Bild für Beitrag: Zwischen Satie und Fahrradklingeln | In Münster ist wieder Klangzeit

Zwischen Satie und Fahrradklingeln

In Münster ist wieder Klangzeit

Münster, 03.10.2026
FOTO: Bildquelle; website Nadar Esemble

KLANGZEIT #13 baut Brücken zwischen Neuer Musik und Stadt

Vom 8. bis 11. Oktober wird Münster zum Schauplatz der 13. KLANGZEIT. Unter dem Motto „Bridges“ fragt das Festival der Gesellschaft für Neue Musik Münster, wie zeitgenössische Musik Verbindungen schaffen kann. Das Programm antwortet darauf nicht nur mit Konzerten, sondern mit Musiktheater, elektronischer Musik, Improvisation, Klanginstallationen und Aktionen im öffentlichen Raum.

Den Auftakt macht am 8. Oktober im Theater im Pumpenhaus das belgische NADAR ensemble mit „Don’t leave the Room“, einer interdisziplinären Performance mit Musik von A. Khubeew, Galina Ustvolskaya, G. Shariatzadeh und A. Kiarostami. Am folgenden Abend treffen bei „SOLO“ die Sängerin Irene Kurka, der Pianist Jan Gerdes und die Blockflötistin Tabea Debus aufeinander. Ihre drei Soloprogramme führen durch Neue Musik von verschiedenen Kontinenten; außerdem steht eine Uraufführung der luxemburgischen Komponistin Catherine Kontz auf dem Programm.

Später am Freitagabend verschiebt sich der Schwerpunkt in Richtung Club und Performance. Beim ersten Nachtkonzert treffen elektronische Musik von Aida Shirazi und dem MNEME Kollektiv auf zeitgenössischen Tanz. Am Samstagabend verbindet das Konzert „ENSEMBLE“ das Ensemble Consord mit The Dorf. Auf dem Programm stehen Uraufführungen von George Lewis, Aida Shirazi und Ulrich Schultheiss. Das zweite Nachtkonzert führt anschließend über die deutsch-polnische Grenze: Dörner/Hirt/Ilnicka/Rzepka entwickeln eine improvisierte musikalische Begegnung zwischen beiden Ländern.

Auch außerhalb der Konzertsäle setzt KLANGZEIT auf Begegnungen. In der Dominikanerkirche erklingt vom 10. bis 11. Oktober Erik Saties „Vexations“ in einer Langzeitaufführung mit Pianistinnen und Pianisten aus dem Münsterland und Umgebung. Die Komposition trifft dabei auf Gerhard Richters „Zwei graue Doppelspiegel für ein Pendel“. In der Halle B am Hawerkamp ist während des gesamten Festivals die interaktive Klanginstallation „Murmuration“ von Albrecht Fersch zu erleben.

Am Sonntag wird die Stadt selbst zur Bühne. Bei „Eine Brise“ von Mauricio Kagel sind 111 Fahrradfahrende aus dem Münsterland unterwegs. Die Klangaktion führt von der Promenade über den Picassoplatz bis zum Domplatz und kann nicht nur gehört, sondern auch mitgestaltet werden. Treffpunkt für die Abfahrt ist um 13.30 Uhr am Theater im Pumpenhaus.

Für ein jüngeres Publikum gibt es am Sonntag in der Musikhochschule das Kinderkonzert „Mein kleiner Wald“ des Ensemble Gegenwind, das sich an Menschen ab drei Jahren richtet. Den Abschluss des Festivals bildet die Matinee „ausKLANG“ mit einem Konzert eines Schlagzeugensembles der Musikhochschule Münster und einem anschließenden Publikumsgespräch.

KLANGZEIT #13 verteilt Neue Musik damit über unterschiedliche Räume und Formate. Konzertsaal und Stadtraum, Publikum und Künstler, komponierte Musik und Improvisation, elektronische Klänge und Bewegung sollen dabei nicht als Gegensätze erscheinen, sondern als unterschiedliche Möglichkeiten, miteinander in Verbindung zu treten.

KLANGZEIT #13 – Festival für Zeitgenössische Musik, 8.–11. Oktober 2026 an verschiedenen Orten in Münster. Tickets für die Veranstaltungen im Theater im Pumpenhaus sind seit dem 8. September erhältlich. Weitere Veranstaltungen sind bei freiem Eintritt zugänglich.

KLANGZEIT #13 – Festivaltimetable

Donnerstag, 8. Oktober

20:00 Uhr · Theater im Pumpenhaus
Don’t leave the Room
NADAR ensemble (Belgien) · deutsche Erstaufführung
Interdisziplinäre Performance mit Musik und der gehörlosen Performerin Elena Evstratova

Freitag, 9. Oktober

19:00 Uhr · Theater im Pumpenhaus
SOLO
Irene Kurka (Stimme), Jan Gerdes (Klavier), Tabea Debus (Blockflöten)
Neue Musik aus verschiedenen Kontinenten und eine Uraufführung von Catherine Kontz

22:00 Uhr · Theater im Pumpenhaus
Nachtkonzert I
Aida Shirazi & MNEME Kollektiv
Elektronische Musik und zeitgenössischer Tanz

Samstag, 10. Oktober

ab 11:00 Uhr bis Sonntag, 11. Oktober, 17:00 Uhr · Dominikanerkirche
Vexations
Pianistinnen und Pianisten aus dem Münsterland und Umgebung
30-stündige Aufführung von Erik Saties „Vexations“ im Dialog mit Gerhard Richters „Zwei graue Doppelspiegel für ein Pendel“

19:00 Uhr · Theater im Pumpenhaus
ENSEMBLE
consord & The Dorf
Uraufführungen von George Lewis, Ulrich Schultheiß und Aida Shirazi

22:00 Uhr · Theater im Pumpenhaus
Nachtkonzert II
Dörner/Hirt/Rzepka/Ilnicka
Deutsch-polnische Improvisation

Sonntag, 11. Oktober

11:30 Uhr · Theater im Pumpenhaus
ausKLANG
Matinee mit Konzert und Publikumsgespräch
Mit einem Schlagzeugensemble der Musikhochschule Münster sowie Annette Kleine, Clemens Rave, Andreas Marcus und Lukas Oppermann; Moderation: Hanna Fink

ab 14:00 Uhr · Promenade, Picassoplatz, Domplatz
Eine Brise
111 Fahrradfahrende aus dem Münsterland
Klangaktion nach Mauricio Kagel zum Zuhören und Mitmachen. Treffpunkt zur Abfahrt ist um 13:30 Uhr am Theater im Pumpenhaus.

15:00 Uhr · Musikhochschule Münster
Mein kleiner Wald
Ensemble Gegenwind
Kinderkonzert für Menschen ab drei Jahren mit Kompositionen von Yukun Zhang und Albrecht Fersch

Während des gesamten Festivals

8.–11. Oktober, jeweils 15:00–18:00 Uhr · Halle B am Hawerkamp
Murmuration
Albrecht Fersch
Interaktive Klanginstallation

Eintritt: Die Veranstaltungen im Pumpenhaus kosten je nach Veranstaltung 12 bis 25 Euro; „Eine Brise“, „Mein kleiner Wald“, „Vexations“ und „Murmuration“ sind bei freiem Eintritt zugänglich.

Suche