Dialog mit dem Raum

Michel Reis und Matthieu Bordenave kommen nach Gelsenkirchen

Gelsenkirchen, 07.04.2026
FOTO: Bildquelle: Public Jazz

Mit seinem lyrischen Klavierspiel und seiner eloquenten Improvisationskunst ist Michel Reis zu einer verlässlichen Stimme in der europäischen Jazzszene geworden – und daher auch regelmäßig hierzulande zu Gast. Beim kommenden FineArtJazz-Konzert am 17. April im stadt.bau.raum Gelsenkirchen vereint sich der luxemburgische Vibe mit südfranzösischer Wärme: Denn zweiter im Bunde ist der Saxofonist Matthieu Bordenave.

Reis, 1982 in Luxemburg-Stadt geboren, begann mit acht Jahren Klavier zu spielen und studierte später am Berklee College of Music sowie am New England Conservatory in Boston. Dort arbeitete er unter anderem mit Größen wie Joe Lovano, Danilo Perez und Dave Holland. Das DownBeat Magazine bezeichnete ihn einst als „tremendous pianist", das deutsche Magazin Jazz thing verglich seine Qualitäten mit denen von Fred Hersch, Brad Mehldau oder Keith Jarrett. Mittlerweile hat Reis über ein Dutzend Alben unter eigenem Namen veröffentlicht und ist als Steinway Artist international etabliert. Auch sein langjähriges Trio Reis Demuth Wiltgen sorgt für Aufmerksamkeit – nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit mit dem US-Saxofonisten Joshua Redman und dem Orchestre Philharmonique du Luxembourg unter der Leitung von Vince Mendoza.

Matthieu Bordenave, 1983 im südfranzösischen Tarbes geboren, studierte zunächst am Nationalkonservatorium in Paris, bevor er seinen Weg nach München fand, wo er an der Hochschule für Musik und Theater seinen Masterstudiengang absolvierte und mit dem DAAD-Preis ausgezeichnet wurde. Kürzlich wurde er zum Saxofonprofessor am Tiroler Landeskonservatorium in Innsbruck berufen. Seine beiden Alben auf dem renommierten ECM-Label – „La Traversée" (2020) und „The Blue Land" (2024) – festigten seinen Ruf als eine der markantesten Stimmen im europäischen Kammerjazz. Beide wurden vom legendären ECM-Gründer Manfred Eicher produziert. Der ARD-Hörfunk beschrieb Bordenave als einen Musiker, der sich als eine der führenden Figuren im zeitgenössischen europäischen Jazz etabliert habe.

Was das Duo auszeichnet, ist die Kunst des einander Zuhörens. Reis und Bordenave wollen dabei nicht nur die Möglichkeiten eines intimen Dialogs ausloten, sondern beziehen einen weiteren Mitspieler ein: den Raum, in dem gespielt wird. Manfred Eicher selbst überzeugte sich von der Qualität dieses Duos bei einem Konzert im Münchner Jazzclub Unterfahrt. An ihrem gemeinsamen Abend werden Reis und Bordenave sowohl improvisieren als auch komponierte Stücke aufführen, die sie sich neu erschließen wollen.

Der stadt.bau.raum in der Gelsenkirchener Feldmark, einst Schacht 8 der Zeche Consolidation, bietet mit seinem denkmalgeschützten Ensemble aus Backstein und Jugendstil-Anklängen den idealen Rahmen für diese intime Begegnung – ein Ort, an dem Industriekultur und Klangraum auf besondere Weise zusammenfinden.

Das Konzert beginnt am 17. April um 19:30 Uhr, Einlass ist ab 19:00 Uhr. Tickets sind im Vorverkauf für 25 Euro erhältlich, ermäßigt 14 Euro für alle bis zum vollendeten 25. Lebensjahr. An der Abendkasse kosten die Karten 29 bzw. 16 Euro. Veranstaltet wird der Abend in Kooperation mit dem Verein zur Förderung von Jazz und Kunst e.V. Gelsenkirchen.

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