Album, NRW

LUAH |

Movimento

Text: Stefan Pieper

Köln, 21.07.2022 | Bessere Früchte kann ein Austauschjahr in Brasilien wohl kaum tragen: Elsa Johanna Moor hat nicht nur die Sprache so sehr verinnerlicht, dass sie manchmal auf portugiesisch träumt, vielmehr hat sie sich auch die reichen musikalischen Farben zueigen gemacht. Zuneigen machen heißt bei der dreiköpfigen Kölner Band LUAH, dass hier ein betont eigenständiges Konzept vor allem eines herstellt: Authentizität.

Das fängt bei der Besetzung an: Elsa Johanna Mohr, sowie Lena-Larissa Senge und die aus Australien stammende Ula Martyn-Ellis haben alle schon in vielen eigenen Projekten und Bands ihre künstlerische Reife unter Beweis gestellt. Hier vereinen die drei ihre sympathischen Stimmen zum Gesamtklang - subtil mehrstimmig, und sich gegenseitig verstärkend und souverän zwischen Portugiesisch und Englisch wechselnd. Hörbar ist in den Songs dieses Albums: Elsa Johanna Mohr, die später auch noch portugiesische und brasilianische Literaturwissenschaft studierte, hat es vor allem das Melodische, Musikalische in dieser Sprache angetan. Instrumente kommen dabei nur sparsam zum Einsatz, wo die drei Stimmen in ihrer blühenden Reichhaltigkeit im Zentrum stehen - mal Gitarre oder Ukulele, welche Elsa Johanna Moor bevorzugt in ihrem Reisegepäck mitführen, ebenso dezente Perkussion und zuweilen auch etwas Elektronik.

Alles dient in jedem Moment der großen Sache: Bezaubernd und tiefenentspannt wirken die Songs, die zwischen Folk und brasilianischem Tropicalismo treiben, von jazzigen Strukturen Gebrauch machen, zuweilen auch mit überraschend rockigem Biss aufwarten und immer wieder einen Singer-Songwriter-Pop mit Tiefgang freisetzen. Wer noch auf der Suche nach der passenden Platte für entrücktes, sonniges Urlaubsfeeling ist und trotzdem auf feinsinnige künstlerische Finesse Wert legt – Luah liefert genau das richtige dafür.

Sie waren mit ihrem neuen Programm schon in vielen Venues in NRW zu hören - wer es verpasst hat, darf sich auf ein Konzert in der Villa Rü in Essen am 4. September freuen, ebenso am 16.9. auf dem Beuerhof in der Eifel.

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