Programm-Vorschau

Internationale Highlights |

Jazzclub Hürth stellt sein Jahresprogramm vor

Hürth, 09.01.2022 | Auf ein erfolgreiches Jahr blickt der Jazzclub Hürth e. V. zurück. Trotz der Schwierigkeiten, vor die sich Kulturschaffende 2021 in der Corona-Krise gestellt sahen, konnten diverse Konzert-Highlights realisiert werden – darunter die Jazznacht, die mit neuem Konzept und bedeutenden Trio-Formationen in das Bürgerhaus lockte.

Die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins, der sich der Jazzkultur in der Region verschrieben hat, konnten darüber hinaus sämtliche Konzerte aus dem Jahr 2020 nachholen – alle bis auf eines: Das Konzert mit dem anerkannten Trompeter Peter Protschka wird erst im kommenden Jahr stattfinden. Der Termin wird noch bekanntgegeben.

„Frühzeitig auf Sicherheitskonzepte gesetzt“

„In zwei Jahren Pandemie haben wir eine Menge Erfahrungen mit der Durchführung von Konzerten gesammelt, die den Hygienebestimmungen genügen“, erläutert Günter Reiners, Vorsitzender des Jazzclubs: „Wir haben frühzeitig auf Sicherheitskonzepte gesetzt, die diverse Maßnahmen der Politik vorweggenommen haben. Durch die Anschaffung von Luftfilteranlagen haben wir zusätzlich dafür gesorgt, das Risiko durch Aerosole in unserem Jazzkeller zu senken. Entsprechend sind wir für die Saison 2022 optimistisch. Dass im kommenden Jahr so viele internationale Gäste nach Hürth kommen werden, unterstreicht die Bedeutung, die unsere Stadt inzwischen auf der globalen Jazz-Landkarte hat“, so Reiners weiter.


Vorschau 2022

Januar

Zu den Konzerten, die einen Besuch im kommenden Jahr lohnen, gehört der Saisonstart am 14. Januar mit dem Programm „Ostermann meets Jazz“ – eine jazzige Hommage des Trios „Krawall de Cologne“ an den bedeutendsten Liedermacher kölnischer Zunge. Eine Woche später folgt am 21. Januar Don & Ray – Rockin’ in Rhythm. Das Ensemble aus Rainer Lipski (Klavier) und Norbert Hotz (Bass) verarbeitet Einflüsse, die vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart reichen.


Februar

Am 4. Februar spielt das Kölner Nils Eickmeier Quartett, das jüngst sein Debütalbum aufgenommen hat, Musik in der amerikanischen Jazztradition und bleibt dabei offen für Einflüsse des Modern Jazz. Der 18. Februar steht im Zeichen des RE:UNION 4TET, das rund um Schlagzeuger André Spajic seine Musikalität auf dem Erbe des legendären Labels Blue Note aufbaut.


März

Ein Wiedersehen mit einem internationalen Gast gibt es während der 3. Joscho Stephan Nacht: Der Gypsy-Gitarrist Joscho Stephan, der dem Jazzclub seit seiner Jugend verbunden ist, hat für den 17. März den New Yorker Gitarren-Magier Adam Rafferty eingeladen, der inzwischen im österreichischen Linz wohnt. Außerdem darf sich das Publikum auf Stephans Trio mit Sven Jungbeck (Rhythmusgitarre) und Volker Kamp (Bass) sowie auf Marcus Schinkel (Klavier) freuen, der zusammen mit Stephan das Album „Classic meets Gypsy“ aufgenommen hat. Als weitere Gäste sind Sebastian Reimann (Geige) sowie Marion Lenfant-Preus (Gesang) eingeplant.
Auf einen weiteren internationalen Höhepunkt steuert die Saison drei Tage später mit dem jungen israelischen Trio „Shalosh“ zu. 2017 hatten Gadi Stern (Piano), David Michaeli (Bass) und Matan Assayag (Drums) im Rahmen der Release-Tour zu ihrem zweiten Album das Hürther Publikum mit ihrem bis ins letzte Detail ausgetüftelten Sound unter Strom gesetzt. Am 20. März sind sie endlich abermals in der Stadt, um ihre neueste CD „Broken Balance“ vorzustellen. Genauso wie der Jazzclub können auch die Musiker das Wiedersehen kaum erwarten, wie Gadi Stern im Vorfeld verriet: „Wir freuen uns sehr darauf, nach Hürth zurückzukommen. Genauso wie wir es lieben, auf den großen Bühnen der Welt zu stehen, spielen wir auch gern in eher kleinen, gemütlichen Clubs, wo wir auf bekannte Gesichter treffen!“



