Neue Klangfarben
FineArtJazz im Herbst
FOTO: Bildquelle: Website FineArtJazz
Man kann den Herbst natürlich auch auf dem Sofa verbringen. Der Stream läuft, der Algorithmus kennt den eigenen Geschmack besser als man selbst – nur ist das nichts Neues, sondern die Verlängerung dessen, was man ohnehin schon mag. Musik, die einen tatsächlich umstellt, passiert im Raum, mit anderen Leuten, in einem Moment, der sich nicht wiederholen lässt. Dafür muss man sich allerdings aufraffen und rausgehen. Genau dafür gibt es zum Herbstauftakt das New Colours Festival und direkt danach die zweite Spielzeit von FineArtJazz.
Vom 24. bis 27. September 2026 bringt das Festival vier Tage lang dreizehn Acts an zehn Spielorte in Gelsenkirchen. Mit dem letzten Festivalabend endet die Saison allerdings nicht: Es folgen vier Konzerte zwischen Mitte Oktober und kurz vor Weihnachten, verteilt auf Gelsenkirchen und Marl.
Den Auftakt macht am Samstag, 17. Oktober, um 20 Uhr die südkoreanische Pianistin Younee auf Schloss Horst. Was sie selbst „Free Classic & Jazz" nennt, ist der Versuch, klassische Schulung, Improvisationskunst, Blues und Popharmonik in einem einzigen Zugriff zusammenzuführen – ein Ansatz, der ihr regelmäßig sowohl das Klassik- als auch das Jazzpublikum zuträgt.
Am Freitag, 6. November, um 19.30 Uhr folgt im Stadt.Bau.Raum das österreichische Duo Sinfonia de Carnaval. Alois Eberl und Anna Lang bewegen sich mit ihrem Programm „Human Faces" zwischen Jazz, Klassik, Art Pop und improvisierter Musik. Der Abend ist zugleich ein Experiment in eigener Sache: Bezahlt wird hinterher.
Ein sehr prominenter Termin der Reihe steht am Freitag, 27. November, um 20 Uhr in der Scharoun-Aula in Marl an. Seit mehr als zwanzig Jahren zählt Trio Ivoire zu den faszinierendsten Formationen des transkulturellen Jazz – und das nicht, weil hier Klangwelten additiv nebeneinandergestellt würden, sondern weil afrikanische Klangtraditionen, europäische Improvisationskunst und zeitgenössischer Jazz längst in einen gemeinsamen musikalischen Kosmos übergegangen sind. Im Zentrum steht der Balafon-Virtuose Aly Keïta, dessen Spiel weltweit Maßstäbe gesetzt hat, an seiner Seite Hans Lüdemann am Piano und Christian Thomé am Schlagzeug.
Den Abschluss bildet am Samstag, 19. Dezember, um 19 Uhr das 8. Jazz+Dinner im Kunstraum Norten. Zu Gast ist mit Ian Shaw einer der herausragenden Jazzsänger Europas, dessen Musik klassischen Jazzgesang mit Cabaret, Soul, Pop und britischem Humor verbindet. Dazu gibt es ein Vier-Gänge-Buffet inklusive Getränken sowie eine Ausstellung der Künstlerin Silke Albrecht.
Vier Konzerte, vier völlig unterschiedliche Klangwelten – und damit genau das, wofür FineArtJazz steht: neue Sounds, überraschende Begegnungen, außergewöhnliche Musikerlebnisse. Gerade wenn die Tage kürzer und die Farben draußen blasser werden, sorgt die Musik noch einmal für leuchtende Kontraste.
Der Vorverkauf für die FineArtJazz-Konzerte der zweiten Jahreshälfte läuft ab sofort, ausschließlich online. Die Kapazitäten der Spielstätten sind überschaubar, beim Jazz+Dinner ohnehin – wer dabei sein möchte, sollte sich seine Karten rechtzeitig sichern. Auch für das New Colours Festival vom 24. bis 27. September sind noch Tickets erhältlich.
FineArtJazz – Spielzeit 2026/2
Sa, 17. Oktober 2026, 20:00 Uhr | Schloss Horst, Gelsenkirchen
Younee (SKR)
Fr, 6. November 2026, 19:30 Uhr | Stadt.Bau.Raum, Gelsenkirchen
Sinfonia de Carnaval (A)
Fr, 27. November 2026, 20:00 Uhr | Scharoun-Aula, Marl
Trio Ivoire (D/CIV)
Sa, 19. Dezember 2026, 19:00 Uhr | Kunstraum Norten
8. Jazz+Dinner: Ian Shaw (GB)





