nachgefragt

FIVE BIRDS and STRINGS |

Im Gespräch mit Axel Fischbacher

Text: Bernd Zimmermann

Hilden, 03.02.2020 | Die Rolle als der Gitarrist, der allein mit seiner Gitarre etwas erfindet, improvisiert, schreibt und spielt, ist für Axel Fischbacher die eine Seite, Komponieren und als Teil einer großen Besetzungen zu spielen ist für ihn aber genauso wichtig.

Am 7. Februar 2020 ist Uraufführung des neuen Projekts von Axel Fischbacher in Wuppertal – FIVE BIRDS AND STRINGS – das Axel Fischbacher Quintet und die Kammerphilharmonie Wuppertal unter der Leitung von Werner Dickel. Hier spricht Axel Fischbacher über seine neuste Kreation.

nrwjazz.net: Axel, warum ein solch großes Projekt?

Ich mag das kompositorische „Weiterdenken“ der Klänge, über den Sound meines Instrumentes hinaus, über den Klang meiner Band hinaus. Ich mag es, im Ensemble Teil eines Gesamtklanges zu sein. Und darum ist dies nun auch schon meine dritte* Arbeit (siehe unten) mit einem größeren Ensemble.

nrwjazz.net: Wie kamst Du auf die Idee für dieses Projekt?

Das aktuelle Album 'FIVE BIRDS and STRINGS' knüpft an den Geist meiner vorherigen LP 'Five Birds, Axel Fischbacher Quintet plays Charlie Parker' an. Sie war ein famoser Erfolg. Viel Lob seitens der Kritiker und Medien, viele schöne Konzerte und so manches Festival. Und übrigens spielen wir das Parker-Programm auch weiterhin, denn 2020 ist Charlie Parkers 100stes Geburtsjahr.

Während dieser Zeit wurden allerlei „lustige“ Ideen an mich herangetragen, was denn nun so als nächstes zu tun sein. Monk, Gillespie, Bud Powell etc.?.
„Also mach doch mal sowas wie „Charlie Parker with Strings“ …ist doch ein berühmtes Album und es läge ja nahe sowas jetzt zu machen… . Das kam so nicht für mich in Frage. Aber auf diesem (Um-)Weg habe ich mich an die jetzt vorliegende Produktion angenähert.

nrwjazz.net: Wie hast Du Dich an das Projekt angenähert?

Zunächst mal habe ich dann alles studiert was es so gibt an Jazz Band und Strings. Eben Charlie Parker with Strings“, „Parker mit Strings live“, diverse Bootlegs mit dieser Musik, „Focus“ mit Stan Getz und noch vieles mehr. Alles großartige Musik, aber eher etwas, das ich mal respektvoll für immer da lassen möchte wo es ist. Letztendlich war das Ganze auch ein bißchen eine Reise in meine eigenen Anfänge als Musikhörer in den frühen siebziger Jahren. Da konnte ich selbst noch gar kein Instrument spielen, aber meine Lieblingsbands, wie The Nice oder später Emerson, Lake & Palmer hatten sich sehr auf das Experimentieren zwischen kreativem Rock und klassischer Musik eingelassen und tolle Alben gemacht.

nrwjazz.net: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem Kammerorchester?

Ich habe Werner Dickel, den Chef der Kammerphilharmonie Wuppertal kennen gelernt. Dabei haben wir ausführlich über Musik und das Leben philosophiert und dann beschlossen unsere Ensembles für das Projekt zu kombinieren.

nrwjazz.net: Und wie ging es dann weiter?

Nach einer weiteren Studienrunde, in der ich Musik von mit Bartok, Debussy, Varese, Strawinsky gehört und studiert habe, weil Charlie Parker ein großer Verehrer dieser Komponisten war, habe ich erstmal zwei Monate Hörpause gemacht, weil mir Kopf, Herz und Ohren geschwirrt haben.

Und dann habe ich es einfach aufgeschrieben. Und dabei herausgekommen ist ein Axel, kein Remake. Es ist musikalisch nicht Eins zu Eins aber im Spirit konsequent die Weiterführung meiner Liebe zu Parkers Bebop.

Mehr Informationen zum Projekt findest Du hier...

FIVE BIRDS and STRINGS live:

7.2. Wuppertal | 8.2. Ratingen | 9.2. Krefeld