Neues beim Jazzclub Hürth e.V.
Eröffnung der neuen Jam-Session-Reihe am 3. März
Am 3. März 2026 startet der Jazzclub Hürth neue Jam-Session-Reihe. Er erweitert sein Programm und lädt ab März 2026 regelmäßig zur offenen Jam-Session in den Jazzkeller Hürth-Gleuel ein. Den Auftakt bildet die erste Session am Dienstag, 3. März 2026, um 19:00 Uhr. Musikerinnen und Musiker aller Stilrichtungen und Erfahrungsstufen sind ebenso willkommen wie ein neugieriges Publikum. Der Eintritt ist frei.
Mit der neuen Reihe möchte der Jazzclub einen Ort schaffen, an dem Jazz als lebendige, gemeinschaftliche Kunstform erlebbar wird. Improvisation, spontaner Austausch und die Freude am gemeinsamen Musizieren stehen im Mittelpunkt.
„Jazz entsteht im Moment im Zuhören, im Reagieren und im gegenseitigen Vertrauen“, erklärt Günter Reiners, Vorsitzender des Jazzclubs Hürth. „Genau diesen Geist wollen wir mit unserer Jam-Session fördern. Uns ist wichtig, dass sich sowohl erfahrene Musikerinnen und Musiker als auch junge Talente und Neulinge willkommen fühlen.“
Ein besonderes Augenmerk legt der Jazzclub auf die Förderung des musikalischen Nachwuchses. Die Jam-Session soll bewusst ein geschützter, wertschätzender Raum sein, in dem auch diejenigen den Schritt auf die Bühne wagen können, die bisher nur selten oder noch nie vor Publikum gespielt haben.
„Gerade für junge Musikerinnen und Musiker ist es enorm wichtig, solche offenen Bühnen zu haben“, so Reiners weiter. „Hier kann man ausprobieren, Fehler machen, wachsen und vor allem erleben, wie viel Freude gemeinsames Improvisieren macht.“
Jede Jam-Session beginnt mit einem Opener-Set, das den musikalischen Rahmen des Abends setzt. Zur Premiere übernimmt die Band Tea for Three diese Rolle. Das Kölner Frauentrio präsentiert gemeinsam mit Ihren Gästen, der Sängerin Gilla Peters und die junge vielversprechende Nachwuchs-Multiinstrumentalistin Clara Wedel (Posaune, Geige), ausgewählte Jazzstandards und schafft damit eine inspirierende Grundlage für den anschließenden offenen Teil des Abends.
Nach dem Opener gehört die Bühne allen, die Lust haben mitzuspielen: einfach Instrument mitbringen, einsteigen und Teil des musikalischen Dialogs werden. Auch Zuhörerinnen und Zuhörer sind herzlich eingeladen, einen entspannten Abend mit Live-Jazz zu verbringen und die besonderen, oft überraschenden Momente einer Jam-Session zu erleben.
Die Organisation der neuen Jam-Session-Reihe übernimmt Isabell Pauli, der der Jazzclub Hürth ausdrücklich für ihr Engagement dankt. Eine vorherige Anmeldung ist nicht zwingend erforderlich; Interessierte können sich aber gerne vorab per E-Mail melden Jamsession@jazzclub-huerth.de .
Dienstag, 03.03.2026 19:00 Uhr
Jazzkeller Hürth-Gleuel, Hermülheimer Straße 12–14
Eintritt frei, freie Platzwahl
Kontakt: Jazzclub Hürth E-Mail: jamsession@jazzclub-huerth.de
„Ein lang gehegter Wunsch geht in Erfüllung“ – Interview mit dem Vorsitzenden des Jazzclubs Hürth e.V. Günter Reiners
JAZZNRW: Herr Reiners, im Hürther Jazzkeller starten ab März 2026 regelmäßige Jam-Sessions. Was bedeutet das für Sie und den Club?
GÜNTER REINERS: Für uns ist das wirklich ein Herzensprojekt. Wir wollten schon lange einen Rahmen schaffen, in dem Musikerinnen und Musiker ganz ungezwungen zusammenkommen, spielen, ausprobieren und Spaß am Jazz haben können. Dass das jetzt im Hürther Jazzkeller möglich wird, erfüllt uns mit großer Freude.
JAZZNRW: Junge Talente stehen dabei besonders im Mittelpunkt. Warum ist Ihnen das so wichtig?
