Keine Perspektive, keine staatliche Unterstützung |

Crowdfunding FineArtJazz

Gelsenkirchen, 17.02.2021 | Keine Perspektive, keine staatliche Unterstützung. Nun nehmen sie es wieder selbst in die Hand und starten mit ihrem Förderverein eine Crowdfunding-Kampagne.

Seit dem 5. November 2020 wurden für FineArtJazz keine Tickets mehr verkauft. Die Milliarden für die Förderung der Kultur suggerieren Hilfe für die Kulturschaffenden.In Wahrheit ist da wenig, um die Veranstalter über die Zeit der Arbeitsverbote zu bringen. Von der erster Milliarde konnten allein 250 Millionen nur für sogenannte Infektionsschutzmaßnahmen verwendet werden, also Lüftungsanlagen und Plexiglasscheiben. Dennoch wurde die Kultur als erstes wieder stillgelegt. Aus heutiger Sicht eine verkappte Wirtschaftsförderung, von der kein Veranstalter satt werden konnte. Weitere Millionen gingen an bereits vom Bund großzügig subventionierte Kultureinrichtungen. Letztendlich blieben gerade einmal 80 Millionen für mittlere und kleinere Veranstalter übrig. Aber auch hier waren die Hürden so hoch, dass viele leer ausgingen. Diejenigen, die antragsberechtigt waren, bekamen oder bekommen aber nur etwas, wenn sie dafür auch was bieten. Nämlich Festivals oder Konzerte aus dem Boden stampfen, die dann gefördert werden. Förderungen für laufende Betriebskosten, Mittel zum Lebensunterhalt oder die Verbesserung der Infrastruktur in die Zukunft, also über infektionsbedingte Investitionen hinaus, wie zum Beispiel Imagekampagnen, Website-Upgrades, Ticketsysteme, Fehlanzeige. NEUSTARTKULTUR wird also als nichts anderes verstanden, als nach der Pandemie da weiter zu machen, wo aufgehört wurde.

Für die Öffentlichkeit aber sieht es so aus, als würden die Kulturschaffenden großzügig unterstützt. Dies erschwert selbst-organisierte Crowdfunding - oder Spendenkampagnen.

PublicJazz events hat sich bisher mit den Geldern aus nicht zurück geforderten Ticketeinnahmen über Wasser gehalten. Das heißt, wenn die verbotenen Konzerte nachgeholt werden, gibt es nur noch wenig bis keine Ticketeinnahmen, sondern nur noch Rechnungen.

Den Saisonstart für 2021 hatte der Verein zur Förderung von Jazz und Kunst, der mittlerweile in Kooperation mit PublicJazz events die internationale Jazzreihe FineArtJazz bereits auf den 12. März verschoben. Auch diese, im Verhältnis zu anderen Veranstaltern recht weitsichtige Entscheidung wird wohl nicht aufgehen. Also noch länger keine Einnahmen, noch länger die Fixkosten stemmen.

Nun haben sich die Macher der Reihe FineArtJazz entschlossen mit Unterstützung der Volksbank Ruhr Mitte eine Crowdfunding-Kampagne zu starten, um die, für das Nördliche Ruhrgebiet so wichtige Konzertreihe finanziell zu stabilisieren. Auf jede Spende von nur mindestens 5 Euro legt die Volksbank 10 Euro drauf. Nun hofft der Verein auf viele Spenden, um nicht nur über die Zeit zu kommen, sondern - wenn möglich - einen kraftvollen, nicht an Förderrichtlinien gebundenen Neustart hinzulegen.