Bild für Beitrag: Zwischen Hafen und Hallenbildern | Mural Harbor Revisited im Visiodrom
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Zwischen Hafen und Hallenbildern

Mural Harbor Revisited im Visiodrom

Wuppertal, 29.06.2026
FOTO: Heinrich Brinkmöller-Becker

Im Visiodrom geht die Reihe multivisueller Großformate in die nächste Runde – unmittelbar nach der eindrucksvollen Performance des Chorwerk Ruhr, die den Raum erneut als Ort radikaler Verbindung von Klang, Raum und Bild etabliert hat. Nun folgt ein Abend, der diese Idee weiter zuspitzt: visuelle Kunst und Musik verschränken sich unter Beteiligung des Pianisten und Keyboarders Simon Belew zu einem immersiven Gesamtereignis, das den Gaskessel erneut in eine begehbare Wahrnehmungslandschaft verwandelt.

Am Freitag, den 3. Juli 2026, steht mit „MURAL HARBOR REVISITED – Urban Art in neuer Version“ die erweiterte Fassung des erfolgreichen Vorgängerprojekts „AMAZING URBAN ART“ auf dem Programm, das bereits im vergangenen Jahr vor ausverkauftem Haus ein starkes Echo ausgelöst hat. Im Zentrum steht erneut die Mural Harbor Gallery im österreichischen Linz, eines der weltweit größten und zugleich dichtesten Archive zeitgenössischer Urban Art im öffentlichen Raum. Auf einer Fläche von rund 135 Hektar entfaltet sich im Linzer Hafen ein visuelles Kraftfeld aus monumentalen Wandbildern – sogenannten Murals –, geschaffen von international renommierten Street-Art- und Graffiti-Künstlern. Flächen von über 500 Quadratmetern sind hier keine Ausnahme, sondern Teil einer künstlerischen Überbietungslogik, die den Hafen zu einem globalen Referenzraum der Urban-Art-Szene gemacht hat.

Die neue Produktion arbeitet mit einer hochaufgelösten Fotopräsentation, die im Raum des Visiodroms in einer raffinierten 360-Grad-Projektionstechnik entfaltet wird. Medienkünstler Heinrich Brinkmöller-Becker hat den Mural Harbor erneut aufgesucht und fotografisch verdichtet – mit dem Blick auf eine Landschaft, die sich nicht stabilisiert, sondern fortlaufend umschreibt. Ganze Gebäude, die noch in früheren Zuständen von großformatigen Murals geprägt waren, sind verschwunden, neue architektonische Strukturen sind entstanden, und mit ihnen neue Arbeiten internationaler Künstler. Besonders markant erscheint dabei ein monumentales Werk des Künstlers NYCHOS, das die visuelle Spannung des Ortes noch einmal deutlich verschärft. Die immersive Projektion macht diese Transformation nicht als Dokumentation erfahrbar, sondern als raumgreifende Bildbewegung: ein Rundgang ohne Boden, ein Eintauchen in eine urbane Topografie im ständigen Zustand des Übergangs.

Begleitet wird diese visuelle Raumkomposition von einem eigens entwickelten Live-Soundtrack des Kölner Pianisten und Keyboarders Simon Belew, der Klavier, Elektronik und improvisatorische Strukturen zu einem hybriden Klangsystem verbindet. Seine Musik funktioniert nicht als Illustration der Bilder, sondern als eigenständige zweite Ebene der Wahrnehmung im Raum. Ausgehend von akustischem Klavier entfaltet Belew vielschichtige Klanglandschaften, in denen minimale Figuren, rhythmische Impulse und elektronische Texturen ineinandergreifen, sich überlagern und wieder auflösen. So entsteht ein Soundtrack, der nicht kommentiert, sondern mitformt – ein atmendes, bewegliches Klanggewebe, das die visuelle Erfahrung verdichtet, öffnet und emotional neu codiert.

„MURAL HARBOR REVISITED“ wird damit im Visiodrom zu einem Gesamtereignis, in dem fotografische Urban-Art-Realität, 360-Grad-Projektion und Live-Musik nicht nebeneinanderstehen, sondern sich gegenseitig durchdringen – als eine einzige, kontinuierlich fließende Wahrnehmungsarchitektur.

Freitag, 03. Juli 2026, 20.00 Uhr
Visiodrom im Gaskessel Wuppertal – Mohrenstraße 3 – 42289 Wuppertal

Tickets: Ticketverkauf Visiodrom Mural Harbor Revisited

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