer. Das Publikum selbst ist aufgefordert mitzumachen, mit den Füßen mitzuwippen, mitzuklatschen, mitzusingen oder gar zu tanzen. Die Kompositionen stammen aus der Feder von Ensemblegründer und Drummer Uwe Kellerhoff und der Sängerin Milli Häuser. Gemeinsam gestaltet die Band dann ihre Stücke im Kollegtiv. Uwe Kellerhoff, Schlagzeug, Percussion, Arrangement und Ltg., komponiert mit Focus auf außergewöhnlicher, rhythmischer Struktur und starken Melodien. Oft mit westafrikanischem und afrokubanischem Timbre. Milli schreibt für die Band Stücke mit eingängigen Melodien, mit oft karibischem Flair und singt diese auch gern mit sozialkritischen Themen, á la Bob Marley. Im Dezember fand wieder das alljährliche Winter-Konzert im Restaurant des LWL Museums Henrichshütte in Hattingen statt. Viele Besucher waren gekommen, ähnlich wie bei den inzwischen legendären Konzerten der Tatort Jazz Reihe. Dass das Konzert diesmal nicht gratis war, spielte wohl keine Rolle. Die 16 Euro Eintritt waren ihr Geld wert, bei anderen Veranstaltern hätte man dafür mindestens 10 Euro mehr bezahlen müssen. Aber die Band denkt auch sozialpolitisch, auch Besucher*innen mit wenig Geld, sollen die Möglichkeit haben zum Konzert zu kommen. Heinz Schlinkert sprach mit Milli Häuser und Uwe Kellerhoff. 

Wie habt ihr das Konzert in Hattingen erlebt? 

Uwe: Die Band hat sich sehr gefühlt, so wie im letzten Jahr. Auch die Zusammenarbeit mit unserem Gastsolisten, dem Gitarristen Johannes Maas machte große Freude. Sowie die besondere Location macht Spaß, als auch deren Mitarbeiter*innen waren freudig dabei. Das zahlreiche Publikum war guter Dinge mit uns und war in sehr guter Stimmung. Im nächsten Jahr kommen wir wieder.

Wie ist es zu dem Text von ‚Far from Love‘ gekommen?

Milli: Unsere Band liest und hört natürlich Nachrichten und diskutiert auch gern über Politik mit anderen. Wir finden, auch Musiker*innen sollten Haltung zeigen! Gerade im Moment. Der Fokus bei dem Song 'Far from Love' ist die bedauerlichen Weltsituation. Was die meisten spüren, auch wenn man hier (noch) nicht so nah dran ist, gibt es Angst, Wut, Trauer und eine gewisse Ohnmacht, die sich ausbreitet. Darum kam es zu diesem Song, den ich dann in Frankreich schrieb. Er ist eine “Ansage” an die Kriegstreiber dieser Welt ist. Quasi ein moderner “Protestsong”. In dem Song geht es - natürlich poetisch und stellenweise durch die Blume gesprochen - inhaltlich um solche Menschen wie Putin, um Trump, um Netanjahu, etc. pp. und auch um Lobbyismus, wo sich unser Land auch nicht ausschließen kann. Es ist einfach unsäglich schlimm, wie diverse Kriegstreiber die Welt, die Menschen, sowie alles Leben, zerstören.


Was hat sich im Verlauf der Zeit in eurer Band verändert?

Uwe: Wir sind enger zusammengerückt, musikalisch als auch menschlich. Das ist ein sehr schönes Gefühl und macht Lust auf mehr. Wir haben uns umbenannt. Padi Orchestra heißt ab 2026 „PADISTA“ (global music)

Ihr spielt unter dem Motto ‚Musik die glücklich macht’. Wie sind eure Konzerte bisher angekommen? Welches Publikum kommt zu euren Konzerten?

