CD-Besprechung

Christoph Möckel |

Dreamlike

Text: Hans-Bernd Kittlaus

Köln, 06.10.2014 | Der Saxofonist Christoph Möckel war schon während seines Studiums an der Kölner Musikhochschule sehr sicht- und hörbar in der Kölner Jazz-Szene. Nach erfolgreichem Studienabschluss blieb er in Köln und spielt seitdem in verschiedenen Formationen wie dem Offshore Quintett oder den Bands von Lucas Leidinger oder Oliver Lutz, aber auch immer häufiger unter eigenem Namen. Mit „Dreamlike“ legt er nun auf dem noch recht jungen Klaeng Label seine Debut-CD vor, eine Aufnahme vom Februar 2013 mit seinem Quartett und Trompeter Menzel Mutzke als Gast. Fünf der acht Kompositionen auf dieser CD stammen von Möckel. Sein Titelsong „Dreamlike“ eröffnet die CD. Pianist Simon Seidl leitet mit gekonntem allmählichen Spannungsaufbau ein, bevor Möckel auf dem Sopransaxofon einsteigt und träumerisch schwebend der Melodie nachspürt. Der Energielevel geht immer dann eine Stufe nach oben, wenn Mutzke ins Spiel kommt, so etwa in Wayne Shorter’s „Atlantis“ oder seiner Komposition „Fearless“, die er mit seinem intensiv glühenden Sound alles andere als verträumt gestaltet und prägt. In Möckels abschließendem „Fünfzehn“ ist es wieder Seidl, der in sehr dichtem Zusammenspiel mit Bassist Matthias Nowak und Schlagzeuger Fabian Arends eindrucksvoll Spannung aufbaut. Arends, jüngstes Mitglied der Band, entfaltet dabei ein verblüffendes Spektrum rhythmischer Kreativität. Darüber bläst Möckel wunderschöne melodische Linien mit einer gewissen Zurückhaltung, so als stemmte er sich gegen den immensen Sog der Band, was zusätzliche Spannung schafft. Diese Musik erfordert mehrfaches Hören, bei dem sich immer wieder neue Eindrücke erschließen. In der Band steckt enormes Potential, das hoffentlich durch häufigeres Zusammenspielen gehoben werden wird.

Christoph Möckel

Dreamlike Klaeng Records 004