Bodek Janke Band feat. Shishani Vranckx |

Song II

Text & Fotos: Vera Marzinski

Köln, 22.03.2020 | Mit „Song II“ hat Bodek Janke zum zweiten Mal Musikstücken, die eigentlich nichts mit Jazz zu tun haben, ein neues musikalisches Jazzgewand verpasst. Im „King Georg“ stellte er am 3. März die neue CD mit seinem Quartett vor.

Nicht nur Songs, die man sich überhaupt nicht im Jazzsound vorstellen konnte, wie das "Life ist Life" der österreichischen Band Opus arrangierte Bodek Janke ganz neu. Auch Folksongs der Sängerin Shishani Vranckx. So ihr vor neun Jahren komponiertes „Minority“. Dieses Lied über Minderheiten war bei den „Namibian Annual Music Awards 2013“ als bestes Single Non Album und Best Music Video nominiert. „Liebe mich oder hasse mich, diskriminiere mich - aber du kannst nicht die Art und Weise ändern, wie ich mich fühle“ heißt es darin. Die in Namibia geborene Singer-Songwriterin überzeugte auch beim Release-Konzert in Köln mit ihrer besonderen Stimme, die einerseits sehr filigran und andererseits sehr powerful ist. Zudem sind die Texte ihrer Stücke immer sehr tiefgründig und mit einer Botschaft versehen. So auch das „Lay in the sun“. Nicht nur ihre Stücke arrangierte Bodek Janke neu. „Take on me“ ist eigentlich ein Pop-Song und war die Debütsingle der norwegischen Band „a-ha“ aus ihrem ersten Album „Hunting High and Low“ (1984). Kristjan Radalu lief nicht nur hier am Flügel zu Hochformen auf. Der Pianist trug ebenso zu einem ganz besonderen Konzert bei, wie Kontrabassist Phil Donkin. Bodek Janke hat mit Vranckx, Randalu und Donkin schon die erste „SONG“-CD produziert und unter anderem im Juli 2018 in Köln im Stadtgarten vorgestellt. Er lässt seinen Mitmusikern immer viel Raum, sich mit Soli-Parts zu entfalten. Zu den Schlussstücken im "King Georg" gesellte sich noch Saxophonist Alexej Malakhau mit seinem brillanten Spiel dazu, als Shishani Vranckx ihr „Lay in the sun“ anstimmte.

Bodek Janke ist einer der gefragtesten Schlagzeuger und Perkussionisten der internationalen Jazz- und Weltmusikszene. Er verfügt über eine einzigartige und herausragende Art, Schlagzeug, indische Tabla und verschiedene Percussion-Instrumente zu spielen – davon konnten sich auch die Gäste im „King Georg“ Anfang März überzeugen. „Rhythm is a dancer“ heißt eins der neu arrangierten Stücke – eigentlich ein Lied der Dance-Gruppe „Snap“ aus der 1992 einsetzenden Eurodance-Welle. Eine vollkommen neue Version – die alte nervte Janke früher in der „Muckibude“, wie er verriet. Ebenso der Haddaway-Hit „What is love“. Früher habe er solche Musik immer weggedreht, wenn sie im Radio lief, erzählte ein Gast nach dem Konzert – aber in der Variante sei es doch mehr als sehr hörbar.

„Rhythm is Bodek“ passte bei diesem Konzert auf alle Fälle auch, denn „it’s a passion“ spürt man bei ihm mit jedem Stück. So heißt dann auch eine Eigenkomposition „Leidenschaft“. Und auch ein „echtes“ Jazzstück aus dem „Great American Songbook“ hatte der Percussionist für das Konzert und auch für die CD „Song II“ ausgewählt. „I fall in love too easily“ von Jule Styne wurde erstmals von Frank Sinatra 1944 in einem Filmmusical gesungen und in den folgenden Jahren zu einem viel gespielten Jazzstandard. Multi-Percussionist Bodek Janke hat mit seinem neuen Projekt “SONG” ein genreübergreifendes Experiment ins Leben gerufen, dass voll und ganz überzeugt.

Leider mussten die weiteren Konzerte abgesagt werden, aber auf der CD „Song II“ sind die Stücke des Konzertabends zu hören – und noch weitere Gäste, wie Bill Evans und Sebastian Studnitzky vertreten.

CD:

Bodek Janke: Song II

Label: Dreyer Gaido / 9652254