Farbe bekennen
Das Lineup fürs Fünfte New Colours Festival ist komplett
FOTO: Bildquelle: website New Colours Festival
Das Line-up für die fünfte Ausgabe des New Colours Festival steht endgültig fest, der Vorverkauf ist bereits gut angelaufen. Vom 24. bis 27. September 2026 bespielt das von PublicJazz kuratierte Festival erneut zehn besondere Orte im Ruhrgebiets – vom Musiktheater im Revier über den Nordsternturm und die KAUE bis zur Bleckkirche, zum stadt.bau.raum und zur Neuen Zeche Westerholt.
Unter dem Motto „Farbe bekennen“ versammelt das Festival elf Acts aus rund einem Dutzend Ländern und begreift Jazz konsequent als globale offene Musik-Gegenwart: Nordische Klangräume treffen auf elektronischen Club-Sound, südosteuropäische Folklore auf Opernarie, Cello-Elektronik auf die Akustik ehemaliger Industrieorte. Kein Konzert gleicht dem anderen – und darin liegt das Programm.
Den Auftakt übernimmt Gitarrist Hanno Busch , der mit seinem Quartett & Friends ins Musiktheater im Revier einzieht. Der langjährige Weggefährte von Jan Delay & Disko No.1 wurde für sein aktuelles Album Perspective mit dem WDR Jazzpreis ausgezeichnet und steht exemplarisch für die stilistische Offenheit des Festivals. Auch das junge Publikum kommt nicht zu kurz: Mit Pepe & Speedy gehört ein Kinderkonzert erneut zum Programm.
Der Freitag spannt den Bogen von Vermittlung bis Klangforschung. Nach einem Workshop der belgischen Sängerin Caroll Vanwelden eröffnet Ashia Bison Rouge den Konzertabend im Nordsternturm. Mit Cello, Stimme, Live-Loops und Elektronik entwickelt sie eindringliche Klanglandschaften zwischen Kammermusik und Ambient. Anschließend treffen in der KAUE gleich zwei sehr unterschiedliche Perspektiven aufeinander: Das neue Duo Bruce, bestehend aus RONIN-Bassklarinettist Sha und Pedal-Steel-Gitarrist James Gilligan, erkundet minimalistische Improvisationsräume, bevor die Nighthawks ihren atmosphärischen Nu-Jazz zwischen TripHop, Lounge und elektronischen Texturen präsentieren.
Jazz meets klassische Gesangskunst
Auch der Samstag setzt auf starke Kontraste. Der norwegische Saxofonist und Operntenor Håkon Kornstad verwandelt sich mithilfe von Live-Looping in ein vielschichtiges Ein-Mann-Orchester und verbindet Jazz mit klassischer Gesangskunst. Am Abend treffen im stadt.bau.raum zwei prägende skandinavische Formationen aufeinander: Das Eivind Aarset 4Tet lotet mit seinen schwebenden Gitarrenklängen die Grenzbereiche zwischen Ambient, Rock und improvisierter Musik aus, während das Tingvall Trio seinen unverwechselbaren melodischen Klaviertrio-Sound präsentiert, der skandinavische Eleganz mit kubanischen und deutschen Einflüssen verbindet.
Zum Festivalabschluss zeigt sich noch einmal die ganze stilistische Bandbreite von New Colours. Die Markus Stockhausen Group eröffnet den Sonntag mit lyrischer, spirituell geprägter Improvisationsmusik, bevor Trompeter Julian Maier-Hauff demonstriert, wie sich Trompete, analoge Synthesizer und Drum Machines vollständig live zu elektronischen Grooves verweben lassen. Das Finale verteilt sich schließlich auf zwei Bühnen: Während Jazzanova gemeinsam mit Sänger Wayne Snow die Closing Party gestaltet und Clubkultur mit Jazz verbindet, schlägt das deutsch-ukrainische Quartett Kaleidoskop eine Brücke zwischen Modern Jazz und den folkloristischen Traditionen Südosteuropas und des Orients.






