CD-Besprechung

Nicolas Simion Group |

Tarantella Facile

Text: Hans-Bernd Kittlaus

Köln, 30.03.2015 | Wenn es noch eine Rechtfertigung gebraucht hätte, den Kölner Nicolas Simion im Januar 2015 mit dem WDR Jazzpreis für Komposition auszuzeichnen, liefern sie die zehn Kompositionen dieser CD. Da gibt es das volksmusik-inspirierte Titelstück, die Country & Western-Anklänge von „Fancy Lady“, das introspektive „Flying to Jerusalem“ oder den melancholischen „Late Night Blues“. Bei aller Unterschiedlichkeit zeichnen sich seine Kompositionen durch singbare, aber nicht triviale Melodien aus, die ihm selbst wie auch seiner exzellent und sehr international besetzten Band wunderbares Material zur Interpretation und Improvisation bieten. Beim ruhigen „Remembrance“ zelebrieren Norbert Scholly an der akustischen Gitarre und Bassist Chris Dahlgren die Melodie ebenso wie Simion selbst an der Klarinette. In „Unknown Planet“ improvisieren Simion am Saxofon und der brilliante amerikanisch-Kölner Trompeter Ryan Carniaux miteinander über dem dramatischen Schlagzeugspiel von Alan Jones. Und in „Transsylvanian Monk“ wandelt der gebürtige Grieche Antonis Anissegos gekonnt auf Monks Spuren und Simion und Carniaux demonstrieren ihre Vertrautheit mit dem alten Meister. Bei aller musikalischen Verwurzelung Simions in seiner rumänischen Heimat ist dies keine Weltmusik, sondern bester moderner Jazz mit persönlichem Touch.

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