CD-Besprechung

Omer Klein |

Fearless Friday

Text: Hans-Bernd Kittlaus

Köln, 13.03.2015 | Der Pianist Omer Klein zählt zu den interessantesten Stimmen des zeitgenössischen Jazz-Klaviers. Der gebürtige Israeli lebt nach einigen Jahren in New York inzwischen in Düsseldorf, ist aber weiterhin sehr international tätig. Mit seinem Trio hatte Klein zuvor schon drei vielbeachtete CDs veröffentlicht, dies ist nun die erste seit der jüngsten Umbesetzung. Der junge Schlagzeuger Amir Bressler fügt sich nahtlos ein, und mit Bassist Haggai Cohen-Milo hat Klein einen langjährigen Freund und Weggefährten an seiner Seite. Die CD enthält 10 Titel, außer Ellington’s „Azure“ alles Eigenkompositionen Kleins, die seine kompositorische Spannbreite zeigen. Dabei kommt seine in der jüdischen Tradition wurzelnde Fähigkeit zur Geltung, wunderschöne in Erinnerung bleibende Melodien zu erschaffen wie etwa „I guess that’s why they call it falling“ oder „Niggun“. Auch das Klangbild des Nahen Ostens wird punktuell immer wieder hörbar, doch dies ist keine Weltmusik, sondern konsequenter Modern Jazz auf der Höhe der Zeit. Auch rhythmisch zeigt das Trio großen Abwechslungsreichtum, vom vorwärtstreibenden „Shwaye Shwaye“ bis zum stimmungsvoll introvertiert beginnenden „Dimensions“, das sich dramatisch steigert. Die CD belegt eindrucksvoll, warum deutsche Konzertveranstalter dieses Trio erfreulicherweise immer häufiger engagieren.

Neuklang NCD 4113

zur Website von Hans-Bernd Kittlaus