Konzert-Tipp

Ein Glücksfall für den Jazz |

Grégory Privat in Dorsten

Dorsten, 18.10.2021 | Er ist ein Glücksfall für den Jazz. Grégory Privat, auf Martinique aufgewachsen und heute in Paris lebend, gilt mit seinem eigenen Trio unter Kennern der Jazzszene als absoluter Geheimtipp. Dieses glänzend besetzte Trio (Chris Jennings am Bass und Tilo Bertold Drums) ist 29.10.2021 im Gemeinschaftshaus Wulfen live zu erleben.

Die von der mitreißenden, traditionellen Musik Martinique's beeinflussten Kompositionen sind vergnügt, hoch melodiös, streckenweise rockig und haben Groove. Grégory Privat ist ein Erdenbürger, der ganz bewusst im irdischen Hier und Jetzt Musik für diesen Planeten spielt. Die Offenheit, Fabulierlust und unvoreingenommene Leichtigkeit seiner Erzählungen reicht über alles hinaus, was man von einem Piano Trio erwarten kann.

Grégory Privat wollte für sein Trio neue Aufstellungen und Möglichkeiten finden. So klingen die drei Musiker in jedem Song wie eine andere Band, und trotzdem ist ihre dominante musikalische DNA fortwährend spürbar. Die musikalische Tradition seiner Heimat Martinique ist in dieser Musik überall präsent. Der früheste musikalische Einfluss auf ihn war sein Vater, ein Pianist, der in einer der berühmtesten Bands aus Martinique namens „Malavoi“ spielte. Der Jazz wurde nun seine musikalische Heimat. Die nächste Station war die harte Schule der Sessions und Gigs in den Jazzclubs von Toulouse, wohin Privat eigentlich wegen eines Ingenieursstudiums übersiedelt war. Derart gerüstet ging er nach Paris, um sich in der vitalen, stiloffenen Jazzszene der Stadt einen Namen zu machen. Mit 27 gab er seinen gut bezahlten Zweitjob im Büro endgültig auf, um sich ganz auf seine Musik zu konzentrieren. Bald spielte er mit den namhaftesten aus Guadeloupe stammenden Kollegen wie Saxofonist Jacques Schwarz-Bart, dem Trompeter und Miles-Davis-Schüler Franck Nicolas und dem Gwoka-Master, Perkussionisten und Schlagzeuger Sonny Troupé, der zum Weggefährten und Freund werden sollte. Privat arbeitete aber auch mit Größen der europäischen Szene wie Stéphane Belmondo, Remi Vignolo oder dem aktuell mit seinem eigenwilligen Jazzrock durchstartenden Guillaume Perret.

In Zeiten zunehmender Abgrenzung brauchen wir Musik, die die Tür wieder ein Stück aufstößt und uns Mut und Zuversicht verleiht. Der aus Martinique stammende und in Paris lebende Pianist Grégory Privat beschenkt uns mit solch einem Sound auf seinem neuen Album „Soley“.

LineUp: Grégory Privat (Piano, Keys, Vocals), Chris Jennings (Kontrabass) und Tilo Bertold (Drums, Effekte)

Tickets unter: https://publicjazz.de/schedule/gregory-privat/