CD-Besprechung

Jin Jim |

Die Ankunft

Text: Bernd Zimmermann

Gelsenkirchen, 27.05.2015 | Als Lead war die Querflöte im Jazz noch nie wirklich die erste Wahl. Die Formation JIN JIM, vier junge Musiker aus Köln, Bonn und Peru haben es getan und räumten im letzten Jahr damit gleich den 1. Preis beim Nachwuchs-Wettbewerb "Futuresounds" im Rahmen der Leverkusener Jazztage ab. Nun ist ihre Debut-CD "Die Ankunft" erschienen.

Als Fan von Jethro Tull und damals politisch aktiv, fühlt man sich bei der Musik von Jin JIM zunächst schlagartig in die siebziger Jahre gebeamt. Und auch optisch passen die vier zu dieser Assoziation.

Der Peruaner Daniel Manrique Smith (Querflöten), Johann May (Gitarre, Elektronik), Ben Tal Trawinski (Kontrabass) und Nico Stallmann (Drums) haben dennoch in erfrischender Weise einen eigenen Sound entwickelt. Eine Mischung aus allem: Hiphop Beatbox Flöten, Deutsch-Balkan-Grooves, Klanglandschaften aus Island, Spanien und Südamerika. Und auch Anleihen aus der Klassik lassen sie nicht aus.

Während die ersten beiden Stücke (Quiero Todo und Die Ankunft des Kaisers mit dem Intro) zum Beispiel noch sehr stark an die Werke von Ian Anderson erinnern lassen, entwickeln sich die folgenden Stücke immer mehr zu einer ganz eigenen Mischung aus Modern Jazz, Jazz Rock und Folk. Dabei glänzen die Stücke durch eine erfrischende Vielfalt und heben sich mehr als wohltuend vom Modern-Jazz-Einheitsbrei ab. Geschickt verweben sie die verschiedenen musikalischen Einflüsse, schieben sie über- und untereinander, treiben enthusiastisch die Themen nach vorn, um sie dann plötzlich umzukehren. Aber nie brachial, sondern fließend, wie aus einem Guss. Und bei all dem steht dennoch die Melodie und der Groove im Vordergrund.

Label: Neuklang (Edel)

ASIN: B00W2T6AWO

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