Deutscher Jazzpreis 2027
Bewerbungsphase für die siebte Ausgabe läuft
FOTO: Oliver Hochkeppel
Wer im zurückliegenden Jahr ein Album veröffentlicht, ein Festival gestemmt oder ein Vermittlungsprojekt auf die Beine gestellt hat, sollte sich den 30. November im Kalender markieren. Bis dahin, genauer bis 23:59 Uhr, nimmt der Deutsche Jazzpreis Bewerbungen für seine siebte Ausgabe entgegen. Eingereicht werden können künstlerische Leistungen und Projekte, die zwischen dem 1. Dezember 2025 und dem 30. November 2026 realisiert wurden oder noch realisiert werden. Die Einreichung erfolgt ausschließlich über das Online-Portal und ist kostenlos.
Der vom Kulturstaatsminister geförderte und von der Initiative Musik umgesetzte Preis wird seit 2021 vergeben und hat sich zur wichtigsten staatlichen Auszeichnung für Jazz und improvisierte Musik in Deutschland entwickelt. Für die neue Edition wurde das Kategoriensystem verschlankt: Statt bisher 22 werden 2027 nur noch 19 Preise vergeben. Neun davon sind offene Einreichkategorien, nämlich Großes Ensemble des Jahres, Album des Jahres, Debütalbum des Jahres, Festival des Jahres, Komposition/Arrangement des Jahres, Journalistische Leistung und Musikvermittlung sowie die beiden internationalen Kategorien Album des Jahres international und Debütalbum des Jahres international. In den übrigen Kategorien, darunter Künstler:in des Jahres und Lebenswerk, schlägt allein die Jury vor.
Die Mühe lohnt sich
Bewerben können sich nicht nur Musiker:innen selbst, sondern auch Produzent:innen, Managements, Promoter:innen, Labels, Verlage, Rundfunkanstalten, Journalist:innen, Festivalmacher:innen und Akteur:innen der Musikvermittlung. Für die nationalen Kategorien gilt: Die Beteiligten müssen die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, seit mindestens drei Jahren in Deutschland leben oder hier ihr Studium abgeschlossen haben. Bei Ensembles genügt es, wenn die Hälfte der Mitglieder oder die namensgebende Bandleitung diese Voraussetzungen erfüllt. Bei Festivals, Rundfunkproduktionen und Vermittlungsprojekten zählt allein der Produktionsort Deutschland. Ein und dieselbe Arbeit darf nicht gleichzeitig national und international eingereicht werden. Ein praktischer Hinweis: Das Portal akzeptiert keine Datei-Uploads, Material muss per Cloud-Link bereitgestellt werden, und zwar dauerhaft bis Juni 2027. Zeitlich begrenzte Links wie von WeTransfer werden nicht anerkannt.
Finanziell lohnt sich die Mühe. Jede Kategorie ist mit mindestens 10.000 Euro und einer Trophäe dotiert, die drei übrigen Nominierten erhalten jeweils mindestens 1.000 Euro. Über die Vergabe entscheidet ein zweistufiges Verfahren. Zunächst wählt eine 25-köpfige Fachjury, besetzt mit je fünf Vertreter:innen aus Künstlerschaft, Labels und Verlagen, Clubs und Festivals, Managements und Agenturen sowie Journalismus, die Nominierten aus. Anschließend kürt eine 17-köpfige Hauptjury die Preisträger:innen. Für Komposition und Arrangement ist eine eigene fünfköpfige Sonderjury zuständig. Alle Gremien sind paritätisch besetzt.
Wie groß das Interesse ist, zeigte die vergangene Ausgabe mit rund 1.200 Einreichungen. Bei der Verleihung im April 2026 in Bremen wurden unter anderem Aki Takase für ihr Lebenswerk, Rebekka Salomea als Künstlerin des Jahres und Phil Donkin für das Album des Jahres ausgezeichnet. Die nächste Gala zieht weiter: Nach Stationen in Bremen und Köln wird der Deutsche Jazzpreis 2027 am 2. Juni im Schauspiel Leipzig verliehen.
