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Aki Takase, Daniel Erdmann und andere |

Das Jazz-Label BMC

Text: Heinrich Brinkmöller-Becker

Budapest, 19.12.2021 | Das Album Isn’t It Romantic? bringt zwei zu einer Duo-Produktion zusammen, die beide den Deutschen Jazzpreis 2021 gewannen: Aki Takase in der Kategorie ‚Piano/Keybords‘, der Saxophonist Daniel Erdmann in der Kategorie ‚Holzblasinstrumente‘. Die CD-Besprechung in nrwjazz hebt das raffinierte Zusammenspiel der beiden Vertreter von zwei Jazzer-Generationen hervor, die sich in ihrer musikalischen Sprache wunderbar ergänzen und gegenseitig befruchten.

In diesem Zusammenhang sei an das frühere Projekt der beiden erinnert, an die Zusammenarbeit mit dem DJ Illvibe in der Band Japanic, die CD Thema Prima von 2019 verdient es, wieder gehört zu werden.

Neben dem DJ, Aki Takase und Daniel Erdmann am Tenor- und Sopran-Saxophon sorgen Bassist Johannes Fink und Drummer Dag Magnus Narvesen für einen unglaublich frischen und mitreißenden Sound, der sich speist aus dem Material des Player-Pianos von Conlon Nancarrow und dieses übersetzt in eine „heutige“ Klangwelt. Das Quartett bringt in seiner Gruppenimprovisation mühelos elektronische Sounds des Turntables mit denen der akustischen Instrumente zusammen.

Beide Alben geben ein intensives Beispiel für den kraftvoll vibrierenden Ton von Daniel Erdmanns Saxophonspiel mit seinem unverwechselbaren bluesigen Timbre, wie übrigens auch in dem Album Won’t Put No Flag Out seines Trios Velvet Revolution mit Théo Ceccaldi und Jim Hart. (nrwjazz vom 24.05.2020).

Die Alben sind von dem Budapester Label Budapest Music Center Records (BMC) herausgegeben – ein willkommener Anlass, kurz auch auf andere Veröffentlichungen dieses Verlags mit dem Schwerpunkt Jazz und Klassik aufmerksam zu machen. Die aufgeführten CDs stehen exemplarisch für eine breites kreatives Kraftfeld der europäischen Jazzszene mit hervorragenden Musikern und immer ausgefallenen musikalischen Ideen.

Captivate: Posaunist Yves Robert, Drummer Cyril Atef und Bassist Bruno Chevillon zaubern in 19 kurzen Tracks einen freien Klangkosmos, dem man anhört, dass hier ein Trio seit über zwei Jahrzehnten zusammenspielt. Zu hören sind poetische, zum Teil humorvolle Spielfreude, virtuos-grooviger Tanz mit viel Effekten aus der Elektronik- und digitalen Trickkiste.

Antiquity: Das ungarisch-britisch-französische Trio mit dem Gitarristen Csaba Palotai, Rémi Sciuto am Bariton- und Sopranino-Sax und dem Drummer Steve Argüelles kreiert eine vielschichtige Soundscape, die mal an Neil Young oder Ry Cooder, mal an westafrikanischen Blues, mal an europäischen, vielleicht psychodelischen Rock erinnert.

In dem Album Mussorgsky Pictures Revisited adaptieren Saxophonlegende Dave Liebman (ss) und Kristjan Randalu (p) Mussorgskys Klavierzyklus auf höchst originelle Weise. Die bekannten Melodien erfahren eine spannende Frischkur durch raffinierte Improvisation und Liebmans umwerfendes Sopransax.

Aki Takase, Daniel Erdmann: Isn’t It Romantic? Budapest Music Center Records 2021. BMC 301

Aki Takase Japanic: Thema Prima. Budapest Music Center Records 2019. BMC CD 268

Daniel Erdmann’s Velvet Revolution. Featuring Théo Ceccaldi & Jim Hart: Won’t Put No Flag

Out. Budapest Music Center Records 2019. BMC CD 282

Yves Robert Trio: Captivate. Budapest Music Center Records 2019. BMC CD 269

Palotai, Argüelles, Sciuto: Antiquity. Budapest Music Center Records 2019. BMC CD 276

Kristjan Randalu, Dave Liebman: Mussorgsky Pictures Revisited. Budapest Music Center Records 2020. BMC CD 286