"accidente de tango" |

Tango Crash im Bahnhof Langendreer

Text & Fotos: Bernd Zimmermann

Bochum, 05.05.2013 | Wer am Dienstagabend in den Bahnhof Langendreer kam und eine Musik à la Gotan Projekt erwartete, war zunächst enttäuscht. Kein glatt gebügelter Groove-Tango, sondern ein teils elektronisch unterlegter Tango mit komplexen Jazzelementen wurde dem zunächst überraschten und dann begeisterten Publikum geboten.

Musik-historisch besteht kein Zweifel mehr, das Bandoneon, das prägende Instrument des Tango, wurde in Krefeld entwickelt. Heinrich Band, Musikalien-Händler aus Krefeld konstruierte es auf der Basis einer damals gebräuchlichen Konzertina.

Tango Crash – das sind der argentinische Keyboarder Daniel Almada, der Bassist und Cellist Martin Iannaccone, der Bandoneonspieler Christian Gerber und der Schlagzeuger Gregor Hilbe. Für ihr aktuelles Album „accidente de tango“ holten die vier sich noch den Jazz-Trompeter Martin Klingeberg hinzu.

Beeinflusst vom europäischen Modern Jazz entwickeln Almada und Iannaccone, die beiden Köpfe hinter Tango "Craash" den Tango weiter. Angetrieben von dem fulminaten Schlagzeugspiel Gregor Hilbes (u.a. Jazz Big Band Graz und KAHIBA) rauscht ein Tango modernster Couleur über die Bühne. Mit Anleihen aus der traditionellen Musik Uruguays, die wiederum stark in der afrikanischen Musik verwurzelt ist, modernisieren Tango Crash den traditionellen Tango immer wieder durch die Integration neuer musikalischer Spielarten. Afrika, Südamerika und das moderne Europa. So präsentierte Tango Crash ein Konglomerat verschiedenster musikalischer Stilrichtungen, die sich auf der Basis des Tango in wundersamer Weise absolut stimmig miteinander vereinen. Globale Musik in einer globalen Welt.

Aufnahmen eines Konzerts vom 7. Mai 2013 aus dem Bochumer Bahnhof Langendreer sind am 14.5.2013 von 23:05 - 00:00 Uhr im WDR3 zu hören.

Am 10.5. ist Tango Crash noch einmal in der Bonn in der "Harmonie" zu hören. Absolut empfehlenswert!!