Jens Düppe – Kommunikation 9 |

The Big Crunch

Text & Fotos: Uwe Bräutigam

Köln, 11.12.2015 | Großes Kino gab es am 9.12.15 in der Alten Feuerwache in Köln. Sieben Bassisten sind auf der Bühne, die mit Bögen oder Händen ihr Instrument bearbeiten und gemeinsam improvisieren. Außergewöhnliche und fesselnde Musik, die den Auftakt bildet von Jens Düppes letzter „Kommunikation 9“ Veranstaltung in 2015.

Seit fünf Jahren gibt es nun „Kommunikation 9“ als Plattform für ein Aufeinandertreffen von verschiedenen Kunstformen mit Improvisierter Musik. Zum Jahresabschluss 2015 hat Jens Düppe nicht gekleckert sondern geklotzt.

Während die Bassisten noch spielend die Bühne verlassen, kommen fünf MusikerInnen des Kollektivs IMPAKT, ebenfalls spielend auf die Bühne. Eine schöne Übergangschoreographie.

Nach der experimentellen IMPAKT Musik kommen nach und nach die MusikerInnen des Wuppertaler Improvisationsorchesters (W.I.O.) auf die Bühne. Wieder ein fließender Übergang. Das W.I.O. dirigiert sich selbst, d.h. jeweils ein Mitglied des Ensembles geht nach vorn und gibt die Einsätze und wird dann von einem anderen Musiker abgelöst.

Neben den ungewöhnlichen Improvisationen stechen besonders die Vokalkünstler des W.I.O. heraus, die mit ihren Tonmodulationen den Sound prägen.

Nach und nach kommen die Bassisten und die Impakt MusikerInnen wieder auf die Bühne zurück und bilden das „The Big Crunch“ Ensemble.

Aber hier wird nicht nur Masse auf die Bühne gebracht, sondern MusikerInnen, die sich im Jazz und der Improvisierten Musik schon lange einen Namen gemacht haben.

Nach der Pause treten dann kleine Formationen auf und geben dem Publikum die Möglichkeit sich in die einzelnen Instrumente hineinzuhören. Drei Duos, bei denen sich die ZuhörerInnen ganz auf die Interaktion der beiden MusikerInnen konzentrieren können. Nach den großen Klangkörpern vor der Pause, ist diese intime Kammerbesetzung eine wunderbare Vertiefung.

Den Anfang macht das „Loopsemble“ mit Pinguin Moschner an der Tuba und Matthias Kaiser an der E-Geige. Es folgt “The Clear“ mit Elisabeth Fügemann am Cello und Georg Wissel am Saxophon.

Das dritte Dou des Abends bildet „Erwal“ mit Erhard Hirt an der E-Gitarre und Florian Walter an der Kontrabassklarinette.

Dazwischen spielt ein Quartett, bei dem zwei Bässe (Dieter Manderscheid und Stefan Schönegg) auf zwei Stimmkünstler (Heide Bertram und Iouri Grankin) treffen. Diese Formation war für mich ein Höhepunkt des Abends. Das Zusammenspiel der Bässe mit den Vokalkünstlern war ein besonderes Erlebnis.

Zum Abschluss geht Jens Düppe selbst an das Schlagzeug, mit der Formation “Punchin`Pigs“ : Paul Hubweber (Tbn), Mark Charig (tp), Georg Wissel (sax), Martin Verborg (Vio), Nathan Bontrager (VC), Joscha Oetz (b), Robert Landfermann (b), Fabian Jung (perc).

Dieses Ensemble spielt zum Abschluss richtig jazzig. Nach und nach kommen wieder alle anderen Musiker dazu und lassen den Abend groovig ausklingen.

Und es gibt noch eine „Frohe Botschaft“ am Ende, die Reihe „Kommunikation 9“ wird auch 2016 weitergehen. Wir dürfen also auch im neuen Jahr auf neue Musikexperimente in Verbindung mit anderen Kunstformen gespannt sein. Vielen Dank an den umtriebigen Jens Düppe für diese grenzüberschreitenden Veranstaltungen. Wir können uns glücklich schätzen, dass hier keine Obergrenze diskutiert wird.

http://www.nrwjazz.net/jazzreports/2015/Jens_Dueppe_Kommunikation_9/

http://www.jensdueppe.de