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Junge Talente und ein Ort mit Geschichte

Preview 47. Soester Jazznacht

Soest, 02.02.2026
FOTO: Bildquelle: website Kulturzentrum Schlachthof

Die Soester Jazznacht, das sind im Grunde genommen zwei Nächte. Auf jeden Fall zwei intensive Abende, die am 6. und 7. Februar stolze 200 Musikerinnen und Musiker auf immerhin fünf Bühnen präsentieren. Die Jazznacht ist beliebt – man sollte sich dringend ein Ticket sichern.

Was einst als Zusammenschluss lokaler Musikerinnen und Musiker begann, ist heute ein vielseitiger Konzertabend, der unterschiedliche Stilrichtungen und Generationen zusammenführt. Sechs Stunden Live-Jazz – von Dixie und Swing über Bebop, Latin und Cool bis hin zu Funk und Soul. „Beim Titel ‚Jazznacht' ist es geblieben, auch wenn es jetzt zwei Nächte sind, aber der Name hat sich eben gut etabliert", meint Patrick Porsch, Vorsitzender der Jazz-Interessengemeinschaft Soest.

Ein Ort mit Geschichte 

Das Kulturzentrum Schlachthof bietet dafür den passenden Rahmen. Das ehemalige Industriegebäude wurde in den 1980er-Jahren zu einem Kulturzentrum umgebaut und hat sich seitdem zu einem der wichtigsten Treffpunkte der Soester Kulturszene entwickelt. Die räumliche Nähe der Bühnen und die dichte Atmosphäre ermöglichen ein unmittelbares Musikerlebnis, das das Publikum nah an die Ensembles heranführt. „Dazu haben wir im Café die kleine Bühne, in der Kneipe gibt es die etwas größere und am Ende natürlich die große im Saal", erklärt Schlachthof-Chef Michael Osterhoff. Er versteht sein Haus auch als Sprungbrett für junge Talente – schließlich wagten hier einst Sascha, Rüdiger Hoffmann oder Atze Schröder ihre ersten Schritte, lange vor dem Durchbruch.

Die Mischung der Generationen zeigt sich im Programm besonders deutlich. „Da sind die Jüngsten auf den weiterführenden Schulen, die Ältesten sind über 80", sagt Porsch. Damit meint er auch den Begründer der Jazznacht, John Holmes. Der rüstige „Jazzpapst" wird mit zwei Formationen wieder stundenlang auf der Bühne stehen. Ein prägendes Element der Jazznacht ist die konsequente Förderung junger Talente. Auch 2026 gestalten Schülerinnen und Schüler der Soester Musikschule einen eigenen Programmpunkt: das „Piano Meeting". Begleitet werden sie von der Jazzpianistin und Pädagogin Louisa Kimmel, die den Auftritt als Mentorin im Hintergrund unterstützt. Beim vierhändigen Klavierspiel präsentieren ihre Schüler:innen Swing, Bossa und Blues – für viele von ihnen der erste Auftritt vor großem Publikum.

Ebenfalls am Start: Bebop Brew. Die jungen Musiker:innen zwischen 13 und 18 Jahren gingen aus dem Jugend-Jazz-Orchester „UniJAZZity" hervor und wurden bereits Erstplatzierte beim Landeswettbewerb „Jugend jazzt". Bei der Jazznacht stellen sie ihr zweites Programm vor. „Der Name ist an Miles Davis' Album ‚Bitches Brew' angelehnt", erklärt Schlagzeuger Florian Gasse. „Mit dem neuen Programm bewegen wir uns weiter weg vom Bebop, mehr Richtung moderner Jazz à la Kamasi Washington und Roy Hargrove."

Am Freitagabend erlebt der Hauptact seine Bühnenpremiere: „Wonderland" widmet sich dem Oeuvre der amerikanischen Soul-Legende Stevie Wonder. Die Musiker kommen aus der Hellweg-Region, unter ihnen die Soester Saxophonistin Jennifer Tatus. Im großen Saal wechseln sich am Samstag wie gewohnt die Big Bands ab. Das Finale bestreitet „Los Niños" aus Unna, spezialisiert auf lateinamerikanische Rhythmen. Für die seit 30 Jahren bestehende Formation ist es das Jazznacht-Debüt.

Die Mischung aus klassischen Jazzfarben, modernen Klangexperimenten, erfahrenen Ensembles und jungen Formationen macht den Abend zu einem konzentrierten Einblick in das, was Jazz heute in Soest und Umgebung bedeutet: offen, lebendig und nahbar.

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