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Jazz Now! 2026 in Hamburg

Solidarisch und zukunftsorientiert

Hamburg, 26.10.2026
FOTO: Frank Siemers

Die Fachkonferenz der Deutschen Jazzunion brachte Anfang Oktober Musikschaffende, Veranstaltende und Kulturpolitik in Hamburg zusammen.Im Mittelpunkt standen nachhaltige Förderung, faire Arbeitsbedingungen und die Frage, wie der Jazz neue Publika und die nächste Generation erreicht.

Die 29. Ausgabe der Jazz Now!, der Fachkonferenz der Deutschen Jazzunion, fand in diesem Jahr in Kooperation mit dem Jazzbüro Hamburg e. V., der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und der JazzHall Hamburg statt. Sie unterstrich, wie wichtig Vernetzung und Zusammenhalt innerhalb der Szene sind. Am 1. und 2. Oktober 2026 kamen zahlreiche Besucher*innen aus dem gesamten Bundesgebiet in der Hansestadt zusammen und erlebten zwei Tage voller Austausch, Diskussionen und spannender Einblicke. Musiker*innen, Veranstalter*innen, Vertreter*innen der Kulturpolitik und weitere Akteur*innen der Jazz- und Improvisationsszene setzten sich intensiv mit zentralen Fragen auseinander: von Publikumsentwicklung und Musiker*innengesundheit über Förderstrukturen und Arbeitsbedingungen bis hin zur Zukunft von Jazzaufnahmen. Besonders erfreulich war die große Beteiligung von Studierenden und Nachwuchsmusiker*innen – ein deutliches Zeichen dafür, dass die nächste Generation frühzeitig in die Diskussionen über die Zukunft der Szene einbezogen werden muss.

Wie können gut aufgestellte Strukturen die schwächeren Szenen unterstützen?

In den Panels und Workshops, vor allem aber in den zahlreichen Gesprächen abseits des Programms wurde deutlich, wie wichtig Zusammenhalt und Solidarität gerade in politisch herausfordernden Zeiten sind. Diskutiert wurde unter anderem, wie gut aufgestellte Strukturen schwächere lokale Szenen unterstützen können, wie Regionen ohne eigene Jazzförderung besser eingebunden werden können und wie Interessenvertretungen gemeinsam für die Belange der Szene eintreten können. Die Jazz Now! 2026 zeigte dabei eine gut vernetzte, selbstbewusste und zukunftsorientierte Szene, die auch gesellschaftspolitische Entwicklungen wie den zunehmenden Rechtsruck nicht ausblendet.

Hamburg erwies sich dabei als Vorreiter für eine gut aufgestellte Förder- und Vernetzungslandschaft. „Die Hamburger Jazzszene hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt, und auch wir als Jazzbüro konnten unsere Förderprojekte kontinuierlich ausbauen. Deshalb war es ein guter Moment, die Jazz-Communities aus anderen Städten und Bundesländern nach Hamburg einzuladen. Der Austausch ist wichtig, denn wenn wir mit einer gemeinsamen Stimme sprechen, können wir unsere Interessen auch wirkungsvoller vertreten“, sagt Réka Csorba, Geschäftsführerin des Jazzbüro Hamburg e. V.

Es braucht einen direkten Austausch zwischen Szene und Kulturpolitik

Die Jazz Now! machte zudem deutlich, wie wichtig der direkte Austausch zwischen Szene und Kulturpolitik ist. Mit Hamburgs Kultursenator Dr. Carsten Brosda und der Bundestagsabgeordneten Awet Tesfaiesus (Bündnis 90/Die Grünen) waren politische Entscheidungsträger*innen Teil des Abschlusspanels am ersten Tag. Zentraler Diskussionspunkt war die Erhöhung der Kulturetats, um die Jazzförderung auch künftig krisenfest aufzustellen.

Michael Griener, Vorsitzender der Deutschen Jazzunion, zieht Bilanz und sieht in der 29. Fachkonferenz einen wichtigen Impuls für die weitere Arbeit des Verbands: „Die Jazz Now! hat sich erneut als wichtiger Treffpunkt für die Szene erwiesen. Die Gespräche und das Feedback der Teilnehmenden sind für unsere Arbeit enorm wertvoll, weil wir dadurch noch näher an den Bedürfnissen der Musiker*innen und Akteur*innen sind, die wir vertreten. Es ist schön zu sehen, dass immer deutlicher wird: Die Musiker*innen sind nicht nur Mitglieder, sondern aktive Beteiligte an der Gestaltung unserer gemeinsamen Zukunft. Gerade in herausfordernden Zeiten zeigt sich, wie wichtig Solidarität innerhalb der Szene ist. Nur wenn wir füreinander einstehen und geschlossen handeln, können wir etwas bewirken.“

Veranstalter und Förderer
Die 29. Jazz Now! wurde von der Deutschen Jazzunion in Kooperation mit dem Jazzbüro Hamburg e. V., der JazzHall Hamburg und der Hochschule für Musik und Theater Hamburg veranstaltet. Gefördert wurde sie von der Behörde für Kultur und Medien Hamburg, der GEMA-Stiftung, der GVL und der Prof. Dr. Ernst Langner Stiftung.

Foto: © Frank Siemers

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