Planetarium Bochum eröffnet wieder |

Live-Konzert und Projektion widmen sich „himmlischem“ Instrument

Fotos: Heinrich Brinkmöller-Becker

Bochum, 10.06.2021 | Das Instrument Celesta ist im Jazz nur sehr sporadisch eingesetzt, gilt es doch vor allem in der Klassik und im Pop als ein "Spezialist" für eine bestimmte Klangfarbe. Wer kennt ihn nicht, den unverwechselbaren Klang beim Hauptthema vom Harry Potter-Soundtrack oder im Tanz der Zuckerfee in Pjotr Tschaikowskis Der Nussknacker? Dass dieser glockenspielähnliche Sound von der Celesta stammt, wissen vielleicht die wenigsten. Es sieht aus wie ein kleineres Klavier oder Harmonium, weltweit fehlt es in keinem renommierten Orchester, Konzerthaus oder Studio. Seine Herstellung und Funktionsweise dürften weitgehend unbekannt sein.

Jetzt gibt es eine Gelegenheit, dies zu ändern. Das Planetarium Bochum öffnet seine Toren wieder am 17. Juni 2021, und zwar mit einer ganz besonderen Veranstaltung, die der Celesta gewidmet ist: mit einem Live-Konzert verbunden mit einer Kuppelprojektion.

Nrwjazz-Redaktionsmitglied Heinrich Brinkmöller-Becker hat die Firma Schiedmayer Celesta in Wendlingen besucht und mit seiner Kamera den Produktionsprozess begleitet. Die Manufaktur in der Nähe von Stuttgart ist mittlerweile weltweit die einzige, die nach dem Patent des Franzosen Victor Mustel dieses „himmlische“ Instrument herstellt (céleste, frz.: himmlisch). Die animierte Projektion in der Kuppel des Planetariums zeigt das Handwerk dieses Instrumentenbaus mit über 5.000 Einzelteilen aus Holz, Metall und Filz.

Zu der Projektion spielt Kai Schumacher live auf einer Celesta. Der Pianist und Komponist hat sich mit den Spieltechniken und klanglichen Möglichkeiten des Instruments besonders vertraut gemacht. Er führt neben eigenen Werken Kompositionen von J.S. Bach, Franz Liszt, Erik Satie, Philip Glass, Hans Otte auf. Die so vom Solo-Konzert begleitete Projektion verspricht ein besonderes Hör- und Seh-Erlebnis, das einem außergewöhnlichen Instrument und seinem ebensolchen Klang gewidmet ist. Vielleicht eine Anregung, dieses Instrument auch für den Jazz und die improvisierte Musik stärker einzusetzen.

Dauer: ca. 60 Minuten

Donnerstag, 17.06.2021, 20 Uhr

Eintritt: 15 €, ermäßigt 12 €

In Kooperation mit dem Förderverein Haus Kemnade e.V.

Planetarium Bochum

Castroper Str. 67

44791 Bochum

Informationen zu den aktuellen Corona-Bedingungen und Anmeldung unter: www.planetarium-bochum.de