CD-Besprechung

Jens Böckamp Flow Quartet |

Nine Edges

Text: Hans-Bernd Kittlaus

Köln, 25.10.2014 | Der Kölner Saxofonist Jens Böckamp legt mit Nine Edges seine gelungene zweite CD vor, die gleichzeitig die erste Veröffentlichung des neuen Labels FLOATmusic ist, das Jens Böckamp gemeinsam mit Saxofon-Kollege Johannes Ludwig betreibt. Diese CD überrascht sogleich mit ihren ungewöhnlichen Klangfarben, die von Dierk Peters‘ Vibraphon und Marimbaphon sowie Jan Schreiners Tuba geprägt sind und von Toningenieur Christian Heck exzellent eingefangen wurden. Dominik Mahnig agiert sehr variabel und einfühlsam am Schlagzeug. Schon im ersten Titel „Dizzy & Jimi“ spürt man die Freude der Musiker am Spiel mit diesen Klangfarben und den Möglichkeiten, die entstehen aus dem Wechsel zwischen Melodie- und Rhythmus-Instrument, den Peters und Schreiner immer wieder vollziehen, etwa in „Nocturne“. Böckamp glänzt mit schönem Sound auf dem Tenorsaxofon wie auch auf der Bassklarinette in „YT“. Im Titelsong „Nine Edges of a Rollin Stone“ zeigt Böckamp seine solistischen Qualitäten mit einem ausgedehnten durchdachten Solo. Acht der neun Titel stammen aus der Feder Böckamps, der neunte ist Monk’s „Bye-Ya“. Böckamp erweist sich als kreativer Komponist und Arrangeur mit einer Vorliebe für mittlere Tempi, kann aber auch mal aufdrehen wie in „Spin“. Insgesamt ist „Nine Edges“ ein Werk von erstaunlicher Reife von einer jungen Band mit Zukunft.

Jens Böckamp FLOW Quartet
Nine Edges
FLOATmusic FL001