April

Die Band Prisma tritt am 8. April im Jazzkeller auf und beweist, dass auch konträre Klangfarben wunderbar zusammenspielen können.


In Kooperation mit dem Bürgerhaus Hürth betrachtet der Jazzclub das Thema KLASSIK meets JAZZ aus gleich drei Perspektiven: Am 22. April stehen mit Johann Sebastian Bach, Robert Schumann und Ludwig van Beethoven drei der bedeutendsten Komponisten der klassischen Musiktradition im Fokus.

Johannes Schenk (Klavier) eröffnet den Abend im Bürgerhaus zusammen mit seinem Trio, das aus Gregor Lindemann (Kontrabass) und Roland Höppner (Schlagzeug) besteht. Der aus Remscheid stammende Pianist hat seine Auseinandersetzung mit dem unerschöpflichen Musikkosmos Johann Sebastian Bachs schon auf diversen Alben aus der Perspektive des Jazzers beleuchtet. Die Polyphonie und der Kontrapunkt des Eisenacher Meisters treffen auf Rhythmik und Harmonik des modernen Jazz.

Die in Dresden und Köln lebende Pianistin Johanna Summer veröffentlichte 2020 das Album „Schumann Kaleidoskop“ (ACT), auf dem sie sich improvisierend mit dem pianistischen Werk Robert Schumanns auseinandersetzt. Ein assoziativer, empfindsamer Dialog mit der Musik des Komponisten, in dem seine Stücke wie von ferne heranwehen und verwandelt aufscheinen. Ihr zutiefst romantisches Konzept, das sich Schumann aus der Jazz-Perspektive nähert, stellt Summer als Solistin am Flügel vor.

Den glanzvollen Schlusspunkt des Konzerts setzt dann das Marcus Schinkel Trio. Marcus Schinkels so brillante wie unterhaltsame Auseinandersetzung mit dem in Bonn geborenen Musik-Titanen kennt das Hürther Publikum aus diversen Konzerten der Vergangenheit. Das grenzüberschreitende Spiel mit Klassik und Jazz ist Markenzeichen des Wanderers zwischen den musikalischen Welten, der Beethoven gern als Rockmusiker und echten Revoluzzer seiner Zeit bezeichnet. Entsprechen explosiv klingen auch die Interpretationen des Pianisten im virtuosen Zusammenspiel mit Fritz Roppel (Bass) und Wim de Vries (Schlagzeug).


Mai

Am 6. Mai verspricht die Thomas Bachmann Group Jazz einmal anders, als fließenden Groove, mit interessanten Themen, improvisatorischen Spitzenleistungen, spontan und interaktiv.

Inspiriert von weltweiten Musiktraditionen passt am 20. Mai die Formation Kairos den richtigen Augenblick ab und punktet mit starken Melodien, subtilen Nuancen und treibenden Rhythmen.


Juni

Am 15. Juni ist das Publikum dazu eingeladen, die Musik zu entdecken, die in enger, freundschaftlicher Zusammenarbeit der Ensemblemitglieder von kapelle17 geschaffen wird. Underground-HipHop, Free Jazz, rhythmisch komplexe Avantgarde-Musik und Brasil-Jazz treffen auf die Persönlichkeiten der Musiker und schaffen dabei einen faszinierenden Musikkosmos.


Juli

Das Publikum dürfte sich noch gut an die explosiven Auftritte erinnern, mit denen das Ensemble Wildes Holz rund um Blockflötisten Tobias Reisige, in Hürth begeisterte – jetzt gibt es endlich Nachschlag: Open-Air am 2.Juli.


Der junge Gitarrist David Riter spielte schon als Jugendlicher im Jazzkeller Hürth. Künstlerisch gereift steht er am 15. Juli mit seinem Trio feat. Thimo Niesterok (Trompete) für die schillernde Zukunft des Gypsy-Swings.


August

Einen Gaststar aus Kamerun bringt das Amaka Trio am 5. August nach Hürth. Der Trompeter Terrence Ngassa spielt zusammen mit dem Ensemble der Sängerin Amaka, die mit Gesangsgrößen wie Ella Fitzgerald und Sarah Vaughan verglichen wird. Dieses Konzert findet genauso unter freiem Himmel statt wie der am 6. August geplante Abend „Sven Jungbeck invites“. Was das Publikum erwartet, erläutert der Gitarrist so: „Die Corona-Zwangspause nutzte ich unter anderem dazu, ein Album aufzunehmen, für das ich mir einige der besten Jazzmusiker der Welt einlud. Darunter Größen aus der Gypsy-Swing-Szene wie Paulus Schäfer, Wawau Adler, Sandro Roy und Jimmy Rosenberg, der als Kinderstar mit Stéphane Grappelli musizierte. Natürlich können die ganzen Musiker nicht zusammen in Hürth auftreten. Dort spiele ich in reduzierter Besetzung mit Joscho Stephan, Paulus Schäfer und Volker Kamp am Bass. Für mich ist es selbstverständlich, dass die Release-Tour zum neuen Album in Hürth Halt macht. Ich wohne um die Ecke, bin hier oft zu Gast und habe einen Wahnsinnsrespekt davor, was Günther Reiners und die Vereinsmitglieder vor Ort für die Musik leisten. Da fühlt man sich zu Hause!“

Der 19. August gehört Trompeter und Sänger Michael Varekamp, ein designierter Louis-Armstrong-Kenner, der sich mit seinem Projekt Louis Armstrong Celebration Band auf das Repertoire konzentriert, das Satchmo in den 1940er und 1950er Jahren spielte.


September

Auf das goldene Zeitalter des Jazz beziehen sich auch die Musiker des The Golden Sound Trios, in dessen Zentrum das Saxofon steht (16. September)


Oktober

Am 17. Oktober meistert das Ellington Trio feat. Frederick Köster in Auseinandersetzung mit dem Großmeister des Swing-Jazz virtuos die Gratwanderung zwischen Solo-Spiel und Ensembleleistung.Das deutsch-amerikanische Trio Goldsby-Nuss-Nuss bringt 10-jährige Ensemble-Erfahrung, tiefe Verwurzelung im Jazz, aber auch Einflüsse aus Klassik, Latin, Pop, Soul und Funk in ihren Eigenkompositionen zusammen, die sie am 21. Oktober mit Standards garnieren.


November

Am 18. November bietet das Rouzbeh Asgarian Trio eine aufregende, mit orientalischen Harmonien und Einflüssen der europäischen Moderne gewürzte Melange aus Jazz, Rock, Pop und Funk in den Jazzkeller.

Am 30. November folgt das Hamburger Quartett Bluff, das sich von zeitgenössischen Einflüssen und Musikern wie Kenny Wheeler oder Ambrose Akinmusire inspirieren lässt.

Dezember

Der Dezember schließlich gibt sich schon ganz weihnachtlich, wenn am 2. Dezember das Ballroom Sündikat mit seinem Programm White Christmas und am 16. Dezember ChamberJazz goes Christmas für einen fulminanten Abschluss der Saison sorgen.