CD Besprechung

Maluba Orchestra |

Marilyn Mazur - Fredrik Lundin - Kaspar Bai

Text: Uwe Bräutigam

Düsseldorf, 13.01.2020 | Das dänische Maluba Orchestra begann auf dem Kopenhagen Jazz Festival 2017 mit einen furiosen Start. Ein Large Ensemble mit 13 Musiker*innen. Komponiert und arrangiert wird die Musik von einem Dreier –Kollektiv: Marilyn Mazur, Fredrik Lundin und Kaspar Bai. Drei unterschiedliche Musikerpersönlichkeiten, die ihre ganz eigenen Kompositionen einbringen. Saxophonist Fredrik Lundin, der schon seit Anfang der 80er in der dänischen Jazzszene einen festen Platz hat, bringt seine Liebe zum Blues und Rock mit in seine Musik. Gitarrist Kaspar Bai ein herausragender Instrumentalist bringt eine große Bandbreite an Kompositionserfahrungen mit, von Big Band über Chor bis Kammerensemble. Perkussionistin Marilyn Mazur, die international wohl erfahrendste der drei, war in der Bands von Miles Davis und Jan Gabarek oder hat mit Wayne Shorter und Gil Evans gespielt.

Diese Vielfalt an musikalischen Erfahrungen spiegelt sich in der Musik des Maluba Orchestra wieder.

So beginnt das Eröffnungsstück Circling Back von Lundin mit langen schwebenden Tönen, dann setzen tiefe Bläser ein und es entwickelt sich eine Melodie. Lundin spielt ein druckvolles Saxophon Solo, das an wilde Free Jazz Zeiten erinnert. Völlig anders ist die Suite Marcology Part I-III von Kapar Bai, mit 11:24 das längste Stück auf dem Album. Inspiriert ist es vom französischen Avantgarde Gitarristen Marc Ducret, der gerne längere Suiten komponiert mit dramatischen Wechseln und Einschnitten. So ist auch Marcology angelegt wie ein Film mit harten Schnitten. Von rockiger Gitarre, über ein expressives Trompetensolo, markanten Basslinien, bis hin zu einer gebrochenen Swingmelodie am Schluss. Marcology ist das spannendste Stück des Albums.

Marily Mazur steuert sehr unterschiedliche Stücke bei. So ist Maluba Birds, eine experimentelle Naturbetrachtung, die mit dunklen Tönen der Kontrabassklarinette eröffnet wird. Das Stück ist ursprünglich für ein klassisches Ensemble geschrieben. Mit Windy Wish dagegen hat Mazur ein Stück mit traumartigen Klängen geschrieben. In Maluba Fanfare kommt die Schlagzeugerin in Mazur zum Vorschein, schnell und rhythmusbetont, ganz das Gegenbild zu Windy Wish. Im letzten Stück fließt Johann Sebastian Bachs Neujahrs Hymne: Das alte Jahr vergangen ist in Lundins Stück All`s Well That Ends Well mit ein.

Ein wirklich gehaltvolles und abwechslungsreiches Album mit spannender Musik. Das Maluba Orchestra hat die Klangfülle einer Big Band und die Frische einer jungen Kleinformation.

Maluba Orchestra, Stunt Records STUCD 1942.