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Avantgarde, Ritual und ein einziges Akkordeon

Yegor Zabelov kommt in die Werkstatt

Gelsenkirchen, 13.04.2026
FOTO: Ana-Maria Dines

Am Freitag, dem 17. April, gastiert der belarussische Akkordeonist und Komponist Yegor Zabelov mit seinem Soloprogramm in der „werkstatt" e.V. in Gelsenkirchen-Buer. Zabelov, der heute in Polen lebt und seit Jahren durch Europa tourt, gilt als einer der originellsten Akkordeonspieler des Kontinents. Seine Musik ist ein experimenteller Mix aus Avantgarde, Jazz, Minimalismus und neoklassischen Klängen. Er widmet seine Arbeit der Erforschung der Möglichkeiten seines Instruments und lotet dabei gekonnt dessen Grenzen aus. In seinen Händen wird das Akkordeon zum Werkzeug mystischer Erlebnisse, seine Auftritte gleichen einem musikalischen Ritual, das er selbst so beschreibt: Das Publikum werde „durch das Dunkle hindurch zum Licht" geführt.

Der Ruf, der Zabelov vorauseilt, ist vom Feinsten: SPIEGEL-Reporter Ullrich Fichtner widmete ihm im November 2025 ein ausführliches Porträt und kam zu dem Schluss, hier einem Künstler begegnet zu sein, „der berühmter sein sollte". Das britische Magazin Louder Than War attestierte ihm, Klangwelten zu schaffen, die man eher bei Aphex Twin vermuten würde als bei einem Akkordeon. Und Gigwise verglich seine Bühnenpräsenz mit der des Saxophonisten Colin Stetson, der sein Publikum durch schiere physische Intensität in Trance versetzt.

Alles kommt aus einem einzigen Instrument

Was geschieht, wenn Zabelov die Bühne betritt? Ein einzelner Mann, keine Elektronik, kein Laptop. Und doch weigert man sich zu glauben, dass all diese Klänge einem einzigen akustischen Instrument entstammen. Seine Einflüsse benennt er selbst: die Minimalisten Philip Glass, Steve Reich und Arvo Pärt, den finnischen Akkordeon-Erneuerer Kimmo Pohjonen und das Esbjörn Svensson Trio. Im Herbst 2025 wurde Zabelov von einer internationalen Jury für die WOMEX in Tampere ausgewählt, die weltweit bedeutendste Fachmesse für Weltmusik. Seine Festivalliste liest sich wie ein Verzeichnis der anspruchsvollsten Bühnen Europas: Moers, Rudolstadt, Eurosonic, Pop-Kultur, Haldern Pop, Les Nuits Botanique, das Wiener Akkordeonfestival.

Freitag, 17. April 2026 | werkstatt e.V., Hagenstraße 34, 45894 Gelsenkirchen-Buer Info und Karten: info@werkstatt-ev.de, Tel. 0209 402 445 43 Eintritt für Personen unter 20 Jahren frei.

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