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Zwischen Tradition und Aufbruch

Klavierfestival Ruhr beendete seine 38. Festivalausgabe

Essen, 26.07.2026
FOTO: Georg Lukas

Mit seinen Reihen „Jazz Piano“ und „Klavier & Elektronik“ setzte das Klavier-Festival Ruhr 2026 erneut deutliche Akzente auch jenseits des klassischen Klavierrepertoires. Lateinamerikanische Einflüsse, zeitgenössische Musik, Pop, Jazz, Elektronik und Global Sounds traten hier miteinander in Dialog. Dafür standen Künstlerinnen und Künstler wie Diana Krall, Michael Wollny, Jason Moran, Shuteen Erdenebaatar, Amaro Freitas, Francesco Tristano, Tangerine Dream und Brandt Brauer Frick. Mit Helge Schneider, Chilly Gonzales und Louis Philippson waren zudem Musiker zu erleben, die den klassischen Konzertabend mit Humor, Spontaneität und persönlicher Ansprache neu interpretierten.

Mit lang anhaltendem Applaus endete am 21. Juli die 38. Ausgabe des Klavier-Festival Ruhr. Im ausverkauften Anneliese Brost Musikforum Ruhr in Bochum gestaltete Grigory Sokolov das Abschlusskonzert mit Werken von Beethoven und Schubert. Sokolov war der 74. Pianist, der in diesem Jahr beim weltweit größten Festival für Klaviermusik auftrat. Zuvor waren unter anderem Krystian Zimerman, Arcadi Volodos, Ivo Pogorelich, Hélène Grimaud und Igor Levit zu erleben. Mit Alexandre Kantorow, Seong-Jin Cho, Kit Armstrong und Mao Fujita prägten zudem international gefeierte Spitzenpianisten der jüngeren Generation das Festivalprogramm.

Den Blick auf die nächste Generation richtete das Festival mit der Reihe Youngsters, die internationale Nachwuchstalente präsentierte, darunter Eric Lu, aktueller Gewinner des Internationalen Chopin-Wettbewerbs. Mit seinen Education-Projekten eröffnete das Festival Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, Musik aktiv zu erleben und selbst Teil des Festivals zu werden. Sonderevents wie die „Hommage à Kurtág“, der „Beethoven Experience Day“, „Mit Otto Dix im Museum“, ein Gesprächskonzert sowie Führungen ergänzten das Konzertprogramm um Meisterkurse, Künstlerporträts, Vorträge, Filmbeiträge, Museumsbesuche und Einblicke in die Industriekultur.

Mit der neuen Residenz im Salzlager auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein schuf das Klavier-Festival Ruhr 2026 in Essen erstmals einen festen Festivalort. Im Industriedenkmal entstanden Konzerte, Werkstattgespräche und Begegnungen zwischen Künstlerinnen und Künstlern, Publikum und Festivalteam. Den Abschluss der Residenz gestaltete kurzfristig Víkingur Ólafsson, der für den erkrankten Sir András Schiff einsprang – ein Moment, der für das Vertrauen steht, das viele Künstlerinnen und Künstler dem Festival entgegenbringen.

Rund 38000 Besucherinnen und Besucher auf 73 Konzerten in 17 Städten 

Für Intendantin Katrin Zagrosek liegt darin das Wesen des Festivals: „Musik schafft Räume, in denen Menschen einander begegnen können – aufmerksam, offen und ohne viele Worte. Wenn Künstlerinnen und Künstler, Publikum, Förderinnen und Förderer sowie das Festivalteam diese Momente miteinander teilen, entsteht Jahr für Jahr ein Ort der Gemeinschaft.“ Möglich wird das Festival durch das Engagement des Initiativkreis Ruhr als Generalsponsor sowie der Hauptsponsoren duisport, NRW.BANK und Regionalverband Ruhr. Hinzu kommen zahlreiche weitere Sponsorinnen und Sponsoren, Donatorinnen und Donatoren, Stiftungen sowie private Förderinnen und Förderer.

Im November stehen zwei weitere Konzerte in der Historischen Stadthalle Wuppertal auf dem Programm: Am 20. November gastiert Lang Lang, am 29. November gestaltet Julius Asal das Adventskonzert. Für das Jahr 2026 rechnet das Klavier-Festival Ruhr mit insgesamt 73 Konzerten in 17 Städten – von Düsseldorf über Dortmund und Gelsenkirchen bis Wuppertal – sowie rund 38.000 Besucherinnen und Besuchern.

Die 39. Ausgabe des Festivals findet vom 17. April bis zum 21. Juli 2027 statt. Der Frühbucher-Vorverkauf für ausgewählte Konzerte beginnt am 1. Oktober 2026. Das vollständige Programm wird am 15. Januar 2027 veröffentlicht.



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