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Jazzfest Bonn |

Frederik Köster - Die Verwandlung/Marilyn Mazur`s Celestial Circle

Text: Uwe Bräutigam | Fotos: Jazzfest Bonn

Bonn, 18.05.2015 | Der Kölner Trompeter Frederik Köster präsentiert am 13.5.15 in der Bundeskunsthalle seine neue Band – Die Verwandlung. Hochkarätig besetzt mit Sebastian Sternal (p, Fender Rhodes), Joscha Oetz (b) und Jonas Burgwinkel (dr). Allein drei WDR Jazzpreisträger spielen in der Band. Der Name der Gruppe ist von Franz Kafkas gleichnamiger Erzählung inspiriert. Aber auch viele Stücke der Band verdanken ihr entstehen einem literarischen Vorbild. Besonders der japanische Autor Haruki Murakami hat Frederk Köster angeregt.

Köster eröffnet das Konzert mit einem lyrischen Trompetensolo und im Laufe des Stückes nimmt die Musik immer mehr Fahrt auf. Man hat den Eindruck, die Musiker spielen sich warm. Jonas Burgwinkel, der schon mit dem Hanno Busch Trio in der Brotfabrik einen glänzenden Auftritt hatte, hat auch in dieser Band mit seiner schier unendlichen Fülle an rhythmischen Ideen eine klare Präsens. Nur ein selbstbewusster, eigenständiger Musiker wie Frederik Köster, kann sich einen derart dominanten Schlagzeuger leisten, ohne an die Wand gespielt zu werden. Mit Joscha Oetz ist ein hervorragender Bassist in der Band, der einerseits eine feste Stütze für die Musik der anderen ist, aber in seinen Soli auch eine wilde Energie an den Tag legen kann. Sebastian Sternal, klassisch geschult, setzt wunderbare Akzente am Klavier und auch am Fender Rhodes. Wenn einige Zuschauer die Gruppe „Die Verwandlung“ für die Entdeckung des Jazzfestes halten, ist das sicher keine Fehleinschätzung.

Mit dem Song “Alone“, ein Joyce Gedicht, zeigt Köster, dass er in guter Chet Baker Tradtion, auch seine Stimme einsetzen kann.

„Die Verwandlung“ ist keine Begleitband für Frederik Köster, hier spielen großartige Musiker zusammen, mit viel Raum ihre besonderen Fähigkeiten einzubringen. Es macht einfach Spaß, diesen jungen Musikern zuzuhören.

Marilyn Mazur ist einer der Stars des Jazzfestes. Die in Dänemark lebende Amerikanerin ist eine internationale Größe, die ein paar Jahre bei Miles Davis am Schlagzeug saß und seit vielen Jahren Jan Gabarek spielt. Aber auf der Bühne steht nicht einfach ein Schlagzeug, sondern Installation auf Glöckchen, Zymbeln und Gongs ist dort aufgebaut.

Begleitet wird sie von John Taylor am Piano, der auch einige Kompositionen zum Konzert beisteuert, Klavs Hovmann am Bass und Josefine Cronholm Gesang. Allesamt Musiker von Rang.

Mit dem ersten Stück „Kilden“ wird die Richtung vorgegeben. Es klingt einwenig nach esoterischer Meditationsmusik, hier und dort ein Glöckchen zuviel. Die Stücke von Taylor sind etwas klarer. Josefine Cronholm setzt ihre Stimme virtuos ein, ob mit Text oder mit Klangmodulation. Bei dem etwas orientalisch anmutenden Stück “Antilope Arabesque“ zeigt der Bassist Klavs Hovmann ein kraftvolles Solo. Solche klaren Parts hätte ich mir mehr gewünscht. Unter dem Strich war mir der Auftritt zu nebulös und setzt keine Akzente. Aber offensichtlich hat es vielen Zuhörerinnen und Zuhörern gefallen, es gab großen Beifall für den Celestial Circle.