PENG macht Räume auf
Aki Takase kommt zur zehnten Ausgabe
FOTO: Laura Rukavina, Dirk Bleicker, Malva Grabowska, Karline Johanning, Presseordner PENG-Festival
Mit der international renommierten Pianistin Aki Takase als prominentem Gast feiert das PENG Festival vom 2. bis 4. Oktober im Essener Maschinenhaus sein zehnjähriges Bestehen – mit einem stilistisch weitgespannten Programm zwischen freier Improvisation, Elektronik, Big-Band-Energie, Songkunst und R’n’B.
Zehn Jahre PENG – und mittendrin Aki Takase. Die Pianistin gehört seit Jahrzehnten zu den prägenden Persönlichkeiten der internationalen Improvisations- und Jazzszene. In Essen trifft sie am Samstag auf die Geigerin Fabiana Striffler. Ihr gemeinsames „Capriccio“ verspricht ein musikalisches Spiel mit Gegensätzen: kantig und zart, präzise und frei, manchmal aufeinanderprallend, dann wieder überraschend innig. Es ist eine Begegnung zweier Generationen und zugleich ein exemplarischer PENG-Moment: Musik entsteht hier aus dem Aufeinandertreffen unterschiedlicher Perspektiven.
Auch das übrige Programm setzt auf solche offenen Konstellationen. Am Freitag eröffnet die Essener Trompeterin Luzie Micha mit ihrem Quintett Ruji den Abend. Groove und freie Improvisation treffen auf dichte Klangflächen und fragile, schwebende Räume. Danach verbindet Svetlana Marinchenko mit SVM3 Klavier, Synthesizer, elektronische Effekte und rockige Energie. Um 21.30 Uhr folgt die Carla Köllner Big Band mit den Kompositionen ihrer Bandleaderin, zwischen moderner und traditioneller Big-Band-Sprache und subtilen Popeinflüssen.
Der Samstag beginnt um 18 Uhr mit Zola Mennenöh und „A Labour of Love“, einer Musik zwischen Songwriting, Spoken Word, Streichern, Synthesizern und improvisatorischen Elementen. Nach Fabiana Striffler & Aki Takase übernimmt um 20 Uhr SO SORRY. Zuza Jasinska, Käthe Johanning, Shanice Ruby Bennett und Lenny Rehm verbinden Contemporary Jazz, alternativen Pop und R’n’B. Anschließend wird bei der PENG-Party gefeiert.
Der Sonntag führt die Idee des Festivals über die Konzertbühne hinaus. Der kostenlose Workshop „Grauzonen gibt es nicht“ mit Sara Hassan beschäftigt sich von 11 bis 14 Uhr mit der Frage, wie Machtmissbrauch in Kunst und Kultur erkannt werden kann. Am Nachmittag bringen Collective One und Lari Fari Soul, R’n’B und Pop in einem Kinderkonzert zusammen.
Diese Verbindung von Musik und gesellschaftlicher Verantwortung ist kein nachträglich aufgesetztes Motto. Als das PENG Jazzkollektiv vor zehn Jahren gegründet wurde, stand zunächst die Förderung von Frauen im Jazz im Mittelpunkt. Inzwischen versteht das Kollektiv diese Ungleichheit als Teil größerer Machtverhältnisse: patriarchale, rassistische und ökonomische Strukturen beeinflussen nach seiner Auffassung weiterhin, wer Zugang zu Räumen, Aufmerksamkeit und Möglichkeiten erhält. PENG will deshalb einen Festivalort schaffen, an dem Musikerinnen und Musiker, Veranstalter, Helfer und Publikum gleichermaßen solidarisch und respektvoll miteinander umgehen können. Das Festival versteht Kultur dabei ausdrücklich als Möglichkeit für Begegnung, Austausch und Gemeinschaft – gerade in einer Zeit, in der öffentliche Mittel für Kultur und Soziales unter Druck stehen und gesellschaftliche Spaltung zunimmt.
Die Musik muss diese Haltung allerdings nicht illustrieren. Sie darf einfach Musik sein: laut, wild, fragil, sperrig, beglückend oder überraschend. Vielleicht liegt genau darin die Stärke dieses zehnjährigen Experiments.
PENG Festival, 2.–4. Oktober 2026, Maschinenhaus Essen. Tageskarten Freitag/Samstag: 10–25 Euro, Sonntag: 5–15 Euro; Festivalpass: 25–50 Euro im solidarischen Preissystem.
Info: peng-festival.de
Tickets: über den Ticketshop des PENG Festivals.










