Zwischen Atem und Algorithmus
Das Festival Blaues Rauschen beginnt
FOTO: Bildquelle: Festival Blaues Rauschen (Presskit)
Vom 29. Mai bis 12. Juni 2026 verwandelt das Festival BLAUES RAUSCHEN erneut das Ruhrgebiet in ein weit verzweigtes Labor für digitale Klangkunst, elektronische Musik, audiovisuelle Performance und experimentelle Formen zwischen Installation, Improvisation und Live Coding. Unter der künstlerischen Leitung von Karl-Heinz Blomann bespielt das Festival Orte in Essen, Dortmund, Bochum, Duisburg, Herne, Gelsenkirchen, Kaarst und Mülheim an der Ruhr.
Seit seiner Gründung im Jahr 2017 versteht sich BLAUES RAUSCHEN als Plattform für künstlerische Positionen an den Schnittstellen von Mensch und Maschine, Realität und Fiktion, Klang und Stille. Die Ausgabe 2026 steht unter dem Motto „Resonanz im Offenen zwischen Atem und Algorithmus“ und rückt das Prozesshafte noch stärker in den Mittelpunkt. Klang erscheint hier nicht als abgeschlossenes Werk, sondern als Bewegung zwischen Körper, Technologie und Raum.
Maschinen hören mit
Algorithmische Verfahren, Stimme, Instrument, elektronische Systeme und performative Praktiken begegnen sich auf Augenhöhe. Digitale Technologien werden dabei nicht als neutrale Werkzeuge verstanden, sondern als aktive Mitspieler künstlerischer Prozesse. Gleichzeitig bleibt die physische Präsenz zentral: Körper, Wahrnehmung, Resonanz und unmittelbare Interaktion bilden einen Gegenpol zu den zunehmend automatisierten Systemen der Gegenwart.
Das Festival eröffnet bewusst Räume für Differenz, Reibung und Zwischenzustände. Unterschiedliche ästhetische Ansätze stehen nebeneinander, ohne vereinheitlicht zu werden. Live Coding, improvisierte Setups, installative Arbeiten und performative Formate treffen aufeinander und machen künstlerische Praxis in ihren materiellen und gesellschaftlichen Bedingungen erfahrbar.
Zum Auftakt am Freitag, 29. Mai, versammelt die Festivaleröffnung in der Szene 10 in Essen drei internationale Positionen elektronischer und experimenteller Klangkunst: Başak Günak präsentiert mit „Rewilding“ eine Arbeit zwischen Erinnerung, Identität und akustischen Ökosystemen, Christian Rosales Fonseca zeigt „Ezuakakne“, bevor Nadia Struiwigh mit „IKIGAI“ den Eröffnungsabend beschließt.
Zwischen Clubkultur, Installation und Performance
Weitere Stationen führen unter anderem ins Dortmunder STORYLAB KIU, in den Alten Wartesaal Herne, das Makroscope Mülheim, die Lokal Harmonie Duisburg, das Musikforum Bochum sowie zum Abschluss ins Dortmunder domicil. Dort treffen am 12. Juni Merche Blasco, das Duo Thomas Lehn x Georg Gräwe sowie Robert Lippok aufeinander – Künstler, die Klang als offenes Gefüge zwischen Improvisation, Struktur und elektronischer Transformation verstehen.
Zu den internationalen Gästen der Festivaledition 2026 zählen unter anderem NKISI, Navid Navab, Molly Joyce, Ignaz Schick, Dana Schechter x Monocube, Benoît and the Mandelbrots, INNODE sowie zahlreiche weitere Vertreter aktueller experimenteller Klangkunst und elektronischer Musik.
Ergänzt wird das Programm durch den Lecture Talk „Chemical Calls of Care II“ im Dortmunder STORYLAB KIU. Der diskursive Schwerpunkt widmet sich materiellen und chemischen Prozessen der Klangentstehung und erweitert den Festivalgedanken um theoretische und gesellschaftliche Perspektiven.
Zugleich versteht sich BLAUES RAUSCHEN auch kulturpolitisch als offenes Netzwerkprojekt im Ruhrgebiet. Die Vielzahl der Spielorte verweist bewusst auf eine regionale Zusammenarbeit jenseits einzelner Zentren. In einer Zeit gesellschaftlicher Polarisierung setzt das Festival auf konzentriertes Hören, produktive Reibung und künstlerische Offenheit.
Festival BLAUES RAUSCHEN 2026
29. Mai – 12. Juni 2026
Spielorte:
Essen, Dortmund, Bochum, Duisburg, Herne, Gelsenkirchen, Kaarst und Mülheim an der Ruhr
Ausgewählte Termine:
FR 29.05. — Essen, Szene 10
Festivaleröffnung mit Başak Günak, Christian Rosales Fonseca, Nadia Struiwigh
SA 30.05. — Dortmund, STORYLAB KIU
Lecture Talk „Chemical Calls of Care II“ sowie Konzerte von Yolanda Uriz Elizalde, Hye Young Sin und TinTin Patrone
MI 03.06. — Herne, Alter Wartesaal Bahnhof
Robin Moedder x Thomas Machoczek, Farzané, Molly Joyce
DO 04.06. — Kaarst, Park der Sinne / Kulturhof
Satelliten-Event „cycle and recycle“
Eintritt frei
FR 05.06. — Essen, Rabbit Hole Theater / Neue Musik Zentrale
Tarik Haskić, Stephanie Castonguay, NKISI
SA 06.06. — Mülheim an der Ruhr, Makroscope
Steffi Weismann, Lisa L. Zwinscher x Neasa Ní Bhriain, Dana Schechter x Monocube
SO 07.06. — Bochum, Anneliese Brost Musikforum Ruhr
gamut inc, Benoît and the Mandelbrots, Navid Navab
Eintritt frei
DI 09.06. — Gelsenkirchen, Hier ist nicht da
Satelliten-Event „cycle and recycle“
Eintritt frei
MI 10.06. — Essen, ADA / Grillo-Theater
burgund t brandt, Xiao Fu x Andzejus Voroneckis, Ignaz Schick
DO 11.06. — Duisburg, Lokal Harmonie
Verena Hentschel, Andrea Ermke x Annette Krebs, INNODE
FR 12.06. — Dortmund, domicil
Merche Blasco, Thomas Lehn x Georg Gräwe, Robert Lippok
Informationen, Tickets und vollständiges Programm:
www.blauesrauschen.de










