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Wenn Barockmusik swingt

Das Janoska Ensemble kommt ins Marler Theater

Marl, 21.01.2026

Das international gefeierte Janoska Ensemble gastiert im Rahmen der Maestro-Konzertreihe im Theater Marl. Die Brüder Ondrej, Roman und František Janoska sowie ihr Schwager Julius Darvas zählen zu derzeit zu den gefeiertsten, improvisierenden Jazz-Klassik-Crossover-Formationen. Der zündende Mix, in dem hier Jazz und Barock zusammen kommen, begeistert Publikum und Kritiker weltweit begeistert. Von der Carnegie Hall bis zur Elbphilharmonie feiern Konzerthäuser auf vier Kontinenten diese einzigartige Verbindung von Improvisation und klassischem Repertoire. Man darf, ja muss sich auf eine furiose Bühenshow gefasst machen! 

Improvisation gehörte im 18. Jahrhundert zum Handwerk. Wer bei Vivaldi oder Bach spielte, improvisierte – das war selbstverständlich. Was heute in der klassischen Musik die Ausnahme ist, holen die Janoskas zurück: spontanes Spiel, Dialog, Risiko. Nicht als Museum, sondern als lebendige Praxis. Ondrej und Roman Janoska an den Violinen, František Janoska am Klavier, Julius Darvas am Kontrabass kommen aus Wien und Bratislava und haben klassisch studiert. Aber was sie seit 2013 machen, ist Jazz: Ihre Arrangements funktionieren wie Standards, über denen die Musiker in Echtzeit miteinander sprechen.

Wie das klingt

František Janoska legt am Klavier Akkorde, die beiden Violinen antworten einander, der Bass läuft. Die Improvisationen folgen Jazz-Prinzipien: modale Experimente, ungewöhnliche Rhythmen, neue Harmonien. Was wie virtuoses Klassik-Spiel aussieht, ist eigentlich Jazz auf historischem Material. Und harmonisch wird's spannend: Das Ensemble nimmt Vivaldis Melodien und setzt neue Akkorde darunter – mit Jazz-Harmonien, die das Original nie kannte. Das Ergebnis: Vivaldi klingt plötzlich wie ein Standard aus den Fünfzigern. Oder umgekehrt.

Die Wiener Herkunft einiger der vier Musiker ist kein Zufall: Wien war immer eine Stadt, in der Kulturen sich mischten – Mitteleuropa trifft Balkan, Hochkultur trifft Volksmusik. Joe Zawinul war hier genauso zuhause wie Arnold Schönberg. Die Balkan-Rhythmen, die immer wieder auftauchen, gehören zu einer mitteleuropäischen Jazz-Tradition, die von Österreich bis ins ehemalige Jugoslawien reicht. Die Alben, die das Janoska-Ensemble bei Deutschen Grammophon veröffentlicht hat, erreichten Gold-Status. Auch das zeigt: Es gibt ein Publikum für Jazz im Konzertsaal – und Klassik-Hörer, die offen sind für Improvisation.

Samstag, 24. Januar 2026, Theater Marl, Beginn 19 Uhr. Tickets an der Abendkasse und online beim Theater der Stadt Marl. 



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