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Ein Abend, drei Konzerte, drei Generationen

Preview Jazz an einem Sommerabend 2026 11. Juli

Krefeld, 25.06.2026

Am Samstag, 11. Juli 2026, lädt der Jazzklub Krefeld e. V. zur diesjährigen Ausgabe von „Jazz an einem Sommerabend" in die Vorburg von Burg Linn. Seit 1985 findet das Open-Air-Festival jährlich statt – mit nur einer Unterbrechung im Corona-Jahr 2020 – und ist aus dem Krefelder Kulturleben längst nicht mehr wegzudenken. Auf dem Programm stehen drei Sets mit dem JugendJazzOrchester NRW, dem Pablo Held Trio mit den Gästen Alexandra Ridout und Marta Wajdzik sowie dem James Brandon Lewis Quartet aus New York. Einlass ist um 18:00 Uhr, Beginn um 18:30 Uhr, Ende gegen 23:30 Uhr.

Die mittelalterliche Burg Linn bietet dem Festival eine Kulisse, die ihresgleichen sucht. Rund 400 Sitzplätze unter dem Zeltdach, das bei Sonne wie bei leichtem Regen schützt, dazu ebenso viele Plätze auf der Rasenfläche davor – wo viele Besucher das Programm entspannt auf mitgebrachten Decken verfolgen. Cateringstände sorgen für Speisen und Getränke, eine Jacke für den kühleren Abend ist empfehlenswert.Der Ansturm auf die Abendkasse am Andreasmarkt in Linn ist erfahrungsgemäß groß – der Jazzklub empfiehlt deshalb dringend, den Vorverkauf zu nutzen.

Dieses Festival ist gelebtes bürgerschaftliches Engagement

Hinter dem Festival steht der 1979 gegründete Jazzklub Krefeld, einer der aktivsten ehrenamtlich geführten Jazzvereine in Nordrhein-Westfalen. Über 50 Konzerte pro Jahr, ein eigener Jazzkeller, Kooperationen mit Theater und Musikschule, regelmäßige Sessions und kontinuierliche Nachwuchsarbeit – all das wird nicht von einem bezahlten Apparat geleistet, sondern von Vereinsmitgliedern, die Stühle stellen, Plakate kleben, Künstler abholen, Tonanlagen aufbauen und am Ende des Abends das Backstage aufräumen. „Jazz an einem Sommerabend" ist die verdichtete Form dieser Arbeit.

Den Auftakt um 18:30 Uhr macht das JugendJazzOrchester NRW – seit Jahrzehnten das zentrale Förderprojekt des Landes für junge Jazzmusikerinnen und -musiker. Bigband-Arbeit auf hohem Niveau, Ensemblekultur, kollektives Hören: Viele, die heute die Clubs zwischen Köln, Düsseldorf und Münster bespielen, haben hier angefangen.

Gegen 20 Uhr übernimmt das Pablo Held Trio. Pablo Held am Klavier, Robert Landfermann am Kontrabass und Jonas Burgwinkel am Schlagzeug gehören seit Jahren zu den gefragtesten Formationen im europäischen Jazz. Ihr Zusammenspiel lebt von einer Verständigungsdichte, in der Komposition und Improvisation kaum noch zu trennen sind. An diesem Abend erweitern die britische Trompeterin Alexandra Ridout und die polnische Saxofonistin Marta Wajdzik das Trio zu einem Quintett – zwei eigenständige Stimmen der jüngeren Generation, die das vertraute Gefüge in Bewegung bringen.

Das Finale bildet das James Brandon Lewis Quartet. Der amerikanische Tenorsaxofonist hat sich in den letzten Jahren als eine der markantesten Stimmen des US-Jazz etabliert – geprägt von der Tradition eines John Coltrane und Sonny Rollins, aber mit einer eigenen Sprache zwischen Spiritual Jazz, Post-Bop und urbaner Härte. Mit dem kubanischen Pianisten Aruán Ortiz, dem Bassisten Brad Jones und dem Schlagzeuger Chad Taylor steht ihm ein Quartett zur Seite, das Struktur und Offenheit in ein produktives Spannungsverhältnis setzt.

Drei Sets, drei Generationen, drei Organisationsformen von Jazz – vom großen Orchester über das kammermusikalisch erweiterte Trio bis zum amerikanischen Quartett. Dass diese Dramaturgie in Krefeld seit fast vier Jahrzehnten funktioniert, sagt einiges über den Verein, der sie möglich macht.

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