Lammel, Lauer, Bornstein |

Ein erfrischendes Jazztrio

Text: Christoph Giese | Fotos: Band-Website

Essen, 20.01.2020 | Auf dem Tempelhofer Feld in Berlin ein Musikvideo zu produzieren – gar nicht so einfach. Eine teure Genehmigung ist nötig, Bestimmungen müssen eingehalten werden. Das Berlin-Dresdener Jazztrio „Lammel Lauer Bornstein“, kurz „LLB“, hat sich davon nicht abhalten lassen. Und Wege gefunden um schließlich ein sehr ästhetisches, schönes Video auf dem stillgelegten Flughafen gedreht.

Am Ende eines wunderbaren Konzertabends im Bürgermeisterhaus in Essen schlägt Bassist René Bornstein dem Publikum vor die Smartphones anzuwerfen, auf Youtube das Video zu suchen und es abzuspielen. Ohne Ton natürlich, denn den Soundtrack liefert das Trio ja live.

Ein ungewöhnliches Erlebnis bei einem Konzert. So ungewöhnlich wie auch „LLB“ den ganzen Abend über in Essen klingen. Nämlich hymnisch packend, zwischen Klangsuche und starken Melodien, denen man nur zu gerne folgt auf leicht verschlungenen Wegen, die aber zu keiner Sekunde irgendwie anstrengend wirken.

Das ist die wahre Kunst von Pianist Andreas Lammel, Schlagzeuger Florian Lauer und Bassist René Bornstein, die inzwischen seit zehn Jahren als Trio gemeinsam Musik machen: Komplexes leicht wirken zu lassen, kammermusikalische Momente in immer wieder sanft explodierende Wucht weiterzuleiten, Jazz poppig anzustreichen, ohne dabei aber je zu dick aufzutragen. Und das alles in einem durchlaufenden Fluss und in traumhaftem Zusammenspiel.

Weiterer Termin: 27. März: domicil, Dortmund