GÜNTER REINERS: Der Jazz lebt von Neugier und Spielfreude – und genau das bringen junge Menschen mit. Wir möchten sie für den Jazz begeistern, ihnen eine Bühne geben und zeigen, dass diese Musik offen ist und Platz für alle hat. Deshalb ist für uns die Zusammenarbeit mit dem Albert-Schweitzer-Gymnasium und der städtischen Musikschule so wertvoll. Da wächst eine neue Generation von Musikerinnen und Musikern heran, die den Jazz weitertragen wird.
JAZZNRW: Was bedeutet die neue Reihe für die Kultur in Hürth?
GÜNTER REINERS: Hürth hat ein lebendiges Kulturleben, und wir möchten dazu weiterhin aktiv unseren Beitrag leisten. Mit den Jam-Sessions entsteht ein zusätzliches Angebot, das die Szene bereichert – und das nicht nur für eingefleischte Jazzfans, sondern für alle, die Freude an Musik und Begegnung haben.
JAZZNRW: Wer kümmert sich um die Organisation?
GÜNTER REINERS: Die Leitung liegt in den Händen von Isabell Pauli, und dafür sind wir ihr sehr dankbar. Sie bringt viel Leidenschaft und Organisationstalent ein – ohne sie wäre das Projekt in dieser Form gar nicht möglich.
JAZZNRW: Sie haben erwähnt, dass die Jam-Sessions auch eine historische Dimension haben. Können Sie das erklären?
GÜNTER REINERS: Unser Gründungsvorsitzender Peter Schmitt-Sausen hat immer davon geträumt, den Jazz in Hürth auch als spontane, offene Musikform erlebbar zu machen. Mit der Jam-Session-Reihe erfüllen wir diesen Wunsch und setzen damit ein Stück Vereinsgeschichte fort. Ich glaube, er hätte große Freude daran, zu sehen, wie seine Idee nun Wirklichkeit wird.
Krimilesung mit Jazzpiano am 12. März
Wenn Literatur und Musik einander aufmerksam zuhören, entsteht ein besonderer Spannungsraum: Am 12. März verbinden die Hürther Lesefreunde und der Jazzclub Krimilesung und Jazz zu einem dichten Gesamterlebnis.
Der Kölner Sprecher und Literaturvermittler Stephan Schäfer liest unheimliche Geschichten von Edgar Allan Poe, begleitet vom Jazzpianisten Benedikt Göb.
Im Zentrum des Abends steht das fein ausgehörte Wechselspiel von Text und Musik. Die Jazzmusik folgt nicht bloß der Lesung, sondern reagiert auf sie: auf Sprachrhythmus, Pausen, innere Spannungsbögen und emotionale Brüche der Geschichten. Klavierimprovisationen greifen Motive auf, verdichten Stimmungen oder setzen bewusst Kontrapunkte – mal leise tastend, mal eindringlich und verdunkelnd.
„Poes Texte sind hochmusikalisch gebaut“, erklärt Stephan Schäfer. „Ihre innere Dramaturgie lädt geradezu dazu ein, mit Klang weiterzuerzählen.“ Benedikt Göb ergänzt: „Ich höre während der Lesung genau hin. Die Musik entsteht aus dem Moment heraus aus der Sprache, der Atmosphäre und der Spannung im Raum.“
Die intime Umgebung des Jazzkellers verstärkt diesen Dialog zwischen Wort und Ton. Nähe, Dunkelheit und akustische Präsenz schaffen eine konzentrierte Hörsituation, in der Literatur und Jazz ineinandergreifen und gemeinsam eine erzählerische Dynamik entfalten.
Auch die Veranstalter heben die besondere Qualität dieser Verbindung hervor. Ulla Buse, Vorsitzende der Lesefreunde Hürth, sagt: „Diese Lesung zeigt eindrucksvoll, wie Literatur durch Musik neue Ebenen gewinnt. Die Zusammenarbeit mit dem Jazzclub Hürth ermöglicht ein Format, in dem Zuhören, Mitgehen und Miterleben gleichermaßen gefordert sind. Für diese Kooperation sind wir sehr dankbar.“
Auf dem Programm stehen unter anderem „Die Maske des Roten Todes“, „Das Fass Amontillado“ und „Hop-Frog“ – Klassiker der Kriminal- und Schauerliteratur, die im Zusammenspiel von Stimme und Jazz eine eindringliche, zeitlose Wirkung entfalten.
Krimilesung mit Jazzmusik
Ort: Hürther Jazzkeller
2. März 20 Uhr
Lesung: Stephan Schäfer, Musik: Benedikt Göb (Klavier)
Nur Abendkasse – 12 Euro


