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Gegenwart. unentrinnbar

Preview Wittener Tage für neue Kammermusik 2026

Witten, 10.04.2026
FOTO: Bildquelle: Wittener Tage für neue Kammermusik

Vom 24. bis 26. April wird Witten wieder zum Brennpunkt zeitgenössischer Musik. 14 Ur- und sieben deutsche Erstaufführungen von Komponist:innen aus rund 20 Ländern stehen beim traditionsreichsten Festival für neue Kammermusik auf dem Programm – seit fast 60 Jahren ein Ort musikalischer Grundlagenforschung, an dem das nie zuvor Gehörte, oft nicht einmal Geahnte erklingt. Das Motto „Gegenwart. Unentrinnbar." ist Ansage: Die Musik reagiert auf eine Welt, die aus den Fugen gerät – und findet doch eigene, trotzige Antworten.

Peter Evans als Komponist und Performer

Für Jazzohren ist das Late-Night-Konzert am Eröffnungsfreitag (22 Uhr) der Pflichttermin: Unter dem Titel „Tief im Tunnel" bringt Peter Evans seine neue Music for Brass Quintet zur Uraufführung, gespielt vom Ensemble Schwerpunkt. Evans, der mit seinem Quartett Being & Becoming seit Jahren die Grenzen zwischen Jazz, Improvisation und notierter Musik durchlässig macht, tritt hier ausschließlich als Komponist in Erscheinung – und teilt sich den Abend mit einer weiteren Blechbläser-Uraufführung von Sonja Mutić (Unvoiced, mit Live-Elektronik des SWR Experimentalstudios) sowie neuen Werken von Enno Poppe (Faden, sieben Stücke für Akkordeon und Klavier) und Johannes Kalitzke (tunnel blau für Klavier solo). Zwei sehr gegensätzliche Instrumentalkonstellationen, die feine Fäden zwischen Affinität und Disparität spinnen.

Porträtkomponistin Chaya Czernowin

Im Zentrum des Festivals steht die israelisch-amerikanische Komponistin Chaya Czernowin, die gleich in drei Konzerten präsent ist. Bei der Eröffnung um 20 Uhr spielt das Klangforum Wien unter Elena Schwarz ihr Ensemblestück Seltene Erde neben Uraufführungen von Isabel Mundry (The I's) und Márton Illés (Four skEtches) – beide mit IRCAM-Elektronik. Czernowins neues Musiktheater, in dem sie erstmals selbst Regie führt, wird am Samstag und Sonntag in zwei Aufführungen gezeigt. Und zum Abschluss am Sonntagnachmittag singt Sofia Jernberg mit dem WDR Sinfonieorchester unter Yalda Zamani Czernowins No! A Lament for the Innocent.

Der utopische Dialog

Politisch am aufgeladensten dürfte das Samstagabendkonzert „Dialog als Versprechen" werden: Die Basel Sinfonietta unter Titus Engel bringt deutsche Erstaufführungen des Iraners Amen Feizabadi (Ungezähmter Fluss), des Israelis Yair Klartag (The unconscious is structured like a language), der Iranerin Golfam Khayam (Seven Valleys of Love) und des Schweizers Oscar Bianchi (Zamān) – ein Austausch über Grenzen hinweg, in dem Krieg, Exil und Verständigung unmittelbar verhandelt werden. Die Altistin Noa Frenkel ist Solistin.

Das Quatuor Diotima spielt am Samstagvormittag Uraufführungen von Dmitri Kourliandski und Christian Mason neben einer deutschen Erstaufführung von Johannes Maria Staud (Jagende Wolken, blendendes Blau!) für Blechbläserquintett. Das nordrhein-westfälische Trio Abstrakt widmet sich nachmittags Werken von Alberto Posadas, Ramon Lazkano und Günter Steinke. Und durch das gesamte Festival zieht sich die Reihe „Hohe Stimme, tiefe Saiten" mit Begüm Aslan, die als Sopranistin und Kontrabassistin in einer Person Miniaturen von rund einem Dutzend Komponist:innen aufführt.

Erstmals leitet Anselm Cybinski als neuer WDR 3-Redakteur das Festival; das künstlerische Konzept dieser Ausgabe verantwortet noch sein Vorgänger Patrick Hahn. WDR 3 überträgt alle Konzerte live, sie sind auch in der ARD-Sounds-App abrufbar.

Tickets: saalbaukasse@stadt-witten.de / wittenertage.de

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