Der Jazz bekennt Farbe
Überblick über das New Colours Festival 2026
FOTO: Bildquelle: Website New Colours Festival, Public Jazz
Vom 24. bis 27. September bringt das New Colours Festival Jazz, Elektronik, Ambient, Folk und Pop an ungewöhnliche Orte in Gelsenkirchen – mit dreizehn Acts zwischen etabliertem Jazz und offenen Klangformen.
Gelsenkirchen wird wieder zur Festivalstadt: Vom 24. bis 27. September versammelt das New Colours Festival dreizehn nationale und internationale Acts an zehn Spielorten. Das Spektrum reicht dabei weit über den klassischen Jazzbegriff hinaus. Elektronik, Ambient, Folk, Pop und Clubsounds gehören ebenso zum Programm wie akustischer Jazz. Gerade die ungewöhnlichen Orte – vom Nordsternturm über die Bleckkirche und die Kaue bis zur Neuen Zeche Westerholt – sind dabei mehr als Kulisse.
Los geht es bereits am Donnerstag, 24. September, mit einem Kinderkonzert von Pepe & Speedy im Kunstraum Norten. Am Abend eröffnet das Hanno Busch Quartett & Friends im Musiktheater im Revier das eigentliche Festivalprogramm. Busch, Matthew Halpin, Simon Jermyn und Jonas Burgwinkel werden dabei durch Anna Luca , Roman Babik und Peter Weniger erweitert – eine Besetzung, die unterschiedliche Facetten zwischen Jazz, Pop und improvisierter Musik zusammenführt.
Am Freitag, 25. September, beginnt der Abend am Nordsternturm mit Bison Rouge, dem Projekt der Cellistin, Sängerin und Elektronikerin Ashia Grzesik. Ihre zwischen Song, Loop und elektronischer Klanglandschaft angesiedelte Musik dürfte an diesem ehemaligen Förderturm eine besondere räumliche Entsprechung finden. Später geht es in der Kaue mit einem Doppelkonzert weiter: Die Nighthawks treffen auf Bruce, das Duo des Schweizer Bassklarinettisten Sha und des australischen Pedal-Steel-Gitarristen James Gilligan.
Der Samstag setzt den internationalen Schwerpunkt fort. Håkon Kornstad verbindet um 16 Uhr in der Bleckkirche Saxophon, Elektronik und klassischen Tenorgesang. Am Abend folgen im stadt.bau.raum das Tingvall Trio und das Eivind Aarset 4Tet. Hier treffen zwei sehr unterschiedliche, aber gleichermaßen eigenständige Vorstellungen von zeitgenössischem Jazz aufeinander: das melodisch zugängliche Trio um Martin Tingvall und die atmosphärisch-elektronische Klangwelt des norwegischen Gitarristen Aarset.
Der Sonntag beginnt mit der Markus Stockhausen Group im Kunstraum Norten. Am Nachmittag ist Julian Maier-Hauff auf der Neuen Zeche Westerholt zu erleben, bevor das Festival am Abend noch einmal die Perspektive wechselt: Jazzanova Live feat. Wayne Snow bestreitet die Abschluss-Party in der Heilig-Kreuz-Kirche. Parallel dazu präsentiert Kaleidoskop in der Werkstatt eine weitere Position zwischen Jazz und offenen Formen.
Zum Programm gehören außerdem ein Workshop mit Caroll Vanwelden sowie weitere Vermittlungsangebote. Damit bleibt das New Colours Festival auch 2026 seinem Grundprinzip treu: Jazz nicht als abgeschlossenes Genre zu präsentieren, sondern als offene musikalische Praxis, die sich mit anderen Klangsprachen und ungewöhnlichen Räumen verbindet.
Wer sich kurzfristig entscheidet, kann sich weiterhin einzelne Konzerte herausgreifen: Das limitierte Festivalticket ist inzwischen ausverkauft, für die einzelnen Veranstaltungen sind nach aktuellem Stand jedoch noch Tickets erhältlich. Damit lässt sich auch wenige Tage vor Beginn noch ein individuelles Festivalprogramm zusammenstellen – vom einzelnen Konzert bis zum Streifzug durch die unterschiedlichen Klang- und Spielorte Gelsenkirchens.