Milli und Uwe: ‚Musik die glücklich macht‘ ist ein Satz, den wir von unserem Publikum geklaut haben. Wir dachten, wenn wir das immer wieder hören, dann muss da ja was dran sein. Und wir erleben die Leute auch so, wenn wir spielen. In 2026 haben wir als Tour-Motto: ‚Moments Of Happiness‘. Unser Publikum ist gemischt. Je nachdem, wo wir spielen, jung, älter, multinational, eben divers – so wie wir.

Bekommt ihr Unterstützung von anderen Institutionen?

Milli und Uwe: Manchmal bekommen wir eine Förderung, manchmal nicht. Natürlich ist Projektförderung für uns sehr wichtig. Denn auch viele Spielorte leiden unter Kürzungen im Kulturbereich und können keine vollen Gagen mehr zahlen. Insbesondere, da wir ja jetzt ALLE ab 2026 Mindestgagen bekommen sollen. Also mindestens 250€ pro Musiker*in. Denn welcher Veranstalter im durchschnittlichen Rahmen, kann das wirklich bezahlen, wenn es kein Stadttheater oder kein großes Konzerthaus ist? Aber trotzdem weitermachen! Das ist unser Fokus.


Habt ihr weitere Pläne?

Milli:  Wir haben im Dezember 2025 zunächst Live-Aufnahmen von einem Konzert im domicil Dortmund veröffentlicht, das auch der WDR mitgeschnitten hat. Unser Bandleader Uwe Kellerhoff hat die Aufnahmen tontechnisch umgesetzt. Diese sind auf einer schicken “Stick-Checkkarte” bei uns erhältlich. Im Moment sind wir dabei, ein Album in Ruhe zu produzieren. Auch hier ist Uwe federführend bei den Aufnahmen, als Arrangeur und Produzent. Zusätzlich arbeiten wir auch weiter an Zusammenarbeit mit Gastsolist*innen. Zum Beispiel haben wir im Sommer Premiere mit dem 'Projekt Madrid', wo einige Musiker*innen von PADISTA mit dem Kubanischen Musiker Reynier Marino, spanish guitar, ein neues Projekt auf die Beine stellen.

“Stick-Checkkarte”

Vom Konzert im Dortmunder domicil ist ein Live-Mitschnitt auf USB-Stick erhältlich, der die Musik und weitergehende Informationen erhält.
Man kann ihn für 15 Euro bestellen bei milli-haeuser@gmx.de 

Uwe Kellerhoff, Ltg. dr, comp & more 
Birgit Froese, surdos, timbales & perc.
Caetano Ruin
, congas, key & perc.
Martin Buschmann  - Steelpan & Saxophon
Milli Häuser - vocals, Kastagnetten, Shaker, comp
Matthias Dymke- Piano
Clive Fenton - Sousaphone & Flügelhorn

‚Far from Love‘

Hier ein Textausschnitt von Milli´s neuem Song, in dem es heißt:
„Why do you steal the lands
that do not belong to you?
Invade them and kill the people,
who try to live there in peace?
Where does your audacity come from,
to kill others - in oder - to own everything? Don´t please!
It´s not your right, it´s wrong,
it´s injustice - we accuse - what you do.
You'd better stay quiet
in the tower of power,
you're not God, who do you think you are?
You´re so far (from love)“

Tourdaten 2026

Sa. 21.03. 2026 “ClubParty”
Oberhausen (geladene Gäste)

Sa. 22.08. 2026 "Auf der Heide" Kulturzentrum 
Schwerte | 20h | Einl. 19:30h 

Do. 03.09. 2026 – Gdanska “Jazzkarussell”
Oberhausen | 20h | Einl. 19:30h

Sa. 05.09. 2026 - Bochumer Kulturrat
Bochum | 20h | Einl. 19:30h

Sa. 26.09. 2026 – bei der “Szeniale Ruhr”
Gelsenkirchen / genauer Spielort/Uhrzeit folgt

20.11. 2026 - "Schöne Töne" im KaDeWi 
Wickede | 20h | Einl. 19:30h

19.12. 2026 - Henrichshütte / "Henrichs"
Hattingen | Beginn 20h | Einl. 18h 

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