CD-Rezension

Mirna Bogdanovic |

Confrontation

Text: Stefan Pieper

Köln, 19.01.2021 | Das Klaeng-Label expandiert. Längst werden nicht ausschließlich Artists aus der Kölner Szene vom umtriebigen Musikerkollektiv herausgebracht. Die aktuelle Veröffentlichung featured eine erfahrene slowenisch-bosnische Sängerin/Komponistin/Arrangeurin, die aktuell in Berlin lebt: Mirna Bogdanovic hat auf ihrem neuen Album „Confrontation“ sich selbst gefunden - und kann sich hier auf eine Band verlassen, die sich der eigenen Ideenwelt zu öffnen bereit ist.

Nach ihrem Studium an der Musikakademie Ljubljana hat Mirna Bogdanovic klassisches Klavier studiert, danach Jazzgesang. Später zog sie nach Berlin, wo sie an der Universität der Künste bei Judy Niemack, Kurt Rosenwinkel und Greg Cohen ihr Studium abschloss. Auch gehörte sie unter Leitung von Niels Klein zum Bundesjazzorchester.

Auf ihrem neuen, eigenen Album will sie es wissen: Darauf deutet allein schon das Artwork der CD hin, wo nicht weniger als sechs Seiten auszuklappen sind. Die Songlyrics widerspiegeln die Gedankenwelt der 1990 in Sarajevo geborenen Künstlerin. Es geht um Beziehungen, um Träume, Ängste, um Lebenserfahrungen. Daraus formt Mirna Bogdanovic Songs, die zu reichen Kompositionen, ja Klanglandschaften anwachsen. Mirna Bogdanovic durchdenkt hier sämtliche Strukturen, was sehr überlegen wirkt. Dabei gelingt Mirna Bogdanovic beides: Persönlich zu werden und dennoch das ganz große Rad dabei zu drehen.

Gleich zwei Co-Sängerinnen, nämlich Pauline Peek und Dora Osterloh unterstützen sie in ausgesuchten Momenten. Was Mirna Bogdanovic angesichts ihrer Ausdruckstiefe im Gesang eigentlich gar nicht nötig hätte - aber warum nicht den Horizont weiter spannen?! Gut, dass die instrumentalen und auch dezidiert elektronischen Klangteppiche der Band groß und weit genug sind, um all dies aufzunehmen.

Denn auch Povel Widestrand (Piano, Rhodes, Syntheziser), Arne Braun (Gitarre), Saxofonist Wanja Slavin (auch auf Synthesizer, Flöte, Klarinette zu hören), Felix Henkelhausen auf dem Kontrabass und Fabian Gösch am Schlagzeug bieten genug Potenzial auf, um bei den verschlungene Fantasiereisen locker mitzuhalten.

Eine Anklage über eine enttäuschte Liebe artikuliert Mirna Bogdanovic im Stück „Never Believed“. Gefühle, die so nicht erwidert wurden, weil der andere in der Zweisamkeit nur einen schnöden Zeitvertreib sah. Mirna Bogdanovics Diktion erzeugt hier durchaus sowas wie eine musikalische Coolness, die über den Dingen stehen lässt. Souverän fügt sich eine Nummer von Jaco Pastorius/Brian Alexander ins Programm ein – und die passt bestens in die eigenen Song-Psychogramme hinein: Im Stück „Cold Lake“ geht es um die Konfrontationen mit Ängsten aus dem Unterbewusstsein. Das psychedelisch-labyrinthische Intro macht allein schon klar, worum es geht, bevor Mirna Bogdanovic mit einer kraftvollen Songlinie einsteigt.

CD

Mirna Bogdanovic

Confrontation

Klaeng Records 2020

https://klaengrecords.de/de/cds/mirna-bogdanovic-confrontation-cd.html

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