​Heimspiel |

JE:D Jazz-Ensemble Düsseldorf in der "Schmiede"

Text: Bernd Zimmermann | Fotos: Uwe Bräutigam

Düsseldorf, 24.02.2015 | Die Jazzpolizisten schauten verwundert, ja ein wenig grimmig drein, als sich am Freitagabend die Jazz-Schmiede mehr und mehr füllte und Lars Wallat wenig später das Schild mit "Heute Abend ausverkauft" an die Eingangstür hängen musste. Jazz, das selbst erklärte Nischenprodukt scheint gefragter denn je, denn bereits im Januar und Februar wurden in Düsseldorfs erster Jazzadresse 20 % mehr Besucher gezählt als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. "Die Leute haben einfach keine Lust mehr auf die Konservenmusik von der Stange", so ein Vorstandsmitglied des "Jazz in Düsseldorf" e.V.. "Sie wollen endlich mal wieder qualitativ hochwertige, handgemachte Musik erleben". Und davon bekam das Publikum einiges zu hören.

Auf der Bühne das nagelneue Jazz-Ensemble Düsseldorf, kurz JE:D. Naja, so nagelneu sind die sechs Herrschaften des JE:D nicht mehr, aber dafür strotzten sie vor Energie und Spielfreude. Kein Wunder, denn für Mathias Haus, Sebastian Gahler, Nico Brandenburg, Philipp van Endert, Peter Weiss und Reiner Witzel, allesamt nicht nur erstklassige Musiker der Düsseldorfer Szene, sondern auch Verantwortliche diverser Konzertreihen, war es ein Heimspiel.

Die sechs spielten in den unterschiedlichsten Formationen bereits seit gut 20 Jahren zusammen, aber noch nie in dieser. "Es macht einen unglaublichen Spaß mit dieser Truppe zu proben und zu spielen", strahlte Philipp van Endert nach dem Konzert. Und wenn sechs Düsseldorfer auf der Bühne stehen, ist es naheliegend, dass auch Düsseldorfer Musik gespielt wird. Aber es waren nicht nur beeindruckende Eigenkompositionen zu hören, sondern auch Musik anderer, zum Teil im Jazz, ungewöhnlicher Genres, wie zum Beispiel der Gassenhauer "Das Altbier-Lied", neu arrangiert von Nico Brandenburg. Und, wie konnte es anderes sein, oder oh Graus, es wurde dabei sogar mitgesungen und geschunkelt. Die armen Jazzpolizisten! Völlig verstört mussten sie die ausgelassene Stimmung in der Schmiede miterleben. Unterhaltung mit Jazz auf allerhöchstem Niveau!

Von der guten Laune angesteckt, drehten die sechs Düsseldorfer Urgesteine dann auch mächtig auf, widmeten sich aber auch gefühlvoll der ernsthaften Musik von Clara und Robert Schumann. Das einzige, was im Programm fehlte, war ein Stück der Toten Hosen. Aber Jungs, das würdet Ihr bestimmt auch wunderbar hinbekommen. Also, wie wär's ?