Janning Trumann: Wem Zeit wie Ewigkeit |

Zeitgenössischer Jazz und improvisierte Musik im Kirchenraum

Text: Uwe Bräutigam | Fotos: Gerhard Richter/Barlach Stiftung

Düsseldorf, 15.09.2019 | Der Posaunist und Komponist Janning Trumann präsentiert im Oktober sein neues Werk „Wem Zeit wie Ewigkeit“, eine Verbindung von Jazz und improvisierter Musik mit mystisch-sakralen Themen.

Janning Trumann, der für sein Quartett, seine Band Makkro, sein Spiel in der Subway Bigband und diversen Projekten von Kritikern und Publikum hoch gelobt wird, entwickelt immer wieder neue spannende Musikprojekte.

Angeregt wurde die aktuelle Komposition „Wem Zeit wie Ewigkeit“ durch ein Bild von Ernst Barlach mit dem gleichnamigen Titel. Das Bild erschien 1916 in der pazifistischen Zeitschrift „Der Bildermann“, die von Ernst Cassierer herausgegeben wurde. Dieses Bild bezieht sich auf ein berühmtes Zitat des protestantischen Mystikers Jacob Böhme (1575 - 1624):

„Wem Zeit wie Ewigkeit und Ewigkeit wie Zeit, der ist befreit von allem Leid.“

Janning Trumann ist mit Musik im Kirchraum seit seiner Kindheit vertraut. Er wuchs in einem protestantischen Elternhaus in der Lüneburger Heide auf. Seine Mutter ist Organistin und Janning spielte im Posaunenchor der Kirche.

In den Sommerferien zieht er sich auch heute noch auf den elterlichen Bauernhof zurück und nutzt die örtliche Kirche als Übungsraum.

Während des Posaunenspiels in der Kirche kam ihm die Idee: Musik für einen Kirchenraum zu schreiben. Er knüpfte dabei an ein Konzert im Sendesaal des Deutschlandfunk in Köln an, das ihn schon damals an eine Komposition für einen großen Raum denken lies.

So begann er 2017, inspiriert von dem oben genannten Barlachbild, ernsthaft an solch einer Komposition zu arbeiten.

Das Werk „Wem Zeit wie Ewigkeit“ besteht aus sechs auskomponierten Teilen, die jeweils durch einen Improvisationsteil miteinander verbunden sind.

Es werden acht Instrumente eingesetzt. Im Mittelpunkt steht eine Orgel, dazu ein Bläsersatz aus Trompete, Altsaxophon, Klarinette, Posaune und Baritonsaxophon, als klanglicher Widerpart dazu stehen Bass und Vibraphon.

Um dem Konzert eine besondere visuelle Gestalt zu geben, wird die Musik von einer Lichtinstallation begleitet werden.

In der Kölner Szene ist Janning bekannt dafür, dass er beharrlich seine musikalischen Visionen entwickelt und sie in konkrete Projekte und Konzertideen für den Jazz umsetzt. So präsentiert er nun auch nach zweijähriger Arbeit seine Großkomposition „Wem Zeit wie Ewigkeit“ in drei Konzerten. Eine der größten Herausforderungen, die er meisterte, war das Zusammenführen der Musiker*innen. Alle acht Musiker*innen, die in diesem Projekt mitwirken, kennt er schon lange, sei es noch aus Schulzeiten in der Lüneburger Heide, aus seiner Zeit in New York oder aus seinen Jahren in Köln.

Das erste Konzert findet in seinem Heimatort Barum statt und das letzte Konzert in Köln, der Stadt in der nun seit vielen Jahren lebt.

Das Kölner Konzert findet in der evangelischen Antoniterkirche statt. Diese Kirche wird informell auch als `Kölner Barlachkirche` bezeichnet, weil hier die berühmte Figur „Der Schwebende“ installiert ist. Es ist der Zweitabguss des Kunstwerkes der in der Kirche hängt, das Original war in Güstrow und wurde von den Nazis als entartete Kunst entfernt und später für die Waffenproduktion eingeschmolzen. Der Sicherungsguss, nach dem die Kölner Figur gegossen wurde, ist im 2. Weltkrieg in Jannings heimatlichen Landkreis versteckt worden. Welche Kirche könnte besser zur Präsentation einer Komposition, die von einer Barlach Zeichnung inspiriert ist, passen, als die Antoniterkirche in Köln.

Wem Zeit wie EwigkeitZeitgenössischer Jazz und improvisierte Musik im Kirchenraum
Eine Komposition von Janning Trumann


5. Oktober 2019, 19 Uhr St. Georgskirche Barum Eintritt frei
6. Oktober 2019, 18 UhrKlosterkirche Loccum Eintritt frei
7. Oktober 2019, 19 UhrAntoniterkirche Köln Eintritt: 12,-/ erm. 8,- €

Janning Trumann Nonett

Heidi Bayer - Trompete (Köln)
Charlotte Greve - Altsaxophon (New York/Lüneburg)
Uli Kempendor! - Klarinette/Tenorsaxophon (Berlin)
Janning Trumann - Posaune (Köln/Barum)
Tini Thomsen - Baritonsaxophon/ Bassklarinette (Lüneburg)
Sebastian Scobel - Orgel (Köln)
Stefan Schönegg - Kontrabass (Köln)
Dierk Peters - Vibrafon (New York)

Lena Czerniawska - Lichtinstallation