Bonner Jazzchor |

Kontrastreich im Pantheon

Text & Fotos: Vera Marzinski

Bonn, 19.12.2021 | Nicht nur optisch zeigte sich der Bonner Jazzchor kontrastreich im Bonner Pantheon zu Beginn der Adventszeit. Von leise bis laut, von hell bis dunkel (optisch), von groovig bis melancholisch - war alles dabei.

Viele Seiten des Chores mit dem einzigartigen Groove gab es im Bonner Pantheon - in ihrem „großen Wohnzimmer“. Alle Sängerinnen und Sänger mit 2G+ und glücklich, endlich wieder einmal vor Publikum singen zu dürfen. Der 2003 gegründete Chor steht für Vocal Jazz Pop – und das vom Feinsten. Im Repertoire sind Jazz-und Swing-Standards genauso zu Hause wie Singer-Songwriter-Balladen, grooviger Funk, bestechend andersartige Arrangements deutscher Volksmusik und auch immer ein paar neue Überraschungen.

Das Programm im Pantheon eröffneten sie mit „Green Garden“. Wie bei diesem Song, sind die Arrangement-Stile jedes Songs gut durchdacht und reißen immer wieder mit, so auch bei „Don't Wanna Dance“. Das nachdenklich stimmende „Am Tag“ kam nicht zum Abschied, auch wenn es da heißt „Ich sehe schon den Zug am Gleis warten – ich will noch nicht gehen“. Es folgten Stücke wie „Book of Love“ oder „Shallow“, „Kaléidoscope“ oder auch „Leave the open door“ und ein wundervolles „Saint Cecilia“ – gewidmet der heiligen Cäcilia - der Schutzpatronin der Musikerinnen und Musiker. Kajsa Valas Lied "Saint Cecilia" kommt in der Gestalt eines Gebets daher, dass der Bonner Jazzchor und das dänische Ensemble Lyt in 2020 gemeinsam als Single und Video aufgenommen haben. Und auch alleine nehmen sie die Energie des Liedes ebenso grandios auf und machen es zu etwas Besonderem. Unfassbare Harmonien sowohl in den kleinen Chorgruppen, die immer wieder mal zwischendurch in unterschiedlichen Zusammensetzungen auf der Pantheon-Bühne standen, als auch im gesamten Chor mit rund 30 freudestrahlenden Sängerinnen und Sängern, erlebten die Konzertgäste.

Viel Energie zeigte auch Andrea Figallo, der 2020 zum Chorleiter erwählt wurde. Die Jazzmusikerin Sascha Cohn, die den Chor von 2009 bis 2019 leitete, prägte mit ihrer Energie und ihrem Groove das Profil des dem Bonner Jazzchors und seinen unverwechselbaren Sound. Der mehrfache Grammy- und Cara-nominierte Sänger, Produzent, Arrangeur, Chorleiter und beliebter Coach und Juror in der hochrangigen internationalen A-cappella-Szene Andrea Figallo setzt genau das weiter fort. Schon lange verbindet den Chor eine Freundschaft mit Powerbündel und Multitalent Figallo, der das erste Album "Bottle this moment" produziert hat. Nun haben sie die Energien gebündelt, sind zusammengewachsen, und haben sich ganz offensichtlich gegenseitig inspiriert sowie wunderbare musikalische Momente erlebt - und beim Konzert im Pantheon die Gäste erleben lassen. Während der Chorleiterfindungsphase übernahm unter anderem auch Jan-Hendrik Herrmann – Leiter des Jazzchores der Uni Bonn und seit 2018 tätig als Berater und Coach für die teilnehmenden Ensembles an der Fernsehsendung „Der Beste Chor im Westen“ – die Chorproben. Beim Konzert im Pantheon fungierte er bei einigen Stücken als Vocal-Percussionist.

Zu den Highlights des Erfolgs des Bonner Jazzchores gehören der 2. Platz beim internationalen Wettbewerb des renommierten Aarhus Vocal Festival 2011, ein 3. Preis beim Deutschen Chorwettbewerb 2010 und ein 2. Preis beim Deutschen Chorwettbewerb 2014. Zwei CD haben sie mittlerweile veröffentlicht und seit Nikolaus 2021 sind „Bottle This Moment“ und „Take Me Outside“ nun bei Spotify, Amazon Music, Apple Music und den weiteren typischen Streaminganbietern online. Infos zum Bonner Jazzchor: www.bonnerjazzchor.de

Jazz im Bonner Pantheon gibt es wieder – wenn die Corona Regeln es zulassen – am 12. Februar 2022 mit dem Jazzfest Bonn Extended THE PRINCE EXPERIENCE – Vince Mendoza & WDR Big Band. Weitere Infos zum Konzert und zum Pantheon: www.pantheon